Umwelt 01.03.2013, 17:00 Uhr

Kölner Klimakreis fördert den Einsatz von Autogas in Nutzfahrzeugen

In drei neuen Projekten für den lokalen Klimaschutz will der Kölner Klimakreis die Schadstoffbelastung in der Stadt senken und hat dabei besonders die Umrüstung von Lkw im Visier. Sie können dann klimaschonend mit einem Diesel-Flüssiggas-Gemisch betrieben werden.

Kölner Klimakreis nimmt LKWs ins Visier.

Kölner Klimakreis nimmt LKWs ins Visier.

Foto: dpa-Zentralbild

Seit 2009 vergibt der Klimakreis Köln (KKK) zweimal im Jahr Fördergelder für Klimaschutzprojekte. „Wir wollen das Innovationspotenzial der Kölner auch für den Klimaschutz nutzen“, erklärte Uwe Schöneberg vom Vorstand der RheinEnergie AG, anlässlich der neuesten Projektvorstellung Anfang Februar in Köln. Jetzt kamen drei neue Projekte hinzu, die der KKK mit 425 000 € unterstützt.

Der regionale Energie- und Wasserversorger finanziert den KKK und stellt zur Förderung der ausgewählten Klimaschutzprojekte insgesamt 5 Mio. € in der Zeit von 2009 bis 2013 zur Verfügung. Eines davon ist der Einsatz von Autogas in Lkw. Dieser Versuch, mit dem umweltfreundlichere Lkw auf die Straßen gebracht werden sollen, wird vom KKK mit knapp 200 000 € gefördert.

Mit einem Dual-Fuel-Antrieb sollen die Lkw in dem Klimaschutzprojekt im Vergleich zu herkömmlichen Dieselantrieben weniger Kohlendioxid emittieren. Die Umrüstung der Nutzfahrzeuge kann sich darüber hinaus wirtschaftlich für die Betreiber bereits nach einem Jahr lohnen, da auch die Kraftstoffkosten deutlich sinken.

Zwar ließen sich die Lkw-Dieselmotoren nicht vollständig auf schadstoffarmes Autogas umrüsten, wie Hartmut Reinhard von der ISI GmbH erklärte, aber der Geschäftsführer des auf Logistik spezialisierten Beratungsunternehmens erklärte, dass sich die Lkw so umrüsten ließen, dass sie mit einem Gemisch aus Diesel und Autogas fahren. Autogas – auch Flüssiggas oder LPG (Liquefied Petroleum Gas) genannt – fällt bei der Erdgas- und Erdölförderung sowie der Raffination von Mineralöl als Nebenprodukt an, das u. a. Propan und Butan enthält.

In einem Praxistest will ISI nun zeigen, dass es sich lohnt, wenn Lkw mit einem solchen „Dual-Fuel-Antrieb“ fahren und und dabei im Mix mit etwa einem Drittel Autogas und zwei Dritteln Dieselkraftstoff betrieben werden.

ISI kooperiert bei dem Projekt mit DHL Freight. Fünf 7,5- bis 40-Tonner des Transportunternehmens sollen dafür im Frühjahr mithilfe des bayrischen Autogasspezialisten CHM Trucktec für den klimaschonenderen Antrieb umgerüstet werden.

Die Lkw brauchen einen Zusatztank, der an den Luftansaugtrakt des Motors angeschlossen ist. Ferner ist laut den Unternehmensangaben das Motorsteuergerät so einzustellen, dass es abhängig von Beladung und Strecke die optimale Autogas/Diesel-Mischung herstellen kann. Generell würden solche Fahrzeuge mit leicht erhöhter Drehzahl am sparsamsten fahren. Dabei würden die Lkw mit Dual-Fuel-Antrieb etwa 12 % weniger CO2 emittieren. Denn beim Verbrennen von Autogas entstehe rund ein Drittel weniger Kohlendioxid als beim Verbrennen von Diesel.

Solche Lkw könnten zwischen 8 % und 15 % an Kraftstoffkosten sparen. Sie brauchen laut den ISI-Informationen zwar mengenmäßig etwas mehr Kraftstoff, da Autogas eine geringere Energiedichte als Diesel aufweise, aber Autogas sei zurzeit aufgrund einer Steuerbegünstigung bis 2018 nur etwa halb so teuer wie Diesel. Da Autogas sauberer verbrenne, entstünden auch weniger Schadstoffe wie Stickstoffoxide, Rußpartikel oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.

In welchem Ausmaß die Kraftstoffkosten sinken können sowie Klima und Umwelt geschont werden, will ISI ab Frühjahr in Testfahrten und Messreihen ermitteln. „Wir erwarten deutliche Effekte bei der Reduzierung der Emissionen und Kraftstoffkosten“, erklärte Reinhard bei der KKK-Präsentation in Köln. Obwohl die Umrüstung auf einen Dual-Fuel-Antrieb einmalig etwa 6000 € koste, kann sie sich nach Ansicht des ISI-Geschäftsführers je nach Betriebszeit bereits nach einem Jahr wirtschaftlich lohnen.

Mit ebenfalls knapp 200 000 € unterstützt der KKK das Projektbüro Design Quartier Ehrenfeld (DQE), das einen grünen Rad- und Fußweg entlang einer ehemaligen Bahntrasse in einem alten Industriegebiet verwirklichen will. Die alte Trasse soll zu einer grünen Achse mit urbaner Landwirtschaft durch den Stadtteil Ehrenfeld werden, in dem auch heimische Bäume wachsen sollen, die langfristig viel Kohlendioxid binden.

Mit 25 000 € wird der gemeinnützige Verein ConAction gefördert. Er will bewegliche Klimawände mit Schülern entwickeln. Das sollen 1,5 m hohe und 2 m breite beidseitig bepflanzbare Beete sein.

Der Kölner Klimakreis förderte bislang 22 Projekte. Dieses Jahr wird der KKK noch zweimal neue Projekte unterstützen. Die Einreichungsfrist für die erste Bewerbungsrunde endet am 31. März. Die Anträge für innovative Modell- und Demonstrationsprojekte rund um den Klimaschutz und deren Realisierung in der Kölner Region stehen unter der Internetadresse www.klimakreis-koeln.de zum Download bereit. R. H. AHRENS

Von R. H. Ahrens
Von R. H. Ahrens

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