Konsumelektronik 07.03.2003, 18:24 Uhr

Die Digitaltechnik im Haus soll assistieren statt dominieren

Menschen haben in ihrer Wohnung eine intelligente Umgebung von Geräten, die einfühlsam, personalisiert und vorausschauend reagieren. Dies ist die Vision von Walter Conrads, Chef der deutschen Philips, wie er hier erläutert.

Die Ablösung analoger Ton- und Bildverarbeitung durch Digitaltechnik in den deutschen Wohnzimmern wird in den nächsten fünf Jahren weit gehend vollzogen sein. Die Speicherung von Audio- und Videosignalen geschieht dann auf optischen Datenträgern oder Festplatten. Magnetbänder sind dann Vergangenheit. Digitaltechnik zu Hause führt darüber hinaus zu einer weiteren Entwicklung: Personalcomputer, Telekommunikation und klassische Unterhaltungselektronik verschmelzen zu neuen Gerätekombinationen und vielfältigsten Anwendungen. Die Protagonisten dieser Entwicklung streiten sich nur noch darüber, ob der PC oder der Fernseher dabei die Führungsrolle übernimmt.
Digitaltechnik macht fast alles möglich. Aber genau hier steckt auch eine Gefahr, denn wir dürfen uns heute nicht mehr allein auf technische Details und deren Machbarkeit konzentrieren, sondern müssen sehr genau die Bedürfnisse der Menschen analysieren, die diese Technologien nutzen wollen. Wirklich zukunftsweisend sind dabei immer mehr die Technologien, die uns nicht überfordern und im besten Falle Teil unseres Lebens werden, die unser Leben angenehmer machen. Dass diese Technik den Menschen auch Spaß bringen soll, versteht sich von selbst.
Wir stehen damit vor einem Paradigmenwechsel. Technik, die imponieren soll, darf zukünftig nicht mehr dominieren. Technik, insbesondere Elektronik, muss assistieren und dabei gleichzeitig unterschiedlichsten Bedürfnissen und Erwartungen gerecht werden. Ganz nebenbei soll sie dabei so gut wie unsichtbar werden. Bei Philips sprechen wir in diesem Zusammenhang von „Ambient Intelligence“ (AI). Sie soll der zukunftsweisende Weg sein, wie Menschen mit Technologie interagieren. Wir definieren AI als eine intelligente Umgebung, die auf die Anwesenheit von Menschen einfühlsam, personalisiert, anpassungsfähig und vorausschauend reagiert.
Diese intelligente technische Umgebung, beispielsweise im Haus, ermöglicht, dass neue Technologien unter anderem zur Gerätesteuerung oder zur Informationsversorgung einfach und intuitiv genutzt werden können, natürlich kabellos und mit einem Minimum an Programmierungsaufwand. „Ambient Intelligence“ wird darüber hinaus bisher unterschiedliche Systeme und Schnittstellen zu einem nahezu unsichtbaren Gesamtsystem im Haus verschmelzen. Der sichtbare Teil wird sich damit auf großformatige Anzeigen und benutzerfreundliche Steuerungsgeräte beschränken.
Diese Vision ist in Teilen schon Realität. In unserem Philips HomeLab erproben wir solche Technologien und Produkte von morgen in einer realen Umgebung. So erhalten wir die direkte Rückmeldung der Verbraucher, ob unser Technologiepotenzial marktfähig ist und ob sich unsere Vorstellungen vom „Besseren“ mit den Erwartungen der Kunden decken. Die Vision von einer intelligenten Umgebung ist jedoch nicht allein auf die eigenen vier Wände beschränkt. Auch im Krankenhaus, im Auto oder im Büro und in vielen anderen Lebensbereichen besteht der Wunsch und oftmals auch die Notwendigkeit für eine smarte, unaufdringliche und leistungsfähige Technologie.
Die Tatsache, dass wir heute so gut wie alle Informationen in digitaler Form speichern können, ist dabei eine treibende Kraft für die weitere Entwicklung. Noch sind nicht alle Möglichkeiten einer „durchgängig digitalen Prozesskette“ vollständig abgeschlossen. In vielen Bereichen gibt es noch Bruchstellen zwischen dem analogen und digitalen Prozess. Allein der Übergang vom weit gehend analogen hin zum digitalen Fernsehen bietet zahllose Möglichkeiten für Hard- und Softwareanbieter. Besonders die unklare Situation beim Rechtemanagement für digitale Bild- und Tonträger verzögert hier die Einführung neuer Technologien.
Dennoch, der Übergang in die digitale Welt ist so gut wie vollzogen. Aus unserer Sicht werden dabei drei wesentliche Technologietrends die weitere Entwicklung bestimmen:
