VDI nachrichten exklusiv 17.01.2014, 13:14 Uhr

Euro 6 kommt Autofahrer teuer zu stehen

Die Einführung der strengeren Abgasnorm Euro 6 im September wird die Autofahrer teuer zu stehen kommen. 

Untersuchung beim TÜV: Die verschärften Abgaswerte durch Euro 6 werden zu erheblichen Mehrkosten sorgen. Nach einer Schätzung des Automobilzulieferers Faurecia steigen die Kosten für Abgassysteme bei Diesel-Pkw um bis zu 60 Prozent.

Untersuchung beim TÜV: Die verschärften Abgaswerte durch Euro 6 werden zu erheblichen Mehrkosten sorgen. Nach einer Schätzung des Automobilzulieferers Faurecia steigen die Kosten für Abgassysteme bei Diesel-Pkw um bis zu 60 Prozent.

Foto: dpa/Paul Zinken

Nach Schätzungen des Automobilzulieferer Faurecia werden die Kosten für Abgassysteme bei Diesel-Pkw um rund 50 Prozent steigen. Der Autoclub ACE rechnet zudem durch die Neuregelung der Abgasuntersuchung voraussichtlich ab 2015 mit einem Anstieg der Prüfkosten um zehn Euro. Das berichten die VDI nachrichten in ihrer neuen Ausgabe.

Mehrkosten für Lkw von 10.000 Euro pro Fahrzeug

„Wir gehen davon aus, dass sich die Abgassysteme für Euro 6, verglichen mit denen für Euro 5, um etwa 50 % bis 60 % verteuern werden“, sagte Klaus Spindler, Leiter der Vorentwicklung bei Faurecia, dem weltweit größten Hersteller von Abgassystemen, den VDI nachrichten. „Damit wird der Anteil an den Gesamtkosten für den Antriebsstrang von bisher 10 % auf etwa 15 % steigen.“ Sollten die Hersteller diese Kosten an die Autokäufer weiterreichen, könnte das erhebliche Mehrkosten mit sich bringen. 

Grund für die Mehrkosten ist die aufwendigere Abgasreinigung, um die verschärften Grenzwerte zu erreichen. Euro 6 senkt den zulässigen Ausstoß von Stickoxiden von 180 auf 80 mg pro Kilometer. Entsprechend hoch ist der konstruktive Aufwand. Bei Lastwagen, bei denen bereits strengere Grenzwerte gelten, schätzt Faurecia die Mehrkosten auf rund 10.000 Euro pro Fahrzeug.

Abgasuntersuchung sorgt für weitere Mehrkosten

Doch auch die Autofahrer werden künftig stärker zur Kasse gebeten, weil im Zuge der Umstellung auf Euro 6 auch die Endrohrmessung bei der Abgasuntersuchung wieder eingeführt werden soll. Diese war bei vielen Modellen entfallen, weil moderne Autos den Schadstoffausstoß selbst aufzeichnen und speichern. Diese Daten wurden von den Prüfern bislang meist elektronisch per On-Board-Diagnose ausgelesen. 

Ab 2015 soll der Schadstoffausstoß wieder am Auspuffrohr gemessen werden. „Mit der bisherigen europäischen Richtlinie und der On-Board-Diagnose haben wir ein Verfahren, das seit Jahren tadellos funktioniert“, sagte der Sprecher des Autoclubs ACE, Rainer Hillgärtner, den VDI nachrichten. „Weshalb jetzt daran geschraubt wird, ist für uns nicht nachvollziehbar. Die beträchtlichen Investitionen für die Durchführung der erweiterten AU und der dadurch verursachte zusätzliche Zeitaufwand werden natürlich dem Autofahrer in Rechnung gestellt.“ Die durch die Umstellung des Messverfahrens anfallenden Mehrkosten schätzt Hillgärtner auf etwa 10 € pro Prüfvorgang.

Den Beitrag lesen Sie in voller Länge in der aktuellen Print- oder digitalen Ausgabe der VDI nachrichten.

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