Beleuchtung 19.06.2009, 18:28 Uhr

Norderney sagt der Glühlampe adé  

„Norderney wird glühbirnenfrei“ – die Nordseeinsel ist auf einem gutem Weg, die erste deutsche Insel ohne Glühbirnen zu werden. Dabei setzt man nicht auf Verbote und Regeln, sondern auf den Inselstolz. Begleitet von Informationsveranstaltungen und einem Appell an das grüne Gewissen der Insulaner sollen Haushalte, Handel, Gastronomie und Hotellerie dazu bewogen werden, bis Ende dieses Jahres nahezu alle Glühbirnen gegen effizientere Lampen auszutauschen. VDI nachrichten, Norderney, 19. 6. 09, rok

Ab dem 1. September 2009 werden EU-weit schrittweise ineffiziente Lampen aus dem Verkehr genommen. Besonders betroffen sind Glühlampen. Ihr Ausstieg erfolgt in vier Stufen bis zum 1. September 2012. Dabei dürfen Haushalte die vorhandenen Glühlampen aber weiterhin nutzen. Auch Lagervorräte des Handels dürfen weiter verkauft werden.

Auf Norderney will man unter Umweltgesichtspunkten nun einen Schritt zulegen. Noch bis Ende dieses Jahres sollen nahezu alle Glühbirnen von der ostfriesischen Nordseeinsel verschwinden.

„Norderney wird glühbirnenfrei“, so lautet das von Bürgermeister Ludwig Salverius am 27. April 2009 der Presse vorgestellte Motto. Schon lange spielten Ressourcenschonung und der Einklang von Mensch und Umwelt einen hohen Stellenwert. „Durch ,Norderney wird glühbirnenfrei“ wollen wir unsere Mitbürger motivieren, einen weiteren Beitrag zur Schonung der Umwelt zu leisten und damit das grüne Image der Insel weiter zu fördern“, erläuterte Salverius. „Die gute Nachricht dabei ist, dass dieser Umweltbeitrag sich für unsere Bürger auch finanziell rechnet, denn wer auf energiesparende Lampen umrüstet, spart letztendlich bei der Stromrechnung.“

Bis Ende des Jahres sollen alle Glühbirnen von der Insel verschwinden

So wolle man auf Verbote und Regeln verzichten und setze voll und ganz auf Appelle. „Wir appellieren an das grüne Gewissen der Norderneyer, setzen aber auch auf ihren Inselstolz, wenn wir das Ziel nennen, die erste glühbirnenfreie Insel Deutschlands, vielleicht sogar Europas zu werden“, unterstrich Salverius. Aber auch das Kostenargument soll helfen. „Auch wenn Energiesparlampen teurer sind als Glühbirnen, so rechnet sich ihre Anschaffung sehr schnell durch die eingesparten Energiekosten.“

„Nicht immer erreichen Gesetze die Köpfe und noch seltener die Herzen“, bekräftigte auch Robert Pfarrwaller, Geschäftsführer von Philips Deutschland, die das Projekt unterstützen. Dies erfolgt mit Aufklärung und Information. Z. B. wurden auf Norderney Elektroinstallateure darin geschult zu beurteilen, welche energieeffiziente Beleuchtung für welche Lösung optimal eingesetzt werden kann. Unterstützt werden auch Informationsveranstaltungen für die Verbraucher. Für die „umgestellten Haushalte“ soll es auch ein Gewinnspiel geben. Zudem werde es in Zusammenarbeit mit dem Elektrogroßhändler Sonepar Deutschland eine Art „Abwrackprämie“ für die ersten 6000 zurückgegebenen Lampen geben.

Bürgermeister Salverius räumte ein, dass beim Thema Energiesparlampen auch Vorurteile zu beseitigen sind, die von kaltem Licht über langsames Hellwerden bis hin zum Flackerlicht reichten. „Viele dieser Vorurteile beruhen auf Erfahrungen, die meist Jahre zurückliegen.“ Zudem seien auch häufig schlicht je nach Anwendung falsche Alternativen eingesetzt worden. „Wir wollen deutlich machen, dass es Alternativen zur veralteten Glühbirne gibt“, ergänzte Pfarrwaller. „Wichtig ist zu wissen, wofür die Lampe eingesetzt werden soll, um dann die richtige Wahl zu treffen.“

So könnten z. B. Halogenlampen in praktisch allen Aspekten eine Glühbirne ersetzen, bei längerer Lebensdauer und 30 % bis 50 % Energieersparnis. Die Zukunft werde zunehmend von LED (Leuchtdioden) geprägt, so Pfarrwaller: „Ihre Langlebigkeit und ihre Effizienz werden in den nächsten Jahren unseren gesamten Umgang mit Licht maßgeblich verändern.“ Und auch bei der im Vergleich zur Glühlampe fünffach effizienteren Energiesparlampe biete der Markt je nach Einsatzzweck unterschiedliche Modelle – in verschiedenen Lichtfarben, dimmbar oder schnell startend. „Das Licht der Energiesparlampe kann so kalt wie das Tageslicht sein, aber es kann auch warmes Licht erzeugt werden.“

Pfarrwaller machte deutlich, wie verschwenderisch die über 130 Jahre alte Glühlampe mit dem eingesetzten Strom umgeht: Nur 5 % werde zur Erzeugung von Licht verwendet, aus dem großen Rest werde nur Wärme. Selbst bei einer konservativen Berechnung könnten die Norderneyer nach Umrüstung auf energieeffizientes Licht jährlich mehr als 150 000 € an Stromkosten sparen.

Angesprochen sind besonders die Haushalte, aber auch die Verwaltung, der Handel sowie Gastronomie und Hotellerie. Salverius und Pfarrwaller hoffen, bis zum Jahresende über 90 % der noch im Einsatz befindlichen Glühbirnen von der Insel verbannt zu haben. Über den Fortschritt der Aktion soll die Illumination des historischen Wasserturms von Norderney informieren. Seit dem Start der Aktion wird der Wasserturm durch LED-Strahler nachts angeleuchtet. Gestartet wurde mit der Farbe grün. Mit erfolgter Beleuchtungsumstellung werde zu blau gewechselt – der Farbe der Insel. ROBERT DONNERBAUER

Ein Beitrag von:

  • Robert Donnerbauer

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