Paris soll's richten 15.12.2014, 13:53 Uhr

UN-Klimakonferenz in Lima als Gipfel der Unverbindlichkeiten

Die nach über zwei Wochen beendete UN-Klimakonferenz in Peru spaltet die Meinungen. Während vor allem Politiker Schön-Wetter-Meldungen in Umlauf bringen, äußern Umweltverbände und andere NGOs harsche Kritik. Zu schemenhaft und nicht verbindlich seien die Formulierungen des finalen Beschlusses. 

Das größte Wasserreservoir Thailands, der Pasak Cholasit Staudamm, war im Sommer 2010 ausgetrocknet: Trotz unübersehbarer Folgen des Klimawandels konnten sich die Vertreter von 195 Staaten auf der Klimakonferenz in Lima noch nicht auf weitreichende Maßnahmen einigen. Die soll nun die Konferenz im Herbst 2015 in Paris nachholen.

Das größte Wasserreservoir Thailands, der Pasak Cholasit Staudamm, war im Sommer 2010 ausgetrocknet: Trotz unübersehbarer Folgen des Klimawandels konnten sich die Vertreter von 195 Staaten auf der Klimakonferenz in Lima noch nicht auf weitreichende Maßnahmen einigen. Die soll nun die Konferenz im Herbst 2015 in Paris nachholen.

Foto: Barbara Walton/dpa

Zwei Verlängerungstage waren notwendig: Nach zähen Verhandlungen konnten sich die Teilnehmer der UN-Klimakonferenz in Lima doch noch auf Eckpunkte für einen Klimavertrag einigen, der in einem Jahr in Paris geschlossen werden soll. Diverse Nicht-Regierungsorganisationen kritisierten den Rahmenentwurf für das Abkommen jedoch als zu vage. Das 37 Seiten starke Dokument umfasst hauptsächlich Wünsche, von Verbindlichkeiten ist keine Rede. Klar ist lediglich seit langem: Die Erderwärmung soll auf maximal zwei Grad begrenzt werden.

Klimaschutzmaßnahmen der Staaten sollen transparenter werden

In dem Eckpunktepapier werden die 195 Teilnehmerstaaten der Konferenz aufgefordert, innerhalb der kommenden Monate mitzuteilen, wie viel Treibhausgas-Emissionen sie ab 2020 reduzieren wollen – erst dann soll der Klimavertrag gelten.

Um prüfbar zu machen, ob die Einsparungen von Treibhausgasen gerecht verteilt sind, sollen Klimaschutzmaßnahmen allgemein transparenter als bislang gestaltet werden. Zudem werden die entwickelten Länder aufgefordert darzulegen, wie sie finanzielle Hilfen erhöhen können, die ärmeren Staaten beim Klimaschutz zugute kommen sollen.

„Die starre Trennung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ist nicht mehr zeitgemäß. Klimaschutz gelingt nur gemeinsam. Es braucht viel Geduld und Anstrengung, diesen alten Graben zuzuschütten“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Die SPD-Politikerin äußerte sich eher positiv zum Ausgang der Konferenz: „Der Gipfel von Lima eröffnet alle Möglichkeiten für ambitionierten, weltweiten Klimaschutz.“ Der Weg sei nun frei für die Schaffung des ersten Abkommens, das alle Staaten in die Klimaschutzanstrengungen einbindet.

Ihnen bringt der Klimakompromiss von Lima nichts: Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt des nur 26 Quadratkilometer große Inselstaates Tuvalu im Pazifik. Auf den neun Atollen des Inselstaates leben nur 10.700 Einwohner. Der höchste Punkt der Atolle liegt nur vier Meter über dem Meeresspiegel, im Schnitt sind es nur zwei Meter. Daher könnte angesichts des Klimawandes das Staatsgebiet im Meer versinken.

Ihnen bringt der Klimakompromiss von Lima nichts: Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt des nur 26 Quadratkilometer große Inselstaates Tuvalu im Pazifik. Auf den neun Atollen des Inselstaates leben nur 10.700 Einwohner. Der höchste Punkt der Atolle liegt nur vier Meter über dem Meeresspiegel, im Schnitt sind es nur zwei Meter. Daher könnte angesichts des Klimawandes das Staatsgebiet im Meer versinken.

Foto: dpa/Kyodo

 

Derart optimistisch zeigten sich diverse Umweltschutzorganisationen hingegen nicht. „Es gibt keinen Grund, die Sektkorken knallen zu lassen. Leider schreitet der Klimawandel viel schneller voran als die Politik“, kritisierte Regine Günther, Leiterin Klimaschutz und Energiepolitik des WWF Deutschland. „Die Verhandlungen der letzten Tage haben gezeigt, wie groß die Differenzen zwischen vielen Ländern noch sind und dass der Weg nach Paris sehr steinig sein wird.“

Wie der WWF mitteilte, sei es enttäuschend, dass kein wirksamer Prozess verabredet wurde, damit alle Länder auch sofort mehr Klimaschutz betreiben – schließlich soll der Klimaschutzvertrag erst in gut fünf Jahren in Kraft treten.

Greenpeace: „Nicht einmal die Baugrube fertig gestellt“

Martin Kaiser, Leiter des internationalen Klimateams von Greenpeace, sagte: „In Lima sollten die Fundamente für den Weltklimavertrag von Paris 2015 gelegt werden, doch es wurde nicht einmal die Baugrube fertig gestellt.“ Den mühsam errungenen Kompromiss bezeichnete Kaiser als enttäuschend. Denn er verschiebe bloß die wichtigsten Streitpunkte auf nächstes Jahr, statt erste Lösungen zu beschließen.

Verschiedene Entwicklungsländer sehen beim Kampf gegen den Klimawandel nach wie vor die Industriestaaten in der Pflicht und wollen ihr wirtschaftliches Wachstum nicht durch Zusagen für CO2-Einsparungen reduzieren. Auch China kam dem Wunsch einer Überprüfung seiner Minderungsziele nicht nach.

Ab dem 30. November 2015 dürften sich derartige Auseinandersetzungen bei der UN-Klimakonferenz im Pariser Vorort Le Bourget wiederholen. Dem bisherigen Abkommen, dem Kyoto-Protokoll, folgten zuletzt weniger als 40 Staaten, die weniger als 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen ausmachen. Große Klimasünder wie USA, China, Kanada, Japan und Russland fallen nicht unter das Kyoto-Protokoll. Das neue Abkommen würde – wenn es denn durchgesetzt werden kann – erstmals alle Staaten umfassen.

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