Jedes 2. Auto steht 08.12.2015, 13:38 Uhr

Peking erstickt im Smog: Produktion gedrosselt, Schulen geschlossen

So dreckig war die Luft in Peking in diesem Jahr noch nie: Die Luftverschmutzung ist aktuell so schlimm, dass die Hälfte der Autos nicht mehr fahren darf und die Industrieunternehmen ihre Produktion herunterfahren. Schulen und Kindergärten sind geschlossen. 

Dicke Luft zur Rush-hour in Peking: Der Staub ist so dicht, dass man kaum noch etwas sehen kann.

Dicke Luft zur Rush-hour in Peking: Der Staub ist so dicht, dass man kaum noch etwas sehen kann.

Foto: Wu Hong/dpa

Dicke Luft zur Rush-hour in Peking: Der Staub ist so dicht, dass man kaum noch etwas sehen kann.

Foto: Wu Hong/dpa

Smog auf dem Platz des Himmlischen Friedens: Selbst Mao ist kaum noch zu erkennen.

Foto: Wu Hong/dpa

Frau mit Roter Fahne und Atemmaske auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking.

Foto: Wu Hong/dpa

Die Luftverschmutzung in Peking ist mit den Händen zu packen: Die Sonne ist nicht mehr zu sehen. Im Bild die Hochhäuser Pekings im Smog.

Foto: How Hwee Young/dpa

Fußgängerbrücke in Peking: Der Verkehr wurde wegen der starken Luftverschmutzung stark eingeschränkt. Zurzeit darf nur noch jedes zweite Auto fahren.

Foto: How Hwee Young/dpa

Zum ersten Mal seit Einführung einer vierstufigen Gefahrenskala im Jahre 2013 haben die chinesischen Behörden schlimmste Alarmstufe Rot ausgerufen. Am Montag sind die Belastungen mit dem gefährlichsten Feinstaub mit weniger als 2,5 Mikrometer Durchmesser nach offiziellen chinesischen Angaben auf 242 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gestiegen. Das gilt in China als „stark verschmutzt“.

Spitzenwerte von über 1000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter

Diese winzigen Staubteilchen gelten deshalb als so brandgefährlich, weil sie tief in die Lunge eindringen und über die Lungenbläschen in das Blut gelangen können. Sie gelten als Krebs auslösend. Der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter, der als unbedenklich gilt, wurde damit um das Zehnfache überschritten. Alarmstufe Rot gilt bis Donnerstagmittag. Dann, so hoffen die Wetterexperten, ist der dunstige Spuk wieder weggeblasen.

Frau mit Atemmaske vor dem Himmelstempel: Eigentlich kann man den Tempel sehen. Doch der Smog in Peking ist so dicht, dass man selbst Gebäude kaum noch erkennen kann. 

Frau mit Atemmaske vor dem Himmelstempel: Eigentlich kann man den Tempel sehen. Doch der Smog in Peking ist so dicht, dass man selbst Gebäude kaum noch erkennen kann. 

Foto: Rolex Dela Pena/dpa

Schon seit über einer Woche plagen sich die 22 Millionen Einwohner Pekings mit exorbitant hohen Feinstaubbelastungen. Spitzenwerte von über 1000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft wurden nach offiziellen Messungen am Montag und Dienstag vergangener Woche gemessen. Das ist das 40-fache der WHO-Empfehlung. Der chinesische Künstler Nut Brother hat diese Smogbelastungen zum Anlass genommen, um daraus einen Ziegelstein zu backen.

Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen

Staatsfernsehen und Rundfunk rieten den drei Millionen Einwohnern Pekings über 60 Jahren zu Hause zu bleiben. Allen anderen wurde empfohlen, ihre Atemschutzmasken wieder aufzusetzen. Der Autoverkehr wurde inzwischen eingeschränkt: Nun dürfen Autos je nach Nummernschild abwechselnd nur an geraden oder ungeraden Tagen fahren. Auch 30 % der Autos von Behörden müssen sich dieser Regel unterwerfen.

Schulen und Kindergärten sind geschlossen. Arbeiten auf offenen Baustellen sind einzustellen. Heizkraftwerke und Boiler müssen stillgelegt werden, Fabriken werden geschlossen.

China ist der größte Kohlendioxid-Emittent

Die Nachricht passt ideal zur derzeit in Paris laufenden UN-Konferenz. Denn China gilt in internationalen Verhandlungen traditionell als Bremser in Sachen Klimaschutz. China gilt in diesen Konferenzen immer noch als Entwicklungsland. Dabei hat China heute mit seinem globalen Anteil von 24 Prozent am globalen Kohlendioxidausstoß den bisherigen Platzhirsch USA verdrängt. China ist der weltgrößte Emittent von Treibhausgasen.

Kind mit Atemmaske in Peking: Wegen der enormen Luftverschmutzung sind Schulen und Kindergärten in Peking geschlossen.

Kind mit Atemmaske in Peking: Wegen der enormen Luftverschmutzung sind Schulen und Kindergärten in Peking geschlossen.

Foto: Rolex Dela Pena/dpa

Peking hat nun versprochen, in Paris eine aktive und vor allem konstruktive Rolle einzunehmen, damit es am Freitag dieser Woche zu einem völkerrechtlich verbindlichen Klimavertrag kommt.

Täglich über 4000 Todesfälle wegen ungesunder Luft in China

Die enorme Umweltverschmutzung in China schadet aber nicht nur dem Klima. Für die Chinesen ist sie inzwischen lebensgefährlich: Tag für Tag sterben in China mehr als 4000 Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung, das sind rund 1,5 Millionen pro Jahr. Todenursachen sind Lungenkrebs, Asthma und andere Atemwegserkrankungen. Angesichts dieser drastischen Zahlen dürfen sich die 17 schmutzigsten Städte Deutschlands fast als Luftkurorte anpreisen.

Top Stellenangebote

BORSIG ZM Compression GmbH-Firmenlogo
BORSIG ZM Compression GmbH Verfahrensingenieur/in Meerane
Bourns Sensors GmbH-Firmenlogo
Bourns Sensors GmbH Ingenieur/in Prozessentwicklung / Verbindungstechnik Taufkirchen / München
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Projektingenieur Konstruktiver Ingenieurbau (m/w) Stuttgart
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Projektingenieur Leit- und Sicherungstechnik (m/w) Stuttgart
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Projektingenieur Tunnelbau (m/w) Stuttgart
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Prozessingenieur (m/w) deutschlandweit
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Versuchsingenieur Kraftstoffversorgungsanlagen (m/w) Stuttgart
ExxonMobil Chemical Central Europe GmbH-Firmenlogo
ExxonMobil Chemical Central Europe GmbH Technischer Vertriebsingenieur (m/w) Köln
Emerson Climate Technologies GmbH Application Engineer for electronic products in the HVAC/R industry (m/f) Aachen
Sprick GmbH Bielefelder Papier- und Wellpappenwerke & Co.-Firmenlogo
Sprick GmbH Bielefelder Papier- und Wellpappenwerke & Co. Patentingenieur / Wirtschaftsingenieur (m/w) Bielefeld