FCKW-Verbot wirkt 14.06.2013, 14:10 Uhr

Ozonloch schließt sich: Heilungsprozess im Gange

Das Ozonloch über der Antarktis wird wieder kleiner. Erstmals gibt es Zeichen dafür, dass sich das Ozonloch erholt und sich um 9 Millionen Quadratkilometer reduziert hat. Derzeit erreicht das Ozonloch eine Größe von 17 Millionen Quadratkilometern.

Der Meteorologe Mathias Zöllner startet eine Ozonsonde vom Dach der Neumayer-Station III in der Antarktis. Die Forscher haben verlässliche Daten, dass sich das Ozonloch wieder schließt.

Der Meteorologe Mathias Zöllner startet eine Ozonsonde vom Dach der Neumayer-Station III in der Antarktis. Die Forscher haben verlässliche Daten, dass sich das Ozonloch wieder schließt.

Foto: Alfred-Wegener-Institut

Neueste Messungen auf der Forschungsstation Nemayer-Station III  zeigen, dass sich das Ozonloch derzeit verkleinert. Noch im Jahr 2006 war das Ozonloch 27 Millionen Quadratkilometer groß. Heute ist das Ozonloch mit 17 Millionen Quadratkilometer  um ein Drittel kleiner. Heute entspricht es dem 48-fachen der Fläche Deutschlands.

„Anzeichen für einen Heilungsprozess gibt es schon seit drei, vier Jahren“, erklärt der Forscher Gert König-Langlo vom Alfred-Wegener-Institut und Leiter des Meteorologischen Observatoriums der Neumayer-Station III. „Nachdem aber im Jahr 2002 auf Grundlage hoher Messwerte voreilig das Ende des Ozonlochs vorhergesagt wurde, welches dann nicht eintrat, wollten wir diesmal mit unseren Schlussfolgerungen etwas zurückhaltender sein. Die Daten aus dem vergangenen Jahr aber haben uns nun vollends überzeugt. Das Ozonloch schließt sich.“

Seit 27 Jahren führen deutsche Meteorologen und Luftchemiker in der Antarktis ein Mal pro Woche mit Ballonmessungen eine Analyse des Ozonlochs durch. Sie lassen dafür einen Heliumballon mit einer Ozonmesssonde vom Dach ihrer Forschungsstation in eine Höhe von 35 Kilometer steigen. Das Messgerät wird in einer schützenden Styropor-Box plaziert. Zuvor eichen und kontrollieren die Meteorologen die Ozonsonde. Der mit Helium gefüllte Ballon und die Ozonsonde werden zusammen in die Höhe gelassen.

Nach der Polarnacht herrscht Hochsaison beim Ozonabbau

Als eine von sechs Forschungsstationen in der Antarktis wird an der Neumeyer-Station mit Radiosonden der Ozonwert gemessen. Während des Aufstiegs der Sonde funkt diese sämtliche erfasste Werte an die Station, wo sie ausgewertet werden und in globale Wissenschaftsnetzwerke wie zum Beispiel das Network for the Detection of Atmospheric Composition Change (NDACC) eingespeist werden.

Die deutsche Forschungsstation Neumayer III des Alfred-Wegener-Instituts in der Antarktis. Hier wird seit Jahren der Zustand der Ozonschicht überwacht

Die deutsche Forschungsstation Neumayer III des Alfred-Wegener-Instituts in der Antarktis. Hier wird seit Jahren der Zustand der Ozonschicht überwacht

Foto: Alfred-Wegener-Institut

Hochsaison herrscht immer innerhalb der ersten drei Monate nach der Polarnacht, wenn der Ozonabbau stattfindet. Dann werden sogar dreimal wöchentlich sehr aufwändige Messungen vorgenommen. „Damit ist diese Messreihe die mit Abstand interessanteste Datensammlung des Meteorologie-Observatoriums an unserer Neumayer-Station III“, sagt Forscher Gert König-Langlo.  

2006 fast zerstört – 2012 wieder ein Drittel kleiner

Das Jahr 2006 war das Negativrekordjahr des Ozonloches: In 15 Kilometern Höhe war es damals fast vollständig zerstört. Der Ozonpartialdruck maß ein Millipascal. Im Jahr 2012 stellten die Forscher des Alfred-Wegener-Instituts dann einen mittleren Ozonpartialdruck von sechs Millipascal über der Neumayer-Station III fest.

Das Ozonloch wurde zu Beginn der Achtziger Jahre erstmals von britischen Wissenschaftlern entdeckt. Ostdeutsche Forscher begannen damals mit der Untersuchungsreihe an der DDR-Antarktis-Forschungsstation „Georg Forster“. Das Alfred-Wegener-Institut übernahm deren Daten dann nach der Wiedervereinigung und setzte die Messungen fort.

Weltweites Verbot der Fluorchlorkohlenwasserstoffe zeigt erste Erfolge

Grund für die verbesserten Ozonwerte könnte das weltweite Verbot der Fluorchlorkohlenwasserstoffe sein. Das Verbot wurde im September 1987 mit dem „Montrealer Protokoll“ verabschiedet und trat am 1. Januar 1989 in Kraft. „Es zahlt sich aus, dass wir seit Jahren auf FCKW verzichten und unsere Atmosphäre nicht mehr als Mülleimer benutzen“, sagt der Observatoriumsleiter.

Vor zehn Jahren wünschte er sich in einem Interview, dass er vor seinem Ruhestand „anstelle der stetig schlechten Nachrichten in Sachen Ozonloch über der Antarktis auch mal von dessen Heilung“ berichten könne. Jetzt geht seiner Wunsch in Erfüllung.

Ozonschicht über der Arktis weniger zerstört

Im Vergleich zur Antarktis ist die Ozonschicht über der Arktis weniger zerstört, erklärt Kölnig-Lango. „Das hängt damit zusammen, dass es in der Arktis wärmer ist“, meint er. Bei Licht und Kälte greifen die Fluorchlorkohlenwasserstoffe die Ozonschicht stärker an. Die Reduktion der Ozonschicht fällt in der Arktis geringer aus, da es dort wärmer ist.

Die Ozonschicht fungiert als Schutzschicht für unseren Planeten Erde. Sie filtert einen großen Teil der schädlichen UV-Strahlung der Sonne. Im Jahresverlauf schwankt die Dichte über den Erdpolen und erreicht im Frühjahr in der Arktis den geringsten Wert. Ein Leben auf der Erde wäre ohne Ozonschicht nicht möglich.

„Wie flickt man ein Ozonloch?“

Dr. Gert König-Langlo hält am kommenden Samstag, 15. Juni 2013, auf dem Festival „Odyssee Klima“ in Bremerhaven einen Vortrag über seine Forschungsarbeiten hinsichtlich der Ozonschicht über der Antarktis. Der Vortrag hat den Titel: Wie flickt man ein Ozonloch?

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