Aus dem 3D-Drucker 26.05.2016, 09:00 Uhr

Unbemanntes Fahrzeug spürt Schadstoffe in der Tiefe auf

Ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug, das im tiefen Meer Plastik und andere Schadstoffe aufspürt, haben Hamburger Ingenieure entwickelt. Und größtenteils mit Hilfe eines 3D-Druckers gebaut. Es trägt den Namen HippoCampus. 

Das autonome Unterwasserfahrzeug HippoCampus wird mit vier Motoren angetrieben und gesteuert. <strong> </strong>

Das autonome Unterwasserfahrzeug HippoCampus wird mit vier Motoren angetrieben und gesteuert.  

Foto: TUHH

Die Weltmeere sind am wenigsten erforscht – wegen der hohen Kosten und Risiken für den Menschen. Was sich also tausende Kilometer unter der Wasseroberfläche abspielt, liegt im Dunkeln. Eine große Hoffnung liegt auf der Unterwasserrobotik. Diese versucht mit neuen Entwicklungen, Licht ins Dunkel bringen.

Mit Sensoren ausgestattet

Das Institut für Mechanik und Meerestechnik an der Technischen Universität Hamburg sucht im Projekt HippoCampus nach Möglichkeiten, Schadstoffe in den Tiefen der Meere zu orten. Geleitet wird das Projekt von Professor Edwin Kreuzer und gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Ingenieure haben ein unbemanntes Fahrzeug (AUV) hergestellt, das sehr wendig und mit Sensoren ausgestattet ist. Es soll in der Tiefe Strömungsfelder analysieren und Verschmutzungsquellen abschätzen. Angetrieben und gesteuert wird der „HippoCampus“ mit vier Motoren