Gletscher und Polareis schmilzt 30.09.2013, 10:53 Uhr

Klimarat erwartet starken Anstieg des Meeresspiegels

Der Meeresspiegel wird schneller und auch höher steigen, als bisher befürchtet. Das ist die Kernaussage des neuesten Berichts des Weltklimarates, der an diesem Montag veröffentlicht wird. Und wärmer wird es wohl auch werden. Der Klimarat sieht keinen Grund zur Entwarnung. Im Gegenteil.

ARCHIV - Eine Eisbärenmutter marschiert mit ihren beiden Jungen auf Futtersuche über Eisschollen im Gebiet der Nordwest-Passage in Kanada: Nach neuestes Prognosen des Weltklimarates IPCC schmelzen die Gletscher und Polkappen noch schneller als erwartet. Bis zum Ende des Jahrhundert wird der Meeresspiegel um bis zu 82 Zentimeter steigen.

ARCHIV - Eine Eisbärenmutter marschiert mit ihren beiden Jungen auf Futtersuche über Eisschollen im Gebiet der Nordwest-Passage in Kanada: Nach neuestes Prognosen des Weltklimarates IPCC schmelzen die Gletscher und Polkappen noch schneller als erwartet. Bis zum Ende des Jahrhundert wird der Meeresspiegel um bis zu 82 Zentimeter steigen.

Foto: Hinrich Bäsemann/dpa

Es ist schon seltsam mit dem Klimawandel. In den vergangenen 15 Jahren ist die globale Durchschnittstemperatur auf unserem blauen Planeten nicht angestiegen. Trotz dieser Pause warnen jetzt die Wissenschaftler des Weltklimarats IPCC vor dem Klimawandel und den Folgen. „Der Klimawandel geht unvermindert weiter“, sagte der chinesische IPCC-Verhandlungsleiter Qin Dahe bei der Vorstellung des neuen Berichts am vergangenen Freitag in Stockholm. Der IPCC ist sozusagen der staatenübergreifende Sachverständigenrat für die Klimaveränderung.

90 Prozent der Sonnenenergie gelangt in die Meere

Wie passt das zusammen? Laut Weltklimarat gelangt 90 Prozent der Sonnenergie in die Meere und diese sind im Gegensatz zur Luft in den vergangenen Jahren auch wärmer geworden und zwar fortwährend, also ohne Pause. Deshalb sind sich die IPCC-Wissenschaftler auch „zu 95 Prozent“ sicher, dass die Ursache des Klimawandels hauptsächlich das Kohlendioxid ist, das der Mensch mit seinen Abgasen in die Luft bläst. Da hat sich der Kenntnisstand der Wissenschaftler in Nuancen verbessert. Im letzten Bericht aus dem Jahre 2007 war sich der IPCC nur zu 90 Prozent über die Ursache des Klimawandels sicher.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), aufgenommen am 17. August 2007 vor dem Eqi Gletscher bei Ilulissat in Grönland: Umweltschützer fordern Merkel auf, wieder zur Klimakanzlerin zu werden. Der Meeresspiegel wird schneller als erwartet steigen. Auch das Ziel, die Erwärmung des Klimas auf zwei Grad zu begrenzen, ist kaum noch zu schaffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), aufgenommen am 17. August 2007 vor dem Eqi Gletscher bei Ilulissat in Grönland: Umweltschützer fordern Merkel auf, wieder zur Klimakanzlerin zu werden. Der Meeresspiegel wird schneller als erwartet steigen. Auch das Ziel, die Erwärmung des Klimas auf zwei Grad zu begrenzen, ist kaum noch zu schaffen.

Foto: Michael Kappeler/dpa

Das über 200 Seiten dicke Mammutwerk ist das Ergebnis wissenschaftlicher Fleißarbeit – international und fächerübergreifend: Rund 840 Wissenschaftler aus 38 Ländern haben Tausende Studien gesichtet, um den aktuellen Stand des Umweltwissens zu ermitteln. Zwei Millionen Gigabyte an Daten aus Klimamodellen und -simulationen sind in den Bericht eingeflossen. An diesem Montag, 30. September, wird der Bericht veröffentlicht. Dann kann sich jeder den kompletten ersten Teil des fünften Weltklimaberichts unter dem Titel „Klimawandel 2013 – die naturwissenschaftlichen Grundlagen“ als PDF-Datei herunterladen. Zudem gibt es eine 30-seitige Zusammenfassung der über 2000 Seiten mit den politisch relevanten Ergebnissen.

