Der Klimawandel ist da 31.03.2014, 06:12 Uhr

IPCC-Bericht: Der Klimawandel kostet die Menschheit bis zu 100 Mrd. Dollar pro Jahr

Wenn der Weltklimarat am heutigen Montagmorgen seinen aktuellen Bericht zum Weltklima vorstellt, werden die Schlagzeilen rund um die Erde tickern. Die wichtigste Aussage des Berichtes ist schon bekannt: Der Klimawandel ist bereits Realität. Und er wird teuer: Bis zu 100 Milliarden Dollar kostet er die Welt. Im Jahr.

Schäden durch den Sturm Xaver im Dezember 2013 an der schottischen Küste: Zunehmende Extremwetterereignisse setzen auch den Menschen in der gemäßigten Klimazone immer stärker zu. 

Schäden durch den Sturm Xaver im Dezember 2013 an der schottischen Küste: Zunehmende Extremwetterereignisse setzen auch den Menschen in der gemäßigten Klimazone immer stärker zu. 

Foto: Evelyn Simak/Wikimedia Commons

Seit fünf Tagen haben die Wissenschaftler im japanischen Yokohama hinter verschlossenen Türen über die Schlussfassung des Berichtes beraten, der an diesem Montag veröffentlicht wird und weltweit im Livestream verfolgt werden kann.

Hinter dem Titel „Folgen, Anpassung, Verwundbarkeit“ verbergen sich beunruhigende Aussagen, die deutlich über die eher von vagen und im Konjunktiv gehaltenen Aussagen des Vierten Sachstandsbericht von 2007 hinausgehen.

Sieben Jahre später sind sich die Forscher sicher: Der Klimawandel ist da, und er wird teuer. Die neuesten Kostenschätzungen im IPCC-Report gehen von 75 bis 100 Milliarden Dollar pro Jahr aus. Das sind in Euro umgerechnet 54 bis 72 Milliarden Euro. Tendenz steigend. Deshalb empfiehlt der IPCC nur noch in widerstandsfähigere, nachhaltige Infrastrukturen zu investieren, zum Beispiel in ein besseres Wassermanagement.

Eröffnung der IPCC-Tagung in Yokohama durch IPCC-Chef Dr. Rajendra Pachauri.

Eröffnung der IPCC-Tagung in Yokohama durch IPCC-Chef Dr. Rajendra Pachauri.

Foto: IPCC

Bedarf an Grundnahrungsmitteln steigt um 14 Prozent

Die Folgen des Klimawandels sind vielfältig. Beispiel Ernährung: Der Weltklimarat erwartet, dass die mittleren Ernteerträge um bis zu zwei Prozent pro Dekade sinken werden. Das wird jedoch nicht aufgefangen oder gar kompensiert. Denn im gleichen Zeitraum steigt der Bedarf bei den Grundnahrungsmitteln um 14 Prozent. So warnt die Hilfsorganisation Oxfam anlässlich der IPCC-Tagung in Japan bereits vor drohenden Hungerkrisen durch den Klimawandel. Oxfam geht davon aus, dass sich die Getreidepreise bis 2030 verdoppeln werden. Die Hälfte dieses drastischen Preisanstiegs verbucht Oxfam beim Klimawandel.

Kein Zweifel mehr: Der Klimawandel ist vom Menschen gemacht

Überzeugt ist der Weltklimarat nicht nur, dass der Klimawandel bereits eingetreten ist, sondern dass er auch vom Menschen gemacht ist. Im neuen Bericht ist nicht mehr von Eventualitäten und Wahrscheinlichkeiten die Rede. Dabei stützt sich der Bericht auf eine wissenschaftliche Bereiche, die die Vorgängerberichte noch nicht erreicht haben.

Der Weltklimarat hat erstmals Studien aus fachfremden Wissenschaftsdisziplinen ausgewertet. Dabei sind zum Beispiel die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung der Meteorologie, der Medizin, der Ozeanologie, der Agrarwissenschaft sowie der Städteplanung in den Bericht eingeflossen  Es waren aktuell doppelt so viele wissenschaftliche Quellen, die der IPCC ausgewertet hat. Die Faktenlage und damit auch die Genauigkeit der Simulationsmodelle zu den Auswirkungen des Klimawandels werden immer besser und präziser.

Krankheitsübertragende Insekten breiten sich aus

Dafür, dass der Klimawandel bereits wirkt, stehen beispielsweise Fakten wie die Ausweitung der Verbreitungsgebiete krankheitsübertragender Insekten weltweit. Viele Tote und Verletzte gehen in der Vergangenheit wahrscheinlich auf das Konto des Klimawandels, die Gefahren für die menschliche Gesundheit steigen.

Wüstenbildung auf den Kanarischen Inseln: Mehr Hitzewellen in Europa prognostiziert der Bericht des IPCC, der heute in Japan veröffentlicht wird.

Wüstenbildung auf den Kanarischen Inseln: Mehr Hitzewellen in Europa prognostiziert der Bericht des IPCC, der heute in Japan veröffentlicht wird.

Foto: Delbene/Wikimedia Commons

Schauplatz Ozean: Durch die globalen und immensen vom Menschen verursachten Kohlendioxideinträge in die Weltmeere verschiebt sich der ph-Wert des Meerwassers immer weiter in Richtung sauer. Und diese Versauerung der Ozeane führt dazu, dass Mikroorganismen wie Plankton keine Kalkschalen mehr ausbilden können – sie sterben ab. Das führt zu einer fortschreitenden Verknappung des Angebotes in der maritimen Nahrungskette. Damit ist die Proteinversorgung von rund einer Milliarde Menschen auf der Erde akut bedroht, weil die Fischereierträge zurückgehen.

Es drohen „Tod, Verletzung und Verlust der Heimat“

Oder Dürren und Hitzewellen: Die Weltmeteorologie-Organisation WMO hat jüngst Daten veröffentlich, nach denen jedes der vergangenen drei Jahrzehnte wärmer als die vorherigen war. Hitzewellen wie die in Australien wären laut WMO ohne menschlichen Einfluss „nahezu unmöglich“. Der IPCC-Bericht sieht das jetzt ähnlich. Die Erderwärmung habe „zu einer schlechteren Gesundheit der Spezies Mensch geführt“, konstatiert die Arbeitsgruppe 2. In Europa etwa mache sich das durch Hitzestress bemerkbar. Zum anderen drohen „Tod, Verletzung und Verlust der Heimat“ in Küstenregionen und Inselstaaten durch Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten.

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