Haussteuerung 27.04.2012, 11:57 Uhr

EE-Bus lässt Smart Home und Smart Grid kommunizieren

Die Verknüpfung des Smart Grid mit dem Smart Home steht vor dem Durchbruch. Führende Hersteller von Technologien im Haus haben eine Initiative gegründet, um eine durchgängige Kommunikation vom Smart Meter bis zum Hausgerät voranzutreiben. Ziel ist es, den sogenannten EE-Bus als offenen Standard weltweit zu etablieren.

Führende Hersteller wollen Smart Home und Smart Grid verknüpfen.

Führende Hersteller wollen Smart Home und Smart Grid verknüpfen.

Foto: Vodafone D2 GmbH

Peter Kellendonk hat es geschafft. Rund zwei Jahre Überzeugungsarbeit hat es den Chef des gleichnamigen Kölner Technologieentwicklers gekostet, um Firmen aus möglichst allen Technologiebereichen im Haus für sein Projekt zu gewinnen. Anfang der Woche haben 14 führende Unternehmen der Hausgeräte- und Heizungsbranche zusammen mit Anbietern von Gebäude-Automationstechnik, einem Energieversorger und dem Normungsgremium des VDE auf dem Smart-Grid-Forum der Hannover Messe die Gründung der EE-Bus-Initiative bekannt gegeben.

Der Elektroingenieur, der mit seinem Unternehmen auf Dienstleistungen für die Entwicklung und Fertigung neuer Technologien spezialisiert ist, hat die Software für den EE-Bus im Rahmen des von den Bundesministerien für Wirtschaft (BMWi) und Umwelt (BMU) geförderten und 2008 gestarteten E-Energy-Projektes entwickelt. Mit dem EE-Bus können über eine Kommunikationszentrale im Haus künftig alle Geräte im Haus gesteuert werden, egal ob ihr Kommunikationsprotokoll auf KNX, IP-Schnittstellen oder Zigbee aufsetzt. „Über die Schnittstelle werden die Daten aus der sogenannte Feldbusebene mit Daten des Smart Meters sowie mit Informationen aus dem Internet zusammengeführt, übersetzt und für eine energiepreisoptimierte sowie komfortorientierte Steuerung des Hauses genutzt“, erläutert Kellendonk.

Mit dem EE-Bus sind Smart Home und Smart Grid steuerbar

Der EE-Bus sei die Verbindung von Bestehendem und Neuem, sagt Bernhard Thies, Sprecher der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) im DIN und VDE und Gründungsmitglied des EE-Bus-Vereins. Als Kommunikationsschnittstelle integriere er die gesamte Wertschöpfungskette zwischen den unterschiedlichsten Geräten in Haushalt und Industrie. „Der EE-Bus ist allerdings kein Bus im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein Vernetzungskonzept“, so Thies. Er verknüpfe die Energiewirtschaft mit intelligenten Abnehmern und vernetze hierfür unterschiedlichste Technologien.

Hintergrund der Bemühungen um einen reibungslosen Datenaustausch zwischen dem Smart Meter und den Stromverbrauchern im Haus ist das Ziel, das schwankende Angebot von regenerativen Energien im Stromnetz besser ausgleichen zu können. Kühlgeräte, Wärmepumpen oder Trockner sollen dazu genutzt werden, um Verbrauchs- und Produktionsspitzen im künftigen Stromnetz auszugleichen. Verknüpft mit dem Smart Grid der Zukunft, könnten Geräte im Haus – so der Plan – nicht nur vom Computer des Bewohners, sondern auch von außen – vom Stromversorger – gesteuert werden.

Bislang ist das nicht möglich. Es gibt zwar eine Vielzahl von unterschiedlichen und zum Teil konkurrierenden Standards für die Hausvernetzung, doch es gibt keine Lösung, mit der es möglich wäre, das Verhalten und die Aktivitäten eines Teilnehmers in einem intelligenten Stromnetz zu erkennen und zu steuern. Es gibt zwar einzelne Initiativen, die einen Datentransport ermöglichen sollen. Sie sind jedoch unterschiedlich weit gediehen, oft untereinander nicht kompatibel und können nicht mit dem Smart Meter Daten austauschen.

Miele setzt in Zukunft auf den EE-Bus

Das soll der EE-Bus ändern. Die Offenheit des Konzepts ist ein wesentliches Argument, mit dem es Kellendonk gelungen ist, selbst Firmen wie Miele für seine Idee zu gewinnen. Der Hausgerätehersteller gehört zu den Pionieren der Hausvernetzung. Quasi vorausschauend hat Miele bereits vor zwei Jahren in ihre neuesten Hausgeräte bereits Schnittstellen eingebaut, über die diese sowohl innerhalb des Hauses als auch von außen gesteuert werden könnten.

