Intelligente Gebäudetechnik 20.04.2012, 11:58 Uhr

Gebäudeautomation wird smart und dialogfähig

Der Markt der Gebäudeautomation befindet sich im Wandel. Angesichts der gestiegenen Komplexität hat sich neben den klassischen Unternehmen ein Spezialistentum entwickelt. Die Intelligenz der Gebäudetechnik steigt, wie auch die Anforderungen an einen energieeffizienten Betrieb. So sieht die Branche große Wachstumschancen.

Die Intelligenz von Gebäudetechnik steigt stetig an.

Die Intelligenz von Gebäudetechnik steigt stetig an.

Foto: Schukat

„Die Gebäudeautomation hat weltweit, insbesondere im Bereich kommerzieller Gebäude, einen Siegeszug hinter sich“, berichtet Peter Hug, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Automation + Management für Haus + Gebäude. Für Deutschland rechnet die Branche denn auch mit einer weiterhin stabilen Entwicklung. War der Umsatz in 2011 bereits um 2,7 % gestiegen, so soll er in diesem Jahr sogar um 3 % auf dann rund 1,5 Mrd. € wachsen.

In den vergangenen zehn Jahren hat die Branche einen enormen Wandel vollzogen, erklärt Hug. Das klassische Unternehmen der Gebäudeautomation hat Hardwarekomponenten gebaut und diese mit Software zum System verknüpft, um ein möglichst hohes Maß an Komfort bei gleichzeitiger Energieeffizienz zu erzielen. Im Zuge gehobener Komplexität der Materie sowie stark zurückgegangener Preise je Datenpunkt entwickelte sich dann ein höheres Maß an Spezialistentum.

Heute seien zahlreiche Spezialanbieter und Systemhäuser am Markt, erläutert Hug. „Die Branche ist so komplex wie ihre Aufgabe im Gebäude.“ Bereinigt man den Branchenumsatz statistisch um alle neu dazugekommenen Spieler im Markt, dann ergibt sich real eine stabile, leicht positive Tendenz. Schätzt man das gesamte Volumen unter Berücksichtigung aller Anbieter, dürfte sich der Markt der Gebäudeautomation in den vergangenen zehn Jahren um real über ein Drittel erhöht haben.

Intelligente Gebäudetechnik macht Gebäudeautomation smarter

„Die Intelligenz der Gebäudetechnik hat sich stark erhöht“, bekräftigt Hug. Dabei falle auf, dass die Tendenz zu immer mehr dialogfähigen Komponenten geht. Die Zahl der Nervenbahnen, Knoten und zentralen Leitzentren habe zugenommen. Gleichzeitig hätten sich Kommunikationsstandards wie BACnet, LON oder KNX gegenüber proprietären Systemen deutlich durchgesetzt.

Marktchancen erwartet Hug aus den Energiesparzielen in Richtung Null- und Plusenergiehaus, aus den Entwicklungen im Bereich Smart Grid und aus dem Einzug der Gebäudeautomation auch in den privaten Sektor, wo eine Konvergenz der Technologien (braune Ware, weiße Ware und Gebäudetechnik) zu beobachten ist. Insoweit dürfte sich noch ein deutliches Wachstumspotenzial ergeben, das über die nächsten zehn Jahre durchaus real noch einmal 30 % ausmachen dürfte, schätzt Hug. „Dabei wird der Wert einzelner Komponenten weiter deutlich sinken.“

Hohe Potenziale zur Energieeinsparung bieten Bestandsbauten. „Aufgrund der seit Jahren rückläufigen Anzahl an Neubauvorhaben ist die Sanierung bestehender Gebäude und Anlagen ein wichtiger Hebel zur Minderung des Einsatzes fossiler Brennstoffe“, erklärt Günther Mertz, Hauptgeschäftsführer des BHKS (Bundesindustrieverband Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik/Technische Gebäudesysteme). Neben der Dämmung stehen hierbei auch die Anlagentechnik zur Beheizung, Klimatisierung und Warmwasserbereitung sowie der Einsatz erneuerbarer Energien im Fokus.

Smarte Gebäudeautomation kann Energieverbrauch senken

Die Kombination verschiedener Erzeugersysteme (Wärme und Kälte) in einem Gebäude, wie konventionelle Heiztechnik, Biomasseheizung, Wärmepumpen, Solarthermie oder Kraft-Wärme-Kopplung, machen es zwingend erforderlich, diese Systeme in Abhängigkeit zueinander zu betreiben, betont Mertz. „Für einen energieeffizienten Betrieb der Anlagen und Gebäude ist daher deren regelungstechnische Verknüpfung unerlässlich.

Erst mit dem Einsatz moderner Automationssysteme ist es möglich, die Anforderungen des Nutzers an das Raumklima bei minimalem Energieeinsatz zu jeder Zeit sicherzustellen.“ Auch für ein Energiemonitoring seien Gebäudeautomation und insbesondere Gebäudeleitsysteme unverzichtbar.

Der Einsatz von Automationssystemen bei Nichtwohngebäuden ist schon lange Standard, und wird künftig auch im Wohngebäudesektor verstärkt Verwendung finden müssen. „Null- oder gar Plusenergiehäuser werden ohne komplexe Anlagentechnik und deren intelligente Steuerung nicht möglich sein“, erläutert Mertz. „Durch die Verwendung von Mobilfunktechnologien oder des Internets wird der Nutzer zukünftig mithilfe des Smartphones jederzeit über sein Gebäude und die Anlagentechnik informiert sein. Status- und Verbrauchsdaten können abgefragt, Sollwerte angepasst oder Betriebszeiten zu jeder Zeit und von jedem Ort aus geändert werden. Erste Applikationen für diese Art der Kommunikation mit dem eigenen Gebäude sind bereits verfügbar.“

So bietet EWE Energie seinen Kunden ein „Sparpaket Heizung“ an. Sie können damit ihre Heizkörper vom Rechner aus oder mobil über das Smartphone fernsteuern und ihre Raumtemperatur individuell programmieren. „Die Kunden merken schnell, dass die Handhabung relativ einfach ist und viel Komfort mit sich bringt“, berichtet Produktentwickler Frank Oeljeschläger. Voraussetzung für eine erfolgreiche Installation ist ein DSL-Router und eine permanente Internetverbindung.

Auch die „Cloud“ wird bei der Gebäudeautomation eingesetzt

Die aus der Datenverarbeitung bekannte „Cloud“ findet bereits ihren Platz in der Gebäude-Bewirtschaftung: So verbindet z. B. Honeywell eine Cloud-basierte Technologie mit dem Gebäudemanagement. „Gebäudesysteme und -anlagen können pro Jahr um bis zu 5 % an Leistung z. B. durch Verschleiß und mangelhafte Wartung einbüßen – dadurch steigen Energie- und Betriebskosten immer weiter“, erläutert Paul Orzeske, Präsident von Honeywell Building Solutions. Auf Basis von Betriebsdaten, die über das Internet in den Rechenzentren von Honeywell erfasst werden, erarbeiten Experten Optimierungsmaßnahmen, die den Energieverbrauch von Gebäuden um bis zu 20 % senken sollen.

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