Messen 14.01.2005, 18:36 Uhr

Das vernetzte Wohnzimmer überfordert den Verbraucher

VDI nachrichten, Las Vegas, 14. 1. 05 – Auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hatten alle großen Anbieter wohnhausähnliche Räume aufgebaut, um darin ihre neuen Heim-Mediennetze zu präsentieren. Doch die Besucher waren viel mehr an schicken neuen Komponenten interessiert als an inkompatiblen Netzen, deren Nutzen noch zweifelhaft ist.

Symbolischer konnte die diesjährige CES nicht eröffnet werden, als mit dem Versagen von Microsofts Medienlandschaft während der Keynote von Bill Gates.
Der Microsoft-Gründer plauderte aus einem bequemen Fernsehsessel heraus seine Eröffnungsrede im Dialog mit dem in den USA berühmten Fernsehmoderator Conan O“Brien. Mit einer neuen universellen Fernbedienung wollte er eine Diashow auf dem TV-Monitor starten. Doch allen Versuchen zum Trotz: Der Monitor blieb dunkel.
Dass später auch noch die Vorbereitung für ein Autorennen zwischen den beiden Stars abstürzte, wurde schon fast als normal hingenommen. Doch mit diesen beiden Pannen wurde allen Technikverliebten schlagartig klar, wie sehr die neuen hoch gepriesenen Medienlandschaften noch in den Kinderschuhen stecken.
Bill Gates sprach in seiner gestellten Talkshow über den zukünftigen „digitalen Lifestyle“, bei dem beispielsweise die in der Wohnung aufgenommenen Digitalbilder sofort drahtlos an den Mediaserver übertragen werden und unmittelbar danach von jedem beliebigen Ausgabegerät abgerufen werden können, inklusive dem Internet, dem Handy oder sogar dem Display am Kühlschrank oder an der Waschmaschine. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass alle Geräte Microsofts Software einsetzen und über ein einheitliches Netz verbunden sind.
Doch gerade daran mangelt es derzeit. IBM, Intel, HP, Panasonic, LG, D-Link und viele andere bieten bereits die unterschiedlichsten Netzwerke für die Verknüpfung der Hauselektronik an, doch das einzig Gemeinsame ist bislang deren Inkompatibilität. Dabei sind die Standardisierungshürden nicht nur technischer Natur. Hollywood hat noch erhebliche Copyright-Bedenken bei diesen Netzen, da diese auch zum illegalen Filmsharing übers Internet oder übers Mobilfunknetz missbraucht werden könnten.
Das alles hat bislang das breite Publikum von solchen Highend-Netzlösungen fern gehalten. Nach einer Untersuchung des US-Verbandes Consumer Electronics Association (CEA) planen nur 29 % der Amerikaner die Anschaffung eines Digitalen Media Servers DMS in den nächsten fünf Jahren.
So galt das diesjährige Besucherinteresse mehr den einzelnen Komponenten oder einfach „coolen“ neuen Minigeräten, wie der wasserdichten Kamera von Pentax, dem ebenfalls „schnorchelfesten“ MP3-Player von Oregon Scientific oder den neuen Aibo-Konkurrenten Robopet und Roboraptor.
Der deutsche Audiospezialist Sennheiser stellte unter anderem den neuen 900-MHz-Highend-Kopfhörer RS 130 vor, für den das Unternehmen mit einem der begehrten „Best of Show“-Awards ausgezeichnet wurde.
Das stärkste Besucherinteresse galt jedoch den TV-Geräte-Anbietern. Die immer billiger werdenden Plasma- und LCD-Großbildschirme, die lichtstarken DLP-Projektoren und vor allem die neuen HDTV-Geräte hatten schon im vergangenen Jahr der US-Unterhaltungsbranche ein zweistelliges Umsatzplus beschert. Und das, obwohl das HDTV-Programmangebot in den USA noch sehr mager ist. Selbst die modernen DVR-Serviceprovider wie TiVO bieten bislang nur konventionelle Aufzeichnungen an.
Die riesigen Shows mit den großen Rückprojektionsleinwänden auf den Messeständen und das laute multimediale Durcheinander in den Hallen richtete sich immer stärker an den Endverbraucher. Gary Shapiro, Chef des veranstaltenden Verbandes CEA, bestätigte das auch gleich zu Beginn der CES: „Hier geht es um Consumer-Produkte“, sagte er klipp und klar in seiner Eröffnungsrede, was nicht nur auf Zustimmung stieß. „Die CEA muss aufpassen, dass die bereits einsetzende T-Shirt-Verteilung an den Ständen nicht zu einer ‚Comdexisierung“ der CES führt“, meint George Drassel, IT-Consultant aus Boston.
Für ihn und andere IT-Profis gab es in den Messehallen kaum Produkte. Trotzdem sieht er erheblichen Nutzen für die IT-Welt der Unternehmen: „Diese Massenmärkte senken die Preise von professionellen Komponenten und machen viele Entwicklungen überhaupt erst wirtschaftlich sinnvoll“, gibt er als Erklärung für seinen CES-Besuch an.
Seiner Ansicht nach ist zum Beispiel WLAN ohne Massenmarkt niemals rentabel. Auch USB- und Flash-Speicher verdanken ihre massiven Preisstürze den privaten Audio- und Bild-Anwendungen, Festplatten in Videorekordern und Spielkonsolen machen Storage- grid-Anwendungen preiswerter. Selbst LCD-Computerbildschirme wären immer noch der Chefetage vorbehalten, gäbe es nicht einen Boom bei den digitalen LCD-Fernsehern.
Viele CE-Anwendungen werden seiner Ansicht nach inzwischen erst für den privaten Unterhaltungsmarkt entwickelt und finden später ihren professionellen Einsatz in der Unternehmens-IT, etwa zur multimedialen Vernetzung kleiner Workgroups.
„Der Trend dreht sich eindeutig um. Früher kam der Consumer in den manchmal zweifelhaften Genuss von Abfallprodukten aus der Verteidigung oder anderen Hightech-Branchen, heute kommen die Profis in den Genuss von preiswerter Standardmassenware zur Lösung neuer Aufgaben“, sagte Harry Blout, Analyst bei Lehman Brothers, auf dem parallel laufenden Kongress der CES.
Mit diesen neuen Anwendungen sind aber auch neue Anforderungen an das IT-Personal verbunden. Multimediadesign ist nicht mehr ein exotisches Berufsbild der Filmstudios in Hollywood, sondern erobert auch immer stärker mittelständische Unternehmen. Die nutzen solche Anwendungen für ihre Webseite, fürs Intranet, für Demo-CDs oder für die Produktspezifikation mit ihren Lieferanten.
HARALD WEISS

Von Harald Weiss

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