Agritechnica in Hannover 12.11.2015, 15:35 Uhr

Schlauer als der Bauer: Fünf ausgezeichnete Neuheiten

Mehr als 300 Neuheiten haben die Aussteller auf der Agritechnica in Hannover angemeldet. 49 davon wurden von einer Fachjury ausgezeichnet – fünf der interessantesten Produkte aus der Siegerliste stellen wir vor.

Die Landwirte sind los: Bereits mehr als 200.000 Besucher waren bereits in Hannover auf der Agritechnica 2015. Jeder vierte von ihnen ist aus dem Ausland angereist. Zu sehen gibt es allein 311 Neuheiten. 

Die Landwirte sind los: Bereits mehr als 200.000 Besucher waren bereits in Hannover auf der Agritechnica 2015. Jeder vierte von ihnen ist aus dem Ausland angereist. Zu sehen gibt es allein 311 Neuheiten. 

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Agritechnica in Hannover ist die weltgrößte Messe für Landwirtschaftstechnik (LINK). Ein Innovationskomitee prämiert jedes Jahr die besten Neuheiten. Fünf Gold- und 44 Silbermedaillen wurden diesmal vergeben. Teils geht es um Entwicklungen, die dem Laien einfach mal gar nichts sagen – oder was verbirgt sich wohl dahinter: „Der neue Doppelknoter von Rasspe besitzt keine Knüpferscheiben mehr, sondern zwei Knoterhaken. Die kompakte Bauweise erlaubt den Einbau von bis zu acht Knotern auf 1,20 m Presskanalbreite.“

Schön für den, der es braucht. Es geht dabei übrigens um eine Maschine, die gepresste Ballen zusammenbindet. Andere Entwicklungen sind aber schon leichter nachvollziehbar. Fünf davon, die mit Gold oder Silber ausgezeichnet wurden, stellen wir vor:

1. Der selbstlernende Traktor

Der Begriff „Vorgewendemanagementsystem“ klingt natürlich auch erst einmal sperrig. Es geht aber einfach darum, wie der Fahrer etwa mit einem Mähdrescher am Feldrand (Vorgewende) optimal manövriert. Man will ja möglichst wenig Platz verschenken, und das bei immer größer werdenden Maschinen.

Mit dem iTec AutoLearn von John Deere lernt der Traktor immer dazu, merkt sich wiederholte Manöver und schlägt vor, diese zu automatisieren. 

Mit dem iTec AutoLearn von John Deere lernt der Traktor immer dazu, merkt sich wiederholte Manöver und schlägt vor, diese zu automatisieren. 

Foto: John Deere

Das Unternehmen John Deere hat nun das „iTec AutoLearn“-entwickelt. Wenn der Fahrer drei Mal dasselbe Manöver gefahren ist, dann schlägt das System ebendieses als automatischen Ablauf vor. Ein Knopfdruck genügt, um den Ablauf zu speichern. Durch die präzise Wiederholung soll die Effizienz gesteigert und Zeit gespart werden.

2. Die 360-Grad-Kamera

Ebenfalls an John Deere ging eine Silbermedaille für die 360-Grad-Überwachung rund um eine Landmaschine, die mit dem neuen Kamerasystem möglich wird. Der Einsatz von vier Kameras mit jeweils extremer Weitwinkeloptik ermöglicht die Rundum-Beobachtung, sogar eine Draufsicht von oben wird damit möglich. Der Fahrer soll damit sicherer und präziser steuern können, außerdem werden Hindernisse besser erkannt.

Mit der 360-Grad-Kamera von Deere hat der Traktorfahrer den Rundumblick und sieht somit Hindernisse besser und kann sicherer und präziser steuern 

Mit der 360-Grad-Kamera von Deere hat der Traktorfahrer den Rundumblick und sieht somit Hindernisse besser und kann sicherer und präziser steuern 

Foto: John Deere

3. Präzision auch in der Nacht

Amaspot ist ein intelligentes Sensor-Düsen-System der Firma Amazone, mit dessen Hilfe die Menge an Pflanzenschutzmitteln, die ausgebracht wird, um bis zu 80 % reduziert werden kann. Die Sensoren können kann grüne Pflanzen vom Boden unterscheiden und punktgenau Herbizide aufbringen. Das System soll auf den Quadratzentimeter genau arbeiten, und das nachts ebenso gut wie tagsüber und sogar bei Geschwindigkeiten der Landmaschine bis zur 20 km/h.

Mit dem intelligenten Sensor-Düsen-System der Firma Amazone können bis zu 80 % Pflanzenschutzmittel eingespart werden.  

Mit dem intelligenten Sensor-Düsen-System der Firma Amazone können bis zu 80 % Pflanzenschutzmittel eingespart werden.  

Foto: Amazone

4. Beacon – der ständige Begleiter

Ein Beacon ist ein kleiner Bluetooth-Sender für den Nahbereich. Mit dieser Technik lässt sich beispielsweise die Produktionskette eines Lebensmittels lückenlos nachvollziehen. Die Firma Fliegl hat für ihren neuen „Tracker“ jetzt eine Auszeichnung erhalten. Der kann zum Beispiel an einem Mähdrescher angebracht werden. Jedes weitere Transportfahrzeug – alle mit Beacons ausgestattet – übermittelt seine Kennung an das vorige. So kann der Ablauf vom Acker bis zum Silo, aber auch darüber hinaus nachvollzogen werden.

Der Beacon zur Fahrzeugerkennung von Flieg.l 

Der Beacon zur Fahrzeugerkennung von Flieg.l 

Foto: Fliegl

5. Riesenmaschinen in Formationsfahrt

Man kann sich das Problem vorstellen: Der Bauer sitzt auf einem riesigen Trecker, hinten dran hängt ein Gespann, in das die zerkleinerten Pflanzen während der Fahrt zielgenau und ohne Verluste vom parallel fahrenden Häcksler eingestreut werden sollen.

Das Active Fill Control Sync von John Deere ermöglicht eine automatische Wagensynchronisation. 

Das Active Fill Control Sync von John Deere ermöglicht eine automatische Wagensynchronisation. 

Foto: John Deere

Ein System von John Deere steuert diesen Prozess nun automatisch: „Das Active Fill Control Sync nutzt die Positionsdaten von Häcksler und nebenherfahrendem Schlepper, erfasst gleichzeitig Wagenkontur und Füllhöhe und steuert über die Kommunikation zwischen den Maschinen den nebenherfahrenden Schlepper autonom. Sind alle Fahrzeuge mit GPS ausgestattet, ist eine automatische Wagensynchronisation durch die Optimierung der In-Feld-Logistik möglich“, wirbt der Hersteller.

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