Leitmesse für Schiffbau 10.09.2014, 15:45 Uhr

Trotz Branchenkrise: Die SMM in Hamburg bricht Rekorde

Die alle zwei Jahre in Hamburg laufende weltweite Leitmesse für Schiffbau und Meerestechnologie SMM bricht trotz der Branchenkrise alle Rekorde: Mehr als 2100 Aussteller aus 67 Ländern zeigen neue Produkte und Dienstleistungen – so viel wie noch nie. Erwartet werden 50.000 Fachbesucher.

Ein Kran stellt das Wahrzeichen der Schiffsmesse SMM vor den Messehallen in Hamburg auf: einen 82 Tonnen schweren Schiffspropeller. Noch bis zum 12. September zeigen Aussteller aus aller Welt auf 90.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Trends aus der maritimen Welt. 

Ein Kran stellt das Wahrzeichen der Schiffsmesse SMM vor den Messehallen in Hamburg auf: einen 82 Tonnen schweren Schiffspropeller. Noch bis zum 12. September zeigen Aussteller aus aller Welt auf 90.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Trends aus der maritimen Welt. 

Foto: dpa

Er wiegt 82 Tonnen und beeindruckt mit einem Durchmesser von 9,20 Metern: Der gigantische Schiffspropeller vor den Hamburger Messehallen ist das Wahrzeichen der diesjährigen Messe für Schiffbau und Meerestechnologie SMM und gleichzeitig das Symbol für den Aufbruch einer Branche, die seit sechs Jahren in der Krise steckt. „Es ist eine besondere SMM“, sagte Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Messe und Congress, und verweist stolz auf die Zahlen: Mehr als 2100 Aussteller und über 50.000 Fachbesucher werden erwartet – soviel wie noch nie.

150 Firmen sind zum ersten Mal dabei

„Wir sind komplett ausgebucht. Sowohl Marktführer und Global Player als auch mittelständische Unternehmen und junge innovative Firmen finden Sie bei uns“, betont Aufderheide. „Die Produkte reichen von großindustrieller Schiffs- und Werfttechnik, über Schiffseinrichtung und –ausrüstung bis hin zu Ladungsumschlagsystemen, Meerestechnik und maritimen Dienstleistungen.“ Es sind mehr als 150 Firmen vertreten, die sich und ihre Innovationen in diesem Jahr zum ersten Mal in Hamburg präsentieren. Es gibt 26 Nationenpavillons und Aussteller aus 67 Ländern. So breit aufgestellt war die weltweite Leitmesse für die Schifffahrt noch nie.

Trotz der tiefen Branchenkrise in der Schifffahrt erleben die Werften weltweit einen wahren Auftragsboom. Im vergangenen Jahr wurden Schiffe mit einer Tragfähigkeit von knapp 170 Millionen Tonnen bestellt, wie das maritime Marktforschungsinstitut Clarkson Research zum Messeauftakt mitteilte. Das ist das dritthöchste Ordervolumen aller Zeiten. „Die Lage am Markt bleibt trotzdem schwierig und schwankt stark“, sagte Clarkson-Direktor Prof. Martin Stopford. Das belegt ein Blick auf die Frachterlöse: Diese erreichen gerade noch die Hälfte des Niveaus vor der Krise.

Reedereien interessieren sich für sparsamere Schiffe

Clarkson-Direktor Stopford kennt zwei Erklärungen für den Bestellboom trotz Krise: Zum einen brauchen die Reedereien sparsamere Schiffe, weil die Treibstoffkosten durch die Decke gehen. „Bei einem mittelgroßen Containerschiff fallen im Jahr zehn Millionen Dollar Kosten für den Brennstoff an, während nur rund sechs Millionen Dollar für die Finanzierung des Schiffes selbst aufgewendet werden“, sagte Stopford. Ein Kreuzfahrtschiff mit sechs Motoren jagt sogar 30 Millionen Dollar im Jahr durch die Schornsteine. „Die Frage ist angesichts solcher Zahlen, wie vor allem kleinere Reedereien die nötige Technologie für effizientere Schiffsantriebe an Bord bekommen.“

Zu sehen sind auf der SMM auch gigantische Schiffsmotoren. Generell interessieren sich Reedereien wegen der gestiegenen Treibstoffkosten für besonders sparsame Modelle. 

