Vereinheitlichte Smart Homes 16.07.2014, 12:33 Uhr

Google und Samsung entwickeln Weltstandard für das Internet der Dinge

Rollläden und Waschmaschinen lassen sich im Smart-Home-Universum schon längst per Smartphone aus der Ferne steuern. Noch einfacher wäre die Bedienung, wenn Hersteller einen gemeinsamen Kommunikationsstandard nutzen könnten. Das nimmt Google jetzt gemeinsam mit Samsung in die Hand.  

Nicht mehr nur Computer und Smartphones sind ans weltweite Datennetz angeschlossen, sondern alle möglichen Geräte – von der Kaffeemaschine bis zur Waschmaschine. Was fehlt, ist ein weltweiter Kommunikationsstandard. 

Nicht mehr nur Computer und Smartphones sind ans weltweite Datennetz angeschlossen, sondern alle möglichen Geräte – von der Kaffeemaschine bis zur Waschmaschine. Was fehlt, ist ein weltweiter Kommunikationsstandard. 

Foto: dpa/Britta Pedersen

Wer auf den französischen Hersteller Somfy vertraut, kann während des Urlaubs auf Ibiza morgens die heimischen Rollläden hochfahren und abends wieder runter, um Einbrecher abzuschrecken. Das geht ganz einfach mit dem Smartphone oder einem Tablet-PC. Der Essener Energieversorger RWE bietet mit SmartHome einen ähnlichen Service an, auch Bosch und Siemens präsentieren gerade die ersten Haushaltsgeräte, die mit dem eigenen Standard HomeConnect per Smartphone steuerbar sind. Das Problem: Jeder Hersteller hat seinen eigenen Standard, der gar nicht oder nur begrenzt Produkte der Konkurrenten berücksichtigt.

Zertifizierung des Standards ist für 2015 angestrebt

IT-Gigant Google will jetzt das Kommando über Waschmaschinen, elektrische Garagentore, Ladegeräte für Elektroautos und Alarmanlagen übernehmen. Dazu hat sich der Thermostatehersteller Nest, den Google im Januar für 3,2 Milliarden US-Dollar übernommen hat, mit dem südkoreanischen Elektronikriesen Samsung und einigen anderen kleineren Unternehmen zur Gemeinschaft Thread zusammengetan. Ihr Ziel ist die Entwicklung eines Kommunikationsstandards, der für alle Hersteller offen ist, die internetfähige Geräte für den Heimbereich anbieten. Für 2015 ist eine Zertifizierung angestrebt.

Der neue Standard würde zwei anderen Standards in ihrer Entwicklung Konkurrenz machen: dem Open Interconnect Consortium (OIC) von Intel, Dell und Samsung sowie der AllSeen Alliance der Linux Foundation. Mit zwei mächtigen Konzernen an der Spitze hätte er Branchenexperten zufolge gute Chancen, sich durchzusetzen.

Internet der Dinge erreicht 2020 ein Marktvolumen von 1,9 Billionen US-Dollar

Das auf Informationstechnik spezialisierte Marktforschungsunternehmen Gartner erwartet einen gigantischen Boom des Internets der Dinge: 2020 soll der Weltmarkt ein Volumen von 1,9 Billionen US-Dollar erreichen. Während manche Funktionen verzichtbar erscheinen, ist eine extrem wichtig: Große Stromverbraucher in Privathaushalten, aber auch in Betrieben, können sich gezielt dann einschalten, wenn besonders viel Strom von Windenergie- und Photovoltaikanlagen erzeugt wird, sodass er nicht verlorengeht.

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