Der Gütersloher Hersteller gehört auch zu den Firmen, die sich bei der Kommunikationsplattform Qivicom der Telekom engagieren. Diese und der EE-Bus seien keine konkurrierenden Systeme, sagt Peter Hübinger, Leiter der Miele-Werks Electronic: „Wenn sich der EE-Bus als Standard durchsetzt, gehe ich davon aus, dass er auch bei Qivicon integriert wird.“ Das sieht auch Holger Knöpke, Leiter Connected Home bei der Deutschen Telekom, so. Es gebe bereits Gespräche mit der EE-Bus-Initiative, bestätigte er im Gespräch mit den VDI nachrichten.

Wie viele andere Unternehmen wartet der Telekom-Riese erst einmal ab, wie sich die EE-Bus-Initiative entwickelt. Ein Stimmungsbild auf der „Light + Building“ vergangene Woche in Frankfurt zeigte, dass die Initiative von Kellendonk in der Industrie grundsätzlich auf Zustimmung stößt, viele Firmen sind jedoch genervt aufgrund der vielen unterschiedlichen Standards.

„Wir finden die EE-Bus-Initiative interessant“, sagt beispielsweise Enocean-Geschäftsführer Andreas Schneider. Da das Unternehmen seine Funktechnologie als Basis an mehr als 250 Hersteller von Gebäudetechnik liefere, überlasse es allerdings seinen Kunden, auf welche Kommunikationsschnittstelle sie bei der Energiesteuerung letztlich setzen wollten.

EE-Bus muss bekannt werden, um Smart Home und Smart Grid voranzutreiben

An Unterstützung mangelt es der EE-Bus-Idee also nicht. Wichtig sei es nun, das Konzept international bekannt zu machen, sagt DKE-Sprecher Thies. Ebenso wichtig wie die technische Standardisierung sei die Frage der Datensicherheit. „Der Austausch von Informationen zwischen Energieversorgern und privaten Haushalten muss entsprechenden Sicherheitsanforderungen genügen“, erklärt Kellendonk. Nur so könne verhindert werden, dass die „Energy Management Gateways“ zum Einfallstor für Angriffe auf die Energiewirtschaft würden.

Um die Anforderungen für den Datenschutz zu definieren, haben das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die DKE einen Arbeitskreis gegründet. Bis zum Herbst 2012 sollen die technischen Grundlagen für die Sicherheitsbeurteilung geschaffen sein. Dann könne die Politik die konkreten gesetzlichen Anforderungen formulieren, so Kellendonk.

Stellenangebote im Bereich Gebäude- und Maschinenmanagement

Fresenius Kabi Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Kabi Deutschland GmbH Stellvertretung und Assistenz der Leitung Technik (m/w/d) Neufahrn bei Freising / Nähe München
Adelholzener Alpenquellen GmbH über RAU | FOOD RECRUITMENT GmbH-Firmenlogo
Adelholzener Alpenquellen GmbH über RAU | FOOD RECRUITMENT GmbH Versorgungsingenieur/-techniker Wasserver- und -entsorgung (m/w/d) Bad Adelholzen
Energie und Wasser Potsdam GmbH-Firmenlogo
Energie und Wasser Potsdam GmbH Ingenieur / Techniker Rohrleitungs- und Anlagentechnik (m/w/d) Potsdam
steep GmbH-Firmenlogo
steep GmbH Versorgungsingenieur (m/w/d) Schrobenhausen
Allgemeines Krankenhaus Celle-Firmenlogo
Allgemeines Krankenhaus Celle Betriebsingenieur (m/w/d) Celle
Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW-Firmenlogo
Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW Ingenieure / Techniker / Meister (w/m/d) der Elektrotechnik Münster
Universitätsklinikum Düsseldorf-Firmenlogo
Universitätsklinikum Düsseldorf Sachbearbeiter/-in (m/w/d) Düsseldorf
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH Ingenieur (w/m/d) Planen und Bauen Berlin
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH Sachverständiger (m/w/d) Lüftungsanlagen Darmstadt
INEOS Phenol-Firmenlogo
INEOS Phenol Maintenance Supervisor (m/f/d) Electrical & Instrumentation (E&I) Gladbeck

Alle Gebäude- und Maschinenmanagement Jobs

Top 5 Smart Home