400 Kubikmeter pro Stunde 21.05.2014, 13:40 Uhr

Dusche mit Ganzkörperfön macht Handtuch überflüssig

Allen Duschfans, die vom Abtrocknen genervt sind, bietet sich in Zukunft eine Alternative: die Dusche Exwet mit 400 Kubikmeter pro Stunde starkem Ganzkörperfön. Hinter der Erfindung steht ein deutsches Start-up, das mit der Dusche auch die Hygiene in Krankenhäusern verbessern möchte. 

Die Dusche mit Ganzkörperfön Exwet soll den Körper in zwei Minuten trocknen. Zum Einsatz kommen 28 Düsen mit einer Luftleistung von 400 Kubikmetern pro Stunde. 

Die Dusche mit Ganzkörperfön Exwet soll den Körper in zwei Minuten trocknen. Zum Einsatz kommen 28 Düsen mit einer Luftleistung von 400 Kubikmetern pro Stunde. 

Foto: ExWet

Duschen, Haare waschen und nach zwei Minuten Lufttrocknung erfrischt aus der Kabine steigen: Die Erfindung ExWet soll nicht nur ein Luxusprodukt sein, sondern auch die Hygiene verbessern und sogar Energie sparen.

Die Grundidee ist nicht ganz neu: Eine Dusche mit Luftdüsen, die den ganzen Körper trocknen. Kein Handtuch, keine rutschigen Füße, dafür ein wohlig warmes Körpergefühl. Vorteil der Entwicklung, auf die Erfinder Dieter Stricker ein Patent angemeldet hat, soll die besondere Konstruktion der Kabine sein. Die Luftdüsen sind auf vier Ecksäulen verteilt, fallen optisch kaum auf und sorgen für eine schnelle und gleichmäßige Trocknung.

Ventilator hat Luftleistung von 400 Kubikmetern pro Stunde

In jeder Ecke sind sieben Düsen angebracht. Der Ventilator bringt eine Luftleistung von 400 Kubikmetern pro Stunde. In zwei Minuten ist nach derzeitigem Stand der gesamte Körper trocken. Die Entwickler wollen diese Leistung aber noch verbessern und suchen dafür zum einen Investoren, aber auch Ingenieure, um einen stärkeren und dennoch kleineren Ventilator bauen zu können. Denn Exwet ist keine Idee aus einem Technologieunternehmen. Patentinhaber Stricker ist Geschäftsführer von Fivegents, einer Agentur für digitales Marketing aus dem hessischen Bad Soden.

Mit dem integrierten Ganzkörperfön will das Start-up Exwet die Hygiene in Krankenhäusern verbessern. Denn dort sind besonders feuchte Handtücher idealer Nährboden für Keime und Bakterien. 

Mit dem integrierten Ganzkörperfön will das Start-up Exwet die Hygiene in Krankenhäusern verbessern. Denn dort sind besonders feuchte Handtücher idealer Nährboden für Keime und Bakterien. 

Quelle: ExWet

Es gibt bereits ein ähnliches Produkt aus den USA, das aber nach Ansicht von Stricker eine Reihe von Nachteilen hat: Da die Luft über den gesamten Rahmen der Duschkabine geleitet werde, sei der Druck in der Nähe des Gebläses deutlich höher als auf der gegenüberliegenden Seite. Auch die Wärmeverteilung sei entsprechend unterschiedlich.

Exwet funktioniert deshalb anders: Die Luftzufuhr erfolgt über Rohrleitungen jeweils durch die Ecksäulen. Der Luftstrom aus allen vier Ecken ist deshalb gleichmäßig, außerdem erwärmt sich nicht das ganze Gehäuse. Das, so die deutschen Erfinder, habe auch konstruktive Vorteile für die Kabine selbst, weil die Verbindungen der Glas- oder Kunststoffflächen nicht durch Wärme belastet würden. Außerdem sorgt das aufgesetzte Gehäuse für den Ventilator sowie eingebaute Dämpfer dafür, dass Lärm und Vibration deutlich reduziert werden.

Exwet soll Krankenhaushygiene verbessern

Das sind wichtige Aspekte für die Vermarktung, schließlich stellt sich Stricker unter anderem große Hotels als potentielle Kunden vor. ExWet soll aber nicht nur ein Luxusprodukt sein: In Krankenhäusern oder Altenheimen könne die Dusch-Trocken-Kombination eingesetzt werden, um die Hygiene zu verbessern, weil sich keine Bakterien mehr über die Handtücher ausbreiten können. Zudem sei die Lufttrocknung besonders hautschonend. Letztlich sparten die Einrichtungen durch den Wegfall der Handtuchwäsche sogar Geld und Energie, auch das Personal werde entlastet.

Potenzielle Geldgeber für die Weiterentwicklung und Serienproduktion, etwa aus den Arabischen Emiraten, hätten bereits Interesse angemeldet, sagt Stricker. Den Investoren wird eine direkte Beteiligung am Start-up angeboten.

Von Werner Grosch

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