Costa Concordia 13.01.2014, 12:34 Uhr

Zwei Jahre nach der Havarie: Unglücksschiff soll im Juni endlich abgeschleppt werden

Heute vor genau zwei Jahren rammte das Luxus-Kreuzfahrtschiff Costa Concordia in einen der Ferieninsel Giglio vorgelagerten Felsen. 32 Menschen starben bei dieser Havarie in der italienischen Toscana. Noch immer liegt das Pannenschiff vor der Insel. Im Juni soll es endlich abgeschleppt werden.

Schwer beschädigt, aber aufgerichtet wartet das Wrack der Costa Concordia auf seine letzte Reise – zur Verschrottung.

Schwer beschädigt, aber aufgerichtet wartet das Wrack der Costa Concordia auf seine letzte Reise – zur Verschrottung.

Foto: Wikimedia

Es war ein Freitag, der 13. vor genau zwei Jahren. Der Kapitän der 114.500 Tonnen schweren, 290 Metern langen und 35,5 Meter breiten Costa Concordia war dicht an der Insel vorbeigefahren, um dort einen alten Kollegen, einen ehemaligen Costa-Kapitän, grüßen zu können. Zu dicht. Bei seinem Grußmanöver, Verneigung genannt, wurde das Kreuzfahrtschiff auf einer Länge von 70 Metern an der Backbordseite aufgeschlitzt. 32 Menschen kostete die Aktion das Leben.

Prozession von der Kirche Giglios zur Hafenmole

Zwei Jahre nach dieser Schreckensnacht soll am heutigen Montag um 21.45 Uhr genau zur Stunde des Unglücks eine Prozession von der Kirche Giglios aus starten. „Sie endet dann an der Hafenmole, wo wir eine Gedenktafel für die Opfer aufgestellt haben, mit einem Gebet“, sagte Bürgermeister Sergio Ortelli. Dieses Gedenken an den schwarzen Freitag vor zwei Jahren wird mit Sichtkontakt auf das havarierte Schiff beginnen. Denn die Pläne, die Costa Concordia schon vorher wegzuschleppen, sind alle gescheitert. Erst im September ist es einem Team um den südafrikanischen Bergungsspezialisten Nick Sloane als Leiter der Bergungsunternehmen „Titan“ und „Micoperi“ gelungen, das Riesenschiff mit der Riesenschlagseite aufzurichten. Ein riskantes Manöver: Die Costa Concordia hätte an den Kräften, die an dem geschundenen Rumpf zerren, zerbrechen können.

„Die nächsten Touristen werden das Schiff nicht mehr sehen“

Seit September ruht nun der gestrandete Wal vor Giglio auf einer gigantischen künstlichen Plattform und wartet auf seinen vorsichtigen Abtransport. Der soll im Juni endlich Wirklichkeit werden. „Wir bestätigen den Zeitplan“, erklärte Franco Gabrielli, Leiter des italienischen Zivilschutzes am vergangenen Freitag in Rom im Beisein von Michael Thamm, deutscher Vorstandschef der italienischen Reederei Costa Cruises, die Eignerin der Costa Concordia ist.

„Die nächsten Touristen werden das Schiff vor Giglio nicht mehr sehen“, bekräftigte Italiens Umweltminister Andrea Orlando. „Triumphalismus wäre jetzt angesichts eines solch tragischen Ereignisses fehl am Platze. Aber wir sind zufrieden, in welcher Weise das ganze Problem angegangen wurde. Wir befinden uns zwar immer noch in einer delikaten Phase, doch wir können mit Genugtuung sagen, dass wir die zeitlichen Ziele eingehalten haben.“

275 Meter großes Dockschiff soll Costa Concordia abschleppen

Eine mögliche Planvariante sieht vor, dass die „Dockwise Vanguard“, das ist ein 275 Meter großes Dockschiff, ihr Ladedeck auf 20 Meter unter die Wasser-Oberfläche absenkt und das Wrack der Costa Concordia dann Huckepack nimmt und abtransportiert. Drei italienische Häfen haben sich an der Ausschreibung als Zielhafen beteiligt: Piombino, Civiavecchia und Palermo. Es ist völlig offen, welcher Hafen den Zuschlag bekommt, der Hunderte Arbeitsplätze sichern kann. Deshalb sind auch Häfen in den USA, der Türkei und China im Gespräch. „Je kürzer der Weg, desto besser“, stellt Michael Thamm aber schon mal klar. Dessen Reederei hat bislang 600 Millionen Euro für die Bergung des Kreuzfahrtschiffes bezahlt. Insgesamt wird die Bergung des Luxusliners knapp eine Milliarde Euro kosten. Die Differenz von rund 400 Millionen Euro sei Sache der Versicherungen, versichert Thamm.

Von Detlef Stoller

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