Der Siegeszug der optischen Speicherung wie der DVD oder blauen Laser. Der weltweite Absatz von DVD-Abspielgeräten hat schon jetzt alle Marktprognosen übertroffen. Ähnliche Entwicklungen sind für die DVD-Rekorder prognostiziert. Gerade im Übergang von VHS-Bandgeräten auf den DVD-Standard zeigt sich der Übergang zur digitalen Welt besonders deutlich.
Verbesserte Konnektivität und Kompatibilität verschiedenster Endgeräte wie Fernseher, Computer, Telefon und anderer mobiler Endgeräten. Die zunehmende Konvergenz bisher konkurrierender Bereiche wie Unterhaltungselektronik und Computer wird zu ganz neuen Anwendungen führen. Ein Beleg hierfür ist das zunehmende Engagement klassischer IT- Unternehmen im Bereich der Unterhaltungselektronik und vice versa. Darüber hinaus wird die Ablösung lästiger Kabelverbindungen durch störungsfreie, breitbandige Funkverbindungen die mobile Kommunikation zwischen digitalen Endgeräten deutlich verbessern und komfortabler machen.
Das dritte Wachstumsfeld auf dem Weg zur digitalen Verarbeitungskette bilden die Technologien für hochauflösende, flache und vor allem große Displays. Hier sind inzwischen eine ganze Anzahl verschiedener Technologien zur Marktreife entwickelt worden und weitere revolutionäre Lösungen werden bereits in den Forschungslabors getestet. Dazu gehören flexible, biegsame Displays, LCOS (Liquid Crystal on Silicon) oder so genannte „paintable Displays“, die sich wie Farbe auf ein Trägermaterial aufmalen lassen. Übrigens übernimmt auch Philips auf all diesen Gebieten umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen und gehört zu den weltweit führenden Unternehmen.
Eine zentrale Basis für derartige Zukunftsentwicklungen ist natürlich die Halbleitertechnologie. Hier sind in den letzten Jahren ebenfalls kontinuierliche Fortschritte im Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Miniaturisierung erzielt worden. Das „Moorsche Gesetz“ behält weiterhin Gültigkeit und wird den Prozess der überall verfügbaren digitalen Elektronik weiter vorantreiben. So sind wir heute bereits in der Lage, winzige Chips beispielsweise in Papierdokumenten wie Fahrscheinen oder Flug-Gepäcklabels unterzubringen. Eine Integration in Geldscheine ist ebenfalls denkbar. Mit Hilfe einer integrierten Antenne sind die darauf gespeicherten Informationen mühelos abrufbar. Diese Beispiele zeigen: Die Anwendungsgebiete moderner Mikroelektronik sind nahezu unbegrenzt. Medizintechnik, Umweltschutz, Logistik und Transport, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation sind nur einige Schlüsselmärkte.
Mikroelektronik ist in der Lage, uns in vielen Lebensbereichen positiv zu unterstützen. Neben den genannten Anwendungsgebieten findet sich noch eine Vielzahl völlig neuer Bereiche, in der die Mikroelektronik eine wichtige Rolle spielen wird. Solche High-Tech-Märkte sind gewöhnlich durch hohes Innovationspotenzial, Komplexität und Tempo gekennzeichnet. Immer häufiger sind diese gar nicht mehr aus eigener Kraft zu erschließen. Wer hier erfolgreich sein will, muss bereit sein, starke Partnerschaften mit anderen Unternehmen einzugehen und damit Know-how, Risiken und letztlich auch den Erfolg zu teilen. Gemeinsam lassen sich auf diesem Weg Märkte erschließen, die man allein nie erreichen könnte. Mit dem Computerhersteller Dell, der Sportartikelmarke Nike oder dem Kaffeeröster Douwe Egberts hat Philips beispielsweise neue interdisziplinäre Marktkenntnisse und Kompetenzen erworben, die der Wettbewerb so nicht hat. Diese Partnerschaften sind heute unverzichtbar.
Selbstverständlich benötigen Technologieunternehmen aber auch weiterhin einen starken internen Innovationsgenerator. Dies ist üblicherweise die Forschung und Entwicklung. Gerade in Unternehmen mit einem breiten Produktspektrum, zahlreichen Technologiefeldern und verschiedenen Unternehmensbereichen lassen sich durch bereichsübergreifende Innovationsentwicklungen große Schätze heben.
Unternehmen, die darüber hinaus die Fähigkeit besitzen, flexibel und schnell auf permanent veränderte Märkte und Rahmenbedingungen zu reagieren, haben einen entscheidenden Vorteil: Sie sind nicht länger nur Teilnehmer existierender Märkte, sondern schaffen auch ganz neue Märkte und Produkte. WALTER CONRADS

Von Walter Conrads

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