Effiziente Kühlung 29.12.2015, 15:44 Uhr

So sparen Supermärkte mit Technik aus der Formel 1 viel Strom

Aerodynamik-Wissen aus der Formel 1 kombiniert mit der Pfiffigkeit eines Ingenieur-Startups ergibt Innovation: Eine einfache Metallschiene soll den Stromverbrauch von Supermarkt-Kühlschränken deutlich senken.

Formel 1 im Supermarkt: Die Tochterfirma des Rennstalls Williams „Williams Advanced Engineering“ hat zusammen mit dem britischen Ingenieur-Startup Aerofoil die umfassenden aerodynamischen Daten aus dem Renngeschäft genutzt, um den Luftstrom in Supermärkten um die Kühlschränke herum gezielt zu lenken.

Formel 1 im Supermarkt: Die Tochterfirma des Rennstalls Williams „Williams Advanced Engineering“ hat zusammen mit dem britischen Ingenieur-Startup Aerofoil die umfassenden aerodynamischen Daten aus dem Renngeschäft genutzt, um den Luftstrom in Supermärkten um die Kühlschränke herum gezielt zu lenken.

Foto: Williams

Die Aerodynamik ist eines der großen Erfolgsgeheimnisse in der Formel 1. Hier geht es nicht allein um Windschlüpfrigkeit, sondern vor allem um den Anpressdruck des Autos auf der Straße: Je höher der ist, desto schneller kann das Tempo in den Kurven sein. Und das ist entscheidend, denn schnell geradeaus fahren kann ja jeder.

Der Rennsportlegende Adrian Newey wird nachgesagt, dass er dieses Feld beherrscht wie kein anderer. Zehn Weltmeistertitel als Konstrukteur mit Newey als Chefingenieur sprechen wohl dafür. Einige davon gewann der Brite mit Williams. Das Traditionsteam fährt aber nun seit Jahren den Konkurrenten Mercedes, Red Bull und Ferrari hinterher und sucht kommerziellen Erfolg deshalb verstärkt auf anderen Gebieten. Zur Not im Supermarkt.

Luftaustausch in der Lebensmittelabteilung

„Williams Advanced Engineering“ heißt die Tochterfirma, die dafür gegründet wurde und die nun mit einer vielversprechenden Technik auf sich aufmerksam macht: Zusammen mit dem britischen Ingenieur-Startup „Aerofoil“ hat die Truppe die umfassenden aerodynamischen Daten aus dem Renngeschäft genutzt, um den Luftstrom um die Kühlschränke in Supermärkten gezielt zu lenken.

Mit der einfachen, aber durchdachten Metallschiene lässt sich der Stromverbrauch der Kühlschränke nach Angaben des Herstellers um fast ein Viertel senken. Die Investition soll sich in weniger als einem Jahr amortisiert haben. 

Mit der einfachen, aber durchdachten Metallschiene lässt sich der Stromverbrauch der Kühlschränke nach Angaben des Herstellers um fast ein Viertel senken. Die Investition soll sich in weniger als einem Jahr amortisiert haben. 

Foto: Aerofoil

Tür auf, Tür zu, Tür auf – die riesigen Aggregate sind, was Wunder, gewaltige Stromfresser. Jeder, der sich dem Käseregal oder der Pizzatruhe nähert, merkt das: Hier wird es deutlich kälter als im Rest des Ladens. Grund dafür ist der häufige Austausch der kalten Luft aus dem Kühlschrank und der wärmeren in der Umgebung. Folge: Die Kühlung muss verstärkt arbeiten.

Kette prüft Einsatz in allen Filialen

Vollständig verhindern lässt sich das wohl nie. Die Ingenieure haben nun aber eine Schiene ausgetüftelt, die den Stromverbrauch nach unterschiedlichen Studien um 17 bis 23 % senken soll – einfach, indem sie die Luftströme so lenkt, dass der Austausch zwischen warm und kalt deutlich reduziert wird. Wie das im Detail funktioniert, verraten die Erfinder allerdings nicht.

Die zweitgrößte britische Supermarktkette Sainsbury`s hat das System bereits in der Praxis getestet und prüft laut Aerofoil den Einsatz in all ihren rund 1100 Geschäften. Jeder gängige Kühlschrank soll sich damit nachrüsten lassen. Die Technik ist nach Angaben der Entwickler so simpel, dass sich die Investition schon nach zehn Monaten wieder amortisiert hat.

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