Erhebung Statistisches Bundesamt 18.12.2013, 16:17 Uhr

Industrie reduziert Einsatz von Treibhausgasen um zwei Prozent

Deutsche Unternehmen verwenden weniger Treibhausgase in ihrer Produktion. Das Statistische Bundesamt hat für 2012 einen leichten Rückgang um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr ermittelt. 

Deutsche Unternehmen haben 2012 zwei Prozent weniger Treibhausgase als 2011 in ihrer Produktion eingesetzt. 

Deutsche Unternehmen haben 2012 zwei Prozent weniger Treibhausgase als 2011 in ihrer Produktion eingesetzt. 

Foto: dpa/Patrick Pleul

Verarbeitet wurden von der Industrie im vergangenen Jahr 9847 Tonnen Fluorkohlenwasserstoffe (FKW). Diese tragen zur Klimaveränderung bei und beeinflussen die Erderwärmung. Gegenüber 2011 wurden 219 Tonnen  FKW weniger verbraucht. Das entspricht einem leichten Rückgang um zwei Prozent. Zusätzlich wurden im Jahr 2012 rund 1095 Tonnen des Klimakillers Schwefelhexafluorid (SF6) abgegeben. SF6 ist als das bisher stärkste Treibhausgas bekannt. Im Zeitraum von 100 Jahren beeinflusst es den Treibhauseffekt 23.900 Mal stärker als CO2

Fluorierte Treibhausgase wurden zu 77 Prozent oder 7562 Tonnen in der Kälte- und Klimatechnik zur Herstellung von Klimaanlagen und Kühlschränken eingesetzt. Weitere 1555 Tonnen (16 Prozent) der klimawirksamen Stoffe wurden für Kunst- und Schaumstoffe, aufgeschäumte Dämmplatten und Wärmedämmung verwendet. Ergänzend kommen sechs Prozent für Treibmittel in Sprays hinzu.

2011 besonders hoher Verbrauch

Im Jahr 2011 war der Verbrauch der Fluorkohlenwasserstoffe mit 10.066 Tonnen besonders hoch. 2008 kam er dem Wert mit 10.030 Tonnen recht nahe. In den Jahren dazwischen blieb die FKW-Verwendung mit 9390 (2009) und 9884 (2010) unter der Zehntausendermarke.

Die Industrie setzt unterschiedliche Arten von Treibhausgasen ein. Sie sind in ihrer Belastung für die Umwelt unterschiedlich hoch. Insgesamt entsprechen sie einem Äquivalent von 16 Millionen Tonnen CO2. Am häufigsten wird das Kältemittel R 134a (Tetrafluorethan) verwendet. Berechnet auf 100 Jahre trägt es 1300 Mal stärker zum Treibhauseffekt bei als CO2. Es entspricht neun Millionen Tonnen CO2.  2012 wurden etwa 3,6 Millionen Tonnen des Stoffes R 404A verwendet. Dieser Stoff ist eine Mischung aus verschiedenen Fluorkohlenwasserstoffen und ebenfalls äußerst klimaschädlich. R 404A wird hauptsächlich in Kühlanlagen von Supermärkten, Kühlhäusern,  Tiefkühlanlagen und Tiefkühllastwagen eingesetzt.

Das Statistische Bundesamt nimmt einmal jährlich eine Erhebung bestimmter klimawirksamer Stoffe vor, die zum Treibhauseffekt beitragen. 

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