Heimvernetzung 22.05.2009, 19:41 Uhr

WiMAC@home will das digitale Wohnzimmer  

„Wireless Media and Control at home“, kurz WiMAC@home, heißt ein Programm, durch das Unterhaltungselektronik-, IT- und Home-Automation zusammenwachsen sollen. Schon lange wird die Vernetzung im Haus diskutiert, die digitalen Technologien dafür stehen zur Verfügung. Doch bis alles reibungslos zusammenspielt, könnten noch fünf Jahre ins Land gehen.

Schon Anfang der 90er-Jahre zeigte das Fachhandelszentrum der Internationalen Funkausstellung Vorläufer des digitalen Wohnzimmers. Wenn es an der Haustür klingelte, erschien das Bild des Besuchers auf einem Fernsehapparat der Firma Loewe. Und auch einfache Lichtschaltungen ließen sich über damalige Fernseher aktivieren. Praxisrelevant wurde das alles nicht.

Heute stehen solche Techniken erneut auf der Tagesordnung, freilich auf einem professionelleren Niveau und eben voll-digital. „Das Thema Heimvernetzung ist erst am Anfang – ebenso die Home-Automation“, so Gerhard Schaas, Vorstandsmitglied der Loewe AG und Vorsitzender der Deutschen TV-Plattform, kürzlich während eines Symposiums des Instituts für Rundfunktechnik (IRT).

WiMAC@home:Das digitale Wohnzimmer  ist eine Vision des Instituts für Rundfunktechnik (IRT)

Normalerweise beschäftigt sich das in München beheimatete Institut mit der Hörfunk-, Fernsehstudio- und Übertragungstechnik. Um die Endgeräte geht es hin und wieder auch – um zu sehen, wie die Hörfunk- und TV-Signale beim Zuschauer schließlich ankommen. Und dieser sollte – so will es die Unterhaltungselektronikindustrie – nun eine Vision verfolgen: ins digitale Wohnzimmer einziehen zu wollen.

„Ich denke an den häuslichen PC, auf dem Filme, Fotos oder auch Musik abgespeichert werden, aber auch an Geräte wie MP3-Player, Spielkonsolen, digitale Kameras, Personal Digital Assistants und viele mehr. Alle diese Geräte gilt es zu verbinden, die Inhalte austauschbar zu machen und vor allem dafür zu sorgen, dass ein einfacher Umgang möglich wird“, so Schaas. Und dazu gehört auch, dass der Fernseher am Abend auf noch offene Fenster oder nicht geschlossene Rollos, auf Licht im Keller oder eine Mangelsituation im Kühlschrank hinweist. „Deswegen ist es notwendig, eine vernetzte Welt zu schaffen“, sagte Schaas. Und so erklärt sich auch die Begründung der Mitarbeit am Projekt „Wireless Media and Control at home“, kurz WiMAC@home, durch das Unterhaltungselektronik-, IT- und Home-Automation-Landschaften gemeinsam beackert werden.

Doch ganz ohne fördernde Mittel aus dem Programm „next generation media“ des Bundeswirtschaftsministeriums scheint die Technik nicht zu sprießen. Neben Loewe sind das IRT, das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Nagravision und Weinzierl Engineering bemüht, die bisherigen kommunikativen Sackgassen aufzuheben und für mehr Gemeinsamkeiten zu sorgen.

WiMAC@home: Auch außerhalb des digitalen Wohnzimmers soll alles steuer- und nutzbar werden

„Mit WiMAC@home soll nicht nur die Konsumelektronik zu steuern und überall zu nutzen sein, sondern es geht auch um das Gateway zu anderen Anlagetechniken, es geht um Sicherheit, Energieeffizienz, Gesundheitstechnik und Komfort“, so Klaus Glasmacher vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie während der Tagung im IRT. Und um die entsprechenden Märkte. Allein der Weltmarkt im Smart-Home-Bereich wird von Glasmacher für das Jahr 2010 mit etwa 10 Mrd. $ beziffert.

