Unterhaltung und Haushalt 17.08.2012, 11:00 Uhr

Smart Home ringt um Akzeptanz beim Kunden

Der internetfähige Fernseher, der Smart-TV, ist der Vorreiter bei der umfassenden Vernetzung in deutschen Haushalten. Doch das Potenzial geht weit über die reine Unterhaltungselektronik hinaus. Im Dreiklang der großen Themen Energie, Mobilität und Gesundheit steht ein neuer Massenmarkt für netzwerkfähige Geräte und Lösungen in den Startlöchern.

Internet, Fernsehen und Hausgeräte vernetzen: Das Smart Home der Zukunft.

Internet, Fernsehen und Hausgeräte vernetzen: Das Smart Home der Zukunft.

Foto: ZVEI

Fast 6 Mio. sogenannter Smart-TVs wurden seit 2009 in Deutschland verkauft und dieses Jahr sollen nach Erhebungen der EITO noch einmal 4,6 Mio. dazukommen. Damit hat das Internet Einzug in die deutschen Wohnzimmer gehalten und ist nicht mehr auf den Computer in der Arbeitsecke beschränkt. Und mit dem intelligenten, vernetzten TV-Gerät hat auch das übergreifende Thema der Heimvernetzung eine neue Dynamik entfaltet.

„Die Vernetzung von Computern, Smartphones und Fernsehern wird in immer mehr Haushalten zum Standard“, sagte beispielsweise der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Bitkom Bernhard Rohleder im Vorfeld der Smart-Home-Kongressmesse Conlife, die vor wenigen Wochen in Köln stattfand. „Auf die Vorteile der vernetzten Geräte wie die Nutzung von Onlinevideotheken direkt auf dem Fernseher wollen viele Verbraucher nicht mehr verzichten.“

Wenn nun in zwei Wochen in Berlin die Konsumelektronik-Messe IFA ihre Pforten öffnet, dann wird auch sie ein Forum für die Heimvernetzung sein, findet sich dort doch das ganze Spektrum der – potenziell – vernetzbaren Technologien im Haus quasi unter einem Dach. Vom bereits erwähnten internetfähigen Smart-TV über Smartphones, Tablets und Notebooks bis hin zu Camcordern, Speicherlösungen und nicht zu vergessen den Hausgeräten.

Umsatz für Smart Home-Produkte steigt um 13 Prozent

Alles in allem zeigt der Markt für vernetzbare Unterhaltungselektronik, Computer und mobile Geräte erfreuliches Wachstum: Der Umsatz mit Produkten der Heimvernetzung steigt in diesem Jahr in Deutschland auf 18,3 Mrd. €. Ein Jahr zuvor waren es noch 16,2 Mrd. €. Das entspricht laut Bitkom einer Steigerung von rund 13 %. Mittlerweile, so der Verband, machten vernetzbare Produkte fast zwei Drittel (65 %) des Umsatzes von Informations- und Kommunikationstechnik bei Privatverbrauchern aus.

Doch alle diese Erfolgsmeldungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Thema Heimvernetzung oder neudeutsch Smart Home noch keinesfalls in der Breite der Bevölkerung angekommen ist. Zu komplex ist vielfach noch die Technik, zu verwirrend die verschiedenen Standards. Abgesehen von der Unterhaltungselektronik ist auch der Nutzen einer umfassenden Vernetzung elektrischer Geräte im Haus noch für viele Anwender mit einem großen Fragezeichen verbunden.

„Nur 10 % der Verbraucher fühlen sich gut informiert“, brachte es Hans-Joachim Otto, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, anlässlich der Kölner Conlife auf den Punkt. Dabei stellte auch er primär den Nutzen der Heimvernetzung für die Verbraucher, aber auch für die deutsche Industrie in den Vordergrund: Im Dreiklang der großen gesellschaftlichen Themen Energie, Mobilität und Gesundheit lasse sich eine Fülle sinnvoller Anwendungsszenarien denken.

Doch wir wären nicht in Deutschland, wenn nicht im gleichen Atemzug auch Fragen des Verbraucher- und Datenschutzes gestellt würden. Es bedarf hier laut Otto eines umfassenden Schulungs- und Beratungsangebotes für alle Beteiligten an der Wertschöpfungskette, vor allem aber bei Handel und Handwerk. „Denn“, so Otto, „für einen wirtschaftlichen Erfolg der Heimvernetzung ist vor allem die Akzeptanz bei den Verbrauchern von großer Bedeutung.“

Smart Home: Schlüsseltechnologien gibt es bereits in vielen Haushalten

Unter den auf der Conlife vertretenen Experten herrschte weitgehende Einigkeit, dass viele Schlüsseltechnologien für ein Smart Home bereits vorhanden sind, auch wenn der eine oder andere Standard noch wünschenswert wäre. Aber, so Wolfgang Petersen von Intel, „in vielen Häusern gibt es einen kabelgebundenen Internetanschluss sowie WLAN“. Das sei doch schon eine Basis, auf der man aufsetzen könne. Zusätzlich löst auch die immer populärer werdende Vernetzung via Powerline manche Fragen der Netzinfrastruktur im Haus (s. Seite 12).

Hartwig Steusloff, Vorsitzender des Präsidialausschusses beim DIN, brachte es auf den Punkt: „Wir haben die Werkzeuge und die Verfahren. Entscheidend ist jetzt der Markt.“ Der Verbraucher müsse die Technik haben wollen. Dem konnte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Rohleder nur beipflichten: Man habe festgestellt, dass 54 % der Verbraucher großes Interesse an der Heimvernetzung haben. Aber: „Die Kunden brauchen Hilfe und es muss Spaß machen.“

Gesucht ist also die Killerapplikation für das Smart Home, die Anwendung, die wie es einer der Experten ausdrückte, im Nachbarn den Wunsch wecke: „Das will ich auch haben.“ Für Carlo Wolf, Geschäftsführer beim Netzwerkausrüster Cisco in Deutschland, ist diese Killerapplikation nach Studien von Ericsson ganz eindeutig Video. Video sei aber nicht nur Unterhaltung – also der Spielfilm aus der Onlinevideothek, die Urlaubsvideos, die im Haus von Raum zu Raum transportiert werden. Bewegtbilder würden auch im Bereich Bildung oder Gesundheitsbetreuung immer größere Bedeutung erlangen.

IFA 2012 soll Smart Home-Akzeptanz beleben

Einen weiteren Schritt in Sachen Akzeptanz beim Verbraucher wird die Heimvernetzung auch auf der IFA machen. Dass sinnvoll vernetztes Wohnen keine Zukunftsmusik mehr ist, das wollen die drei Elektroverbände VDE, ZVEH und ZVEI unter dem Funkturm in Halle 11.1 zeigen – im 100 m2 großen E-Haus in sieben einzelnen Räumen: von der Küche bis zum Schlafzimmer, vom Bad bis zum Energieraum. Wohnungssuchende, Bauherren und Modernisierer finden in diesem Modellhaus alles, was sie bei intelligenter Hausautomations-, Sicherheits-, Informations- und Kommunikationstechnik interessiert. Ebenso ist die effiziente Nutzung von regenerativen Energien eingebunden.

Für Michael Schidlack, den zuständigen Bereichsleiter beim Bitkom, ist Smart Home keinesfalls Zukunftsmusik, sondern kurz vor dem Durchbruch: „In den kommenden fünf Jahren entsteht ein Massenmarkt mit Applikationen und Geräten, die sich quasi von selbst installieren.“

Von Jens D. Billerbeck

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