Zu sehen sind auf der SMM auch gigantische Schiffsmotoren. Generell interessieren sich Reedereien wegen der gestiegenen Treibstoffkosten für besonders sparsame Modelle. 

Foto: dpa

Gerade unter dem Druck der hohen Brennstoffkosten sei der Absatz maritimer Ausrüstung im Jahr 2013 auf 70 Milliarden Dollar gestiegen, gegenüber 53 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. „Die richtige Technologie für die Steigerung der Effizienz von Neubauten und die Nachrüstung fahrender Schiffe zu finden, ist essentiell wichtig.“ Ein wesentliches Messethema für die Schiffbauzulieferer sind Schiffsantriebe auf der Basis von tiefgekühltem verflüssigtem Erdgas (LNG). Erste Schiffe mit solchen Motoren sind bereits im Fährbetrieb auf der Ostsee unterwegs. Der Druck auf die Reedereien wird in den kommenden Jahren noch ansteigen, weil die Grenzwerte für den Ausstoß von Schwefeldioxid und Stickoxiden weiter verschärft werden.

„Die Flotte wächst zu schnell“

Der zweite Grund für das Auftragshoch bei den Werften ist laut Stopford der, dass nach sechs Jahren Krise neue Schiffe deutlich billiger geworden sind. „Wer über entsprechendes Kapital verfügt oder einen Investor hinter sich weiß, bestellt neue Schiffe“, so Stopford. So konnte der Widerspruch entstehen, dass in der Branche trotz Krise die weltweiten Überkapazitäten weiter zugenommen haben. „Die Flotte wächst zu schnell, sodass der Handel den Überhang nicht auffangen kann. Deshalb wird die Rezession in der Schifffahrt noch einige Zeit anhalten.“ Viele der über die Meere schaukelnden Schiffe sind nur deshalb unterwegs, weil sich weltweit aus Sparsamkeitsgründen ein wesentlich langsameres Reisetempo durchgesetzt hat.

Sicherheit ist ständiges Thema auf der Leitmesse für Schiffbau SMM: hier im Bild ein aufgeschnittenes Rettungsboot. Die Messe endet am 12. September 2014. 

Sicherheit ist ständiges Thema auf der Leitmesse für Schiffbau SMM: hier im Bild ein aufgeschnittenes Rettungsboot. Die Messe endet am 12. September 2014. 

Foto: dpa

In der maritimen Wirtschaft ist ein Trend zu Konzentration und Konsolidierung entstanden, um die Krise zu überstehen. So sank die Zahl der aktiven Werften weltweit von 1168 im Jahre 2009 auf 696 im vergangenen Jahr. Effizienz ist deshalb so etwas wie das Leitthema der SMM in diesem Jahr, die ihr Begleitprogramm in fünf Rubriken aufgeteilt hat: Finanzierung, Umweltschutz, Sicherheit und Verteidigung, Offshore und Personalrekrutierung. Jeder der fünf Messetagen hat dabei eines dieser Themen als Tagesprogramm. 

Deutsche bauen vor allem hochwertige Spezialschiffe

60 Prozent der 2100 Aussteller kommen aus dem Ausland. Deutsche und europäische Unternehmen sind stark in der Zulieferindustrie. So produzieren sie beispielsweise Motoren, Elektronik, Navigationsgeräte oder Umwelttechnik. Im Schiffsbau selbst spielt Europa insgesamt fast keine Rolle mehr. Jeweils ein Drittel des Weltmarktes entfällt auf China und Korea, weitere 20 Prozent auf Japan, wenn die Tonnage als Berechnungsgrundlage dient. Die Deutschen bauen vor allem eines: hochwertige Spezialschiffe.

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