Rekord beim Crowdfunding 04.08.2014, 12:57 Uhr

Schlaflabor für zuhause sammelt in sieben Tagen eine Million Euro

Diese Idee hat Besucher der Crowdfunfingplattform Kickstarter so begeistert, dass sie in nur einer Woche eine Million Euro gespendet haben: Ein junger Brite arbeitet an einem Sensorsystem, das nachts den Schlaf überwacht. Wälzverhalten, Raumtemperatur, störende Geräusche – all das sieht der Nutzer am morgen auf seinem Smartphone. 

Der kugelförmige Sensor findet bequem auf jedem Nachttisch Platz, der kleine Sensor passt an jedes Kopfkissen. Gemeinsam überwachen die elektronischen Helfer das Verhalten des Schlafenden und seine Umgebung. Eine Smartphone-App zeigt die Ergebnisse an und macht Vorschläge für einen besseren Schlaf. 

Der kugelförmige Sensor findet bequem auf jedem Nachttisch Platz, der kleine Sensor passt an jedes Kopfkissen. Gemeinsam überwachen die elektronischen Helfer das Verhalten des Schlafenden und seine Umgebung. Eine Smartphone-App zeigt die Ergebnisse an und macht Vorschläge für einen besseren Schlaf. 

Foto: Hello

Inzwischen liegt der Schlafsensor von Jungunternehmer James Proud nahe an der 1,5 Millionen Dollar Grenze. Rund 12.000 Unterstützer interessieren sich auf Kickstarter für Sense, für das noch drei Wochen lang Geld eingeworben wird. Da könnten locker noch ein paar Millionen Dollar dazukommen.

Offenbar hat der 22-jährige Proud alles richtig gemacht. Schlaf-Apps, die über das Smartphone den persönlichen Schlafzyklus überwachen, gibt es bereits einige. Aber Proud und sein Team haben mit Sense ein System entwickelt, das weit über die herkömmlichen Schlaf-Apps hinausgeht.

Sense sendet Schlafzimmerdaten ans Smartphone

„Sense ist ein einfaches System, das Ihr Schlafverhalten kontrolliert, die Umgebung in Ihrem Schlafzimmer überwacht und dabei gleichzeitig die Alarm-Weckfunktion völlig neu erfindet“, beschreibt Proud sein kleines Schlaflabor. Er und sein Team hätten bei der Entwicklung größten Wert auf eine einfache Handhabung gelegt, sagt der Computeringenieur, der in Kalifornien die Firma Hello gegründet hat. Dort hat er rund 20 Mitarbeiter beschäftigt, darunter Ingenieure und Produktdesigner. Sie haben die zahlreichen Funktionen von Sense in eine stylische Hülle verpackt.

Was kann das Hightech-Schlaflabor? Sense besteht aus einem rundlichen Sensor, der vom Nachttisch aus Umwelteinflüsse in der unmittelbaren Schlafumgebung registriert. Er sammelt Daten zur Lautstärke, zur Helligkeit und Luftfeuchtigkeit sowie zur Pollen- und Hausstaubbelastung. Die Informationen werden ausgewertet auf das Smartphone des Nutzers geschickt – zusammen mit Verbesserungsvorschlägen.

Im Sensor sind auch Lautsprecher eingebaut, über die der Nutzer beim Einschlafen zum Beispiel das Geräusch leichten Regens hören kann. Aber auch das sogenannte Weiße Rauschen hat Sense im Programm, mit dem andere Störgeräusche überlagert und subjektiv als weniger laut empfunden werden.

Wecker geht nur in einer Leichtschlafphase los

Ein kleiner Sensor wird ans Kopfkissen geklemmt und registriert von dort aus über einen integrierten sechsachsigen Bewegungs- und Beschleunigungsmelder den Einschlafzeitpunkt und wie oft und intensiv sich der Schlafende im Bett bewegt. Die Daten werden über Bluetooth an Sense übermittelt. Auch einen zweiten Sensor für den Partner kann das System erkennen und separat auswerten.

Die App zeigt unter anderem an, zu welcher Zeit in der Nacht ein störendes Geräusch aufgetreten ist. Dieses kann sich der Nutzer sogar anhören. 

Die App zeigt unter anderem an, zu welcher Zeit in der Nacht ein störendes Geräusch aufgetreten ist. Dieses kann sich der Nutzer sogar anhören. 

Foto: Hello

Geweckt wird bei Sense über den Smart Alarm. Der Sensor am Kopfkissen erkennt, in welcher Schlafphase sich der Nutzer befindet. Hat er den Wecker zum Beispiel auf neun Uhr gestellt, würde sich aber eine Viertelstunde früher in einer Leichtschlafphase befinden, käme das Wecksignal bereits dann. So soll vermieden werden, dass der Schlafende aus einer Tiefschlafphase gerissen wird.

Für einen perfekten Schlaf gibt es 100 Punkte

Die gesammelten Daten lassen sich über die Sense-App auf dem Smartphone einsehen. Korrelationen zwischen dem Schlafrhythmus und äußeren Einflüssen lassen sich auf diese Weise entdecken. Insbesondere für Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, könnten die Informationen hilfreich sein. Vielleicht ist es zu hell im Schlafzimmer, oder die Pollenbelastung ist zu hoch. Eventuell wird man auch vom eigenen Schnarchen oder anderen Geräuschen gestört.

Aus den gesammelten Daten haben die Entwickler ein Punkte-System entwickelt, das den Schlaf verbessern soll. Läuft alles perfekt in der Nacht, von der Zimmertemperatur bis zum eigenen Schlafzyklus, zeigt Sense maximal 100 Punkte an. Punktabzug gibt es hingegen für alles, was den Schlaf gestört hat. Seinen Punktestand der vergangenen Nacht kann der Nutzer detailliert einsehen und so eventuell problematische Muster erkennen und beeinflussen. 

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