Es ist schon fast ein Grad wärmer geworden auf der Erde

Der Weltklimarat betont in seinem Bericht, dass der Klimawandel kein Szenario der Zukunft mehr ist. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Luft im weltweiten Durchschnitt um 0,8 bis 0,9 Grad Celsius erwärmt. Schnee und Eis sind bereits in erheblichem Maße geschmolzen, der Meeresspiegel ist seitdem um 20 Zentimeter gestiegen. Diese Zahlen stehen im Einklang mit den pessimistischen UNO-Prognosen. So waren die letzten 30 Jahre zumindest auf der Nordhalbkugel der Erde die wärmsten 30 Jahre seit dem Hochmittelalter.

Deutliche Warnung vor Anstieg des Meeresspiegels

Und das sehen die IPCC-Spezialisten bis zum Ende des Jahrhunderts auf die Menschheit zukommen: Der Meeresspiegel wird bei den größtmöglichen Anstrengungen beim Klimaschutz um 26 Zentimeter ansteigen. Im ungünstigsten Fall, ohne jede Klimaschutzbemühungen der Menschheit, werden es 82 Zentimeter sein. „Während sich die Ozeane erwärmen und Gletscher und Eisdecken schmelzen, wird der globale Meeresspiegel weiter steigen, aber schneller, als wir es in den letzten 40 Jahren erlebt haben“, warnt Qin Dahe. Mit diesen Zahlen zum Meeresanstieg hat der Weltklimarat gegenüber seinem letzten Bericht eine ordentliche Schippe draufgepackt. 2007 lag die Schwankungsbreite der Meeresspiegelerhöhung zwischen 18 und 59 Zentimetern.

Der neue Weltklimabericht erscheintEnde September und kann alsPDF heruntergeladen werden.

Der neue Weltklimabericht erscheintEnde September und kann alsPDF heruntergeladen werden.

Foto: IPCC

Der Präsident des pazifischen Inselstaates Kirbati, Anote Tong, hat deshalb vor der UN-Vollversammlung in New York am vergangenen Mittwoch eindringlich vor dem Untergang seines Inselstaates gewarnt. „Der Anstieg des Meeresspiegels bedroht das Überleben unseres Volkes. Was wir derzeit auf den niedrig gelegenen Atollen erleben, ist nur eine Vorwarnung vor dem, was wir noch erleben werden. Niemand wird verschont bleiben. Wir können unseren Planeten nicht weiter so missbrauchen. Wir sind desaströs vom Kurs abgekommen.“

Das Zwei-Grad-Ziel ist kaum mehr zu halten

Zudem wird die Weltgemeinschaft ihr Ziel, die globale Erwärmung der Erde auf zwei Grad zu begrenzen, wohl krachend verfehlen. Laut IPCC könnten die Temperaturen auf der Erde bis zum Jahre 2100 – je nach Szenario – um 1,5 bis 4 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter ansteigen. Bei einem Temperaturanstieg von mehr als zwei Grad fürchten die Wissenschaftler kaum zu beherrschende Umweltfolgen. „Angela Merkel muss wieder Klimakanzlerin werden“, sagte der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hartmut Vogtmann, in einer ersten Reaktion auf den Bericht des IPCC.

Warnung auch vor der Versauerung der Ozeane

Explizit betont der IPCC auch eine unsichtbare Bedrohung durch das Treibhausgas CO2. Kohlendioxid gelangt auch in die Ozeane und verbindet sich dort zu Kohlensäure. In der Folge versauern die Ozeane. Das bedroht die sensible Meeresfauna aus Muscheln, Korallen und Kleinstlebewesen, denen es zunehmend schwerer fällt, ihre lebenswichtigen Kalkschalen auszubilden.

Insgesamt warnt der IPCC in drastischen Worten vor der Erderwärmung. Die Folgen würden „die Umwelt in einer Weise ändern, wie seit Hunderten oder Tausenden Jahren nicht geschehen“, heißt es in der Zusammenfassung des Klimareports. Im Gegensatz zu früheren, nicht vom Menschen verursachten Klimaschwankungen, wäre dieses Mal allerdings eine Zivilisation mit mehr als sieben Milliarden Menschen betroffen.

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