Erste WiMAC-Prototypen sind bislang fertig. Im Mittelpunkt steht – wie eh und je – der Fernseher, der freilich zu einem Multimedia-TV-Gerät (iDTV) mit Serverqualitäten mutiert ist. Er ist die Nabe, um die sich alle anderen Techniken drehen, und zwar standardkonform zur Digital Living Network Alliance (DLNA), um eben jeden Content auf allen Geräten nutzen zu können, sei es drahtlos oder drahtgebunden.

Angebunden werden die Geräte ebenfalls standardkonform, dieses Mal nach UPnP, sprich Universal Plug and Play. Die verschiedenen Multimediageräte sind im aufgebauten „Laborwohnzimmer“ im IRT drahtlos über WLAN verbunden, so dass hierüber auch der Austausch von TV- oder Video-Programmen, Fotos oder Musikdateien möglich ist. Für die Nutzung verschiedener Heimgeräte kommen auch weitere Techniken hinzu, so RFID oder Zigbee.

Über ein Gateway wird der Weg zur Hausgerätesteuerung eingeschlagen, KNX heißt der hierfür genutzte Standard. Der basiert auf älteren Bus-Techniken. Die Daten werden über verdrillte Zweidrahtleitungen, Funk, Stromnetz oder IP/Ethernet geführt. Damit können über die Fernsehfernbedienung Rollos gesteuert, Lampen geschaltet und auch Garagentore geöffnet werden.

Über diesen Weg der Haussteuerungstechnik soll der nötige Markterfolg garantiert und langfristig der Weg für das „Smart Home“ geebnet werden – auch Richtung Smart-Metering. Dann laufen Waschmaschine oder Trockner zu Zeiten, wenn der Strom am günstigsten angeboten wird. Hier gibt es übrigens mit SerCHo (Service Centric Home) ein weiteres Projekt, das Alcatel-Lucent federführend vorangebracht hat und das sich ebenfalls ein einheitliches Bedienkonzept für neuartige Dienste für alle vernetzten Geräte, Sensoren und Messstellen im Heimumfeld zur Aufgabe gemacht hat. Die SerCHo-Ergebnisse bilden inzwischen die Basis für das Innovationszentrum „Vernetztes Leben“ (iZconnected) am DAI-Labor der TU Berlin.

Vielen WiMAC@home-Produkten fehlt es noch an der nötigen Marktreife

Noch sind nicht alle WiMAC-Produkte marktreif, wie Nikolaus Färber vom Fraunhofer IIS deutlich macht: „Etwa fünf Jahre wird es noch dauern, bis alles zusammen funktioniert.“ Teillösungen könnten hingegen schon früher vermarktet werden.

Doch es bleiben einige Fallstricke. Dazu zählt das angestrebte Konzept zur Content-Protection und zum digitalen Rechtemanagement (CP/DRM), wie Robert Sedlmeyer vom IRT deutlich macht. „Schon jetzt empfinden viele Konsumenten die Geräte als unbedienbar. Wenn wir zudem solche komplexen DRM-Systeme einführen, gehen einfach bestimmte Dinge nicht mehr.“ Andererseits seien alle DRM-Systeme bisher gehackt worden. Daher müsse sich die Filmindustrie nach einem anderen Modell umsehen – so wie es die Musikindustrie musste und noch muss. Ob wir eines Tages zu einem „Copy never, view never, hear never“-System kommen, scheint bei alledem gar nicht so unwahrscheinlich.

Nun haben Programme mit dem Namen „MAC“ in der Unterhaltungselektronik bislang keinen guten Klang – A-, B-, C-, D-, D2- und HD-MAC haben es trotz der eingesetzten Milliarden der europäischen Industrie Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre nicht geschafft, eben das Tor zur Weltspitze in Sachen HDTV-Display- oder HD-Bildplatten-Fertigung zu eröffnen. Vielleicht wird das bei WiMAC@home ja nun ganz anders.

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