Umwelt 27.10.2000, 17:27 Uhr

Teenager als Ökoforscher

Die fünf besten jungen Umweltforscher kommen aus Finnland, Kanada, Neuseeland und den USA. Sie sind die Sieger des ersten weltweiten Öko-Wettbewerbs, der vergangenen Sonntag in Hannover zu Ende ging.

Die Titel der fünf Sieger-Projekte erwiesen sich als Stolperstein für die Preisverleiher. Gespickt mit lateinischen Fachworten ließen sie die Sprecher bei Bekanntgabe der Sieger des Öko-Wettbewerbs stocken. Autoren waren nicht etwa namhafte Wissenschaftler, sondern 16- bis 20-jährige Jugendliche aus aller Welt. Die fünf jungen Forscher wurden für ihre herausragenden Ideen zum Thema Umweltschutz im Rahmen des ersten weltweiten Umweltforschungs-Wettbewerb „Worldwide Young Researchers for the Environment“ (Wyre) ausgezeichnet.
Gemeinsam mit 138 Gleichaltrigen aus über 70 Ländern – darunter zwei deutschen Teilnehmern – hatten sie ihre Ideen zu einer besseren Umwelt vergangene Woche auf der Expo präsentiert. Veranstalter aus Deutschland waren die Stiftung „Jugend forscht“ und die Deutsche Bank. Den krönenden Abschluss des Wettbewerbs bildete die Preisvergabe am vergangenen Sonntag. Eine Jury von Forschern aus aller Welt ermittelte die Sieger. Die fünf besten Arbeiten wurden mit jeweils 2000 Euro (ca. 4000 DM) belohnt. Ferner vergaben die Veranstalter elf Einladungen zum Internationalen Wyre-Forschungscamp im Jahr 2001 in Boston, USA.
Siegerin des Öko-Wettbewerbs ist Carol Anne Fassbinder aus Haughton, Louisiana, USA. Die junge Forscherin präsentierte auf der Expo ein neues Schädlingsbekämpfungsmittel, das Honigbienen vor der gefährlichen Milbe Varroa jacobsoni schützt. Imker sehen rot, wenn der Parasit ihre Bienenbestände schädigt. Die Milbe ernährt sich von dem Blut der Bienen. Zur Zeit ist der Schädling in den USA eine echte Plage, da er mittlerweile gegen das herkömmliche Bekämpfungsmittel Fluvalinat resistent geworden ist. Fassbinder suchte nach Alternativen zu der Chemikalie und fand sie: Natürliche und chemisch modifizierte Monoterpenoide können genauso wirksam die schädlichen Milben ausschalten. Von den in Pflanzenölen enthaltenen Stoffen erwies sich insbesondere das Perillylacetat als effektiv im Kampf gegen die Parasiten.
Die vier übrigen Preisträger des Öko-Wettbewerbs stammen aus Finnland, den USA, Kanada und Neuseeland. Als Team entwickelten die beiden Finnen Esko Kemppainen (19) und Lari Veneranta (18) ein Verfahren, mit dem in kommunalen Kläranlagen unerwünschte, Schaum erzeugende Mikroorganismen in ihrem Wachstum gehemmt werden können. Auch die Untersuchung der Amerikanerin Rachel Cox aus Iowa wurde belohnt. Die 19-Jährige analysierte den biologischen Abbau eines Herbizids in einer bestimmten Bakterienart. Der Ressourcen schonende Umgang mit Geysiren in Neuseeland war das Thema des 18-jährigen Rawiri Waru. Der Neuseeländer ermittelte, warum die heißen Quellen manchmal versiegen. Schädlich für die Quellen sei besonders ihre extreme Nutzung für Badehäuser.
Die Erfindung der beiden Brüder Marc-André Filion (18) und Jean-Michel Filion (16) aus North Bay, Kanada, wurde ebenfalls ausgezeichnet. Die beiden Jungforscher erfanden ein System, das Wasseranalysen vereinfacht. Bei der Untersuchung von Meeres- oder Süßwasser sind mikroskopisch kleine Organismen hilfreich, deren Anzahl Maßstab für die Wasserqualität ist. Man fängt sie üblicherweise per Plankton-Netz. Da die Netze leicht verstopfen, stößt das Verfahren jedoch schnell an seine Grenzen.
Durch die pfiffige Konstruktion der beiden Kanadier könnten Forscher künftig trotz eines verstopften Netzes aussagekräftige Daten erhalten. Dabei hilft ein Strömungsmesser an der Außenseite, kombiniert mit einem Drucksensor innerhalb des Netzes. Aus diesen Messdaten können die Jungen nun die Planktonmenge für jede Wassertiefe errechnen. Das spart Zeit und Mühe bei der Auswertung.
„Die jungen Forscher haben gezeigt, dass sie ihre Zukunft nicht anderen überlassen“, kommentierte Dr. Rolf Breuer, Vorstandssprecher der Deutschen Bank die Projekte der jungen Wissenschaftler. „Die Jugendlichen übernehmen Verantwortung – das stimmt optimistisch.“ E. BODDERAS

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