Verfahrenstechnik 25.01.2002, 17:32 Uhr

Auf der Suche nach der optimalen Lösung

Nach dem Diplom hatte sie gleich mehrere Job-Angebote. Sie entschied sich für ein Traineeprogramm bei der Babcock Borsig AG in Oberhausen. Und fühlt sich dort pudelwohl.

Vor einigen Tagen trat sie bei der BBP Energy, GmbH, ein Unternehmen der Babcock Borsig Power GmbH, ihre dritte und letzte Station des 18-monatigen Programms an. Sie ist Assistentin in der technischen Projektleitung für ein Steinkohlenkraftwerk in Kanada in der Nähe von Calgary. „Mein Job ist so eine Art Schnittstellenkoordination“, erklärt sie, während sie ihren neuen Schreibtisch im Großraumbüro in Oberhausen einrichtet. Sie organisiert die Arbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen, spricht mit Kunden, Lieferanten und internen Ingenieuren. „Häufig geht es darum, Kennzahlen (Kosten, Stunden) zusammenzutragen, ich brauche den Input aus den verschiedenen Fachabteilungen“, sagt sie. Die zu erhalten, fällt der kommunikativen jungen Frau nicht schwer. Sie wird anerkannt, kommt mit ihrer freundlichen und kompetenten Art bei allen Beteiligten gut an, obwohl sie im Projektmanagement eine Kontroll-Funktion inne hat. „Ich glaube, das liegt an der Persönlichkeit und wie man etwas so formuliert, dass es nicht wie ein Angriff verstanden wird. Die meisten Kollegen reagieren recht positiv auf eine Kollegin, und ich weiß deren Leistungen zu schätzen. Ich versuche deutlich zu machen, dass ich die Fragen nicht stelle, um mich zu profilieren, sondern weil wir gemeinsam aus dem Projekt einen Gewinn herausholen müssen.“

Als sie noch studierte und von den Kommilitonen neckisch als „Ingenieuse“ betitelt wurde, hatte sie für Traineeprogramme nicht viel übrig. Doch das Angebot bei der Babcock Borsig AG faszinierte sie. Denn „:profile“, so der Name des Programms, mündet automatisch in eine Festanstellung. An dem Kanada-Projekt möchte Claudia Remich – vorausgesetzt, es wird ein Auftrag daraus – über das Trainee-Programm hinaus mehrere Jahre arbeiten. Gleichzeitig ermöglichte ihr diese Form des Einstiegs, verschiedene Projekte und Aufgabenfelder durch eigenverantwortliche Mitarbeit kennen zu lernen. So könnte sie auch in die Revision oder andere so genannte Stabsbereiche. Für die Essenerin, die leidenschaftlich gern reist, hatte das Projektmanagement Priorität, und sie verfolgte ihr Ziel konsequent. Schon ihre erste Station belegt das: ein aus vier Kesseln á 360 MW bestehendes Braunkohlekraftwerk in Elbistan (Türkei), das in einem Kosortium mit anderen Firmen gebaut wird. Ihre Aufgabe in den sechs Monaten war es vorwiegend, ein Ersatzteilangebot für den Kunden zusammenzutragen und vorzustellen. „Mir wurde besonders deutlich, inwieweit die Mentalität, die wirtschaftliche und politische Situation des Kunden Auswirkungen auf die Projektabwicklung haben kann“, erinnert sich Claudia Remich. Die gewonnenen Kenntnisse über die internationale Zusammenarbeit eines Konsortiums und die Komplexität des Projektmanagements im äußeren wie im inneren Verhältnis haben ihre Entscheidung bestärkt. Und sie entsprechen ihrem Naturell: Interkulturelle Aspekte, der Umgang mit Menschen, das macht ihr Spaß, ist für sie „eine Herausforderung“ und zieht sich wie ein roter Faden durch ihren Lebenslauf. Während ihrer Schulzeit und später im Studium absolvierte sie Auslandsaufenthalte und Sprachkurse (beispielsweise Italienisch). „Mit 16 war ich bei einer Gastfamilie in Colorado in den Vereinigten Staaten. Da wird man stark mit den eigenen Ecken konfrontiert. Und sie werden abgerundet.“

Die Offenheit und ihre Mehrsprachigkeit machte ihr auch den Aufenthalt in der italienischsprachigen Schweiz (Riazzino) , ihrer zweiten Traineestation, einfacher. Bei der Turbomach s.a., einer 100 %-igen Tochter der Babcock Borsig AG, die als Spezialist des Packaging von Gasturbinen gilt, gehörte sie einer „Task force“ an, die das Geschäftsfeld auf ganze Gas- und Dampf (GuD)-Turbinenanlagen erweitern sollte, d.h., es sollte nicht nur die Gasturbine verkauft werden, sondern das dazugehörige Wasserdampfkreislaufsystem, um die Abhitze aus der Gasturbine für die weitere Stromproduktion über die Dampfturbine zu nutzen und damit den Wirkungsrad der Anlage zu erhöhen. Recherche, technischer Sachverstand und die Suche nach der optimalen (auch finanziellen) Lösung waren für sie Neuland, doch sie entwickelte ein Verfahrensfließbild für eine Referenzanlage. „Es war auch nicht einfach“, räumt sie ein. Sie schaffte es nicht zuletzt, weil sie sich nicht verkriecht, wenn sie auf ein Problem stößt. „Ich frage lieber die Kollegen, als mich hinter Büchern zu verstecken“, sagt sie. Die Gratwanderung zwischen technisch-orientierter eigenverantwortlicher Arbeit und der Arbeit in einem multikulturellen Team gelang ihr. Projektmanagement bleibt aber ihr Steckenpferd.

Für High Potentials wie sie bietet die Babcock Borsig AG eine Reihe von Möglichkeiten. So könne sie auch an der zweiten Stufe des „:profile“-Programms teilnehmen, das sich an Leute mit Berufserfahrung wendet und die Trainees auf weitergehende Aufgaben vorbereitet. Derzeit letzte Stufe für besonders Qualifizierte ist dann das „:profile-executive“ Programm, das sich an Führungskräfte richtet, die unmittelbar vor der Übernahme einer Leitungsfunktion stehen. Derzeit bekommt die AG laut Maren von de Fenn, Leiterin Führungskräfteentwicklung, etwa 900 Bewerbungen im Jahr für das Traineeprogramm. „Es könnten ruhig noch mehr werden.“ Ob Claudia Remich „:profile executive“ anstrebt? „Ja, warum nicht, aber ich möchte langsam in die Aufgaben hineinwachsen und keinen Senkrechtstart hinlegen“, sagt sie. CLAUDIA HANTROP

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