Weniger Abgaswärme 26.03.2015, 10:38 Uhr

Elektroautos könnten Temperatur in Peking sinken lassen

Chinesische Forscher sind sich sicher: Eine hundertprozentige Umstellung auf Elektroautos könnte die Durchschnittstemperatur in Chinas Hauptstadt Peking um einen Grad Celsius senken. Genug, um bei der Klimatisierung der Gebäude täglich 14 Millionen Kilowattstunden Strom zu sparen. 

Die Abgase von Millionen Autos erzeugen in Chinas Hauptstadt Peking nicht nur unerträglichen Smog. Sie erhöhen auch die Durchschnittstemperatur um einen Grad.  

Die Abgase von Millionen Autos erzeugen in Chinas Hauptstadt Peking nicht nur unerträglichen Smog. Sie erhöhen auch die Durchschnittstemperatur um einen Grad.  

Foto: Diego Azubel/dpa

Im Sommer ist es in der chinesischen Hauptstadt Peking ganz schön heiß. Mehr als 30 Grad Celsius sind keine Seltenheit. Würden die Millionen Autos, die über die Straßen der Stadt fahren, nicht von Verbrennungs-, sondern von Elektromotoren angetrieben, lägen die Temperaturen stets ein  Grad unter denen, die heute erreicht werden. Das hat eine Modellrechnung von Canbing Li von der Hunan University im chinesischen Changsha und seinen Kollegen ergeben. Die Forscher veröffentlichten ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift „Scientific Reports”.

Schuld an der zusätzlichen Erwärmung sind die Abgase der Motoren. Zwei Drittel des Benzins gehen als nutzlose Abwärme verloren, bei Dieselmotoren ist es ein bisschen weniger. Dazu kommen die Klimaanlagen, die warme Luft aus den Büros und den Wohnungen in die Umgebung blasen.

Einsparungen bei Klimaanlagen

Der positive Effekt auf das Klima, der sich aus einer Umstellung auf Elektrofahrzeuge ergäbe, würde sich noch dadurch verstärken, dass Klimaanlagen bei niedrigeren Außentemperaturen weniger arbeiten müssten. Dadurch würden täglich bis zu 14 Millionen Kilowattstunden Strom eingespart. Die Wissenschaftler leiten daraus eine tägliche Einsparung von rund 10.700 Tonnen des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid ab.

Würden die Temperaturen in Peking sinken, hätten die Klimaanlagen in Gebäuden weniger zu tun. Täglich ließen sich bis zu 14 Millionen Kilowattstunden Strom einsparen, behaupten die Forscher. 

Würden die Temperaturen in Peking sinken, hätten die Klimaanlagen in Gebäuden weniger zu tun. Täglich ließen sich bis zu 14 Millionen Kilowattstunden Strom einsparen, behaupten die Forscher.

Foto: Rolex Dela Pena/dpa

Wegen des geringeren Kohlendioxidausstoßes würden sowohl das lokale Klima in der Stadt als auch das weltweite Klima profitieren, schreiben die Forscher.

US-Studie kommt zu entgegengesetztem Ergebnis

Das ist allerdings umstritten. Insgesamt dürften die Klimagasemissionen sogar noch zunehmen. China hat zwar eine Reihe von Kernkraftwerken, die kein CO2 emittieren. Auch die Zahl der Wind- und Solaranlagen nimmt zu. Doch der größte Teil des Stroms wird in meist älteren Steinkohlekraftwerken erzeugt, die einen geringen Wirkungsgrad und daher hohe Emissionen haben.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften in den USA kam in einer Studie, die sie Ende vergangenen Jahres veröffentlichte, zu dem Schluss, dass Elektrofahrzeuge eine Gefahr fürs Klima sind. Nur dann, wenn sie mit CO2-frei erzeugtem Strom betrieben würden, wären sie ein Segen für die Umwelt. Die Autoren der Studie lassen allenfalls noch Erdgaskraftwerke als Versorger für Elektrofahrzeuge gelten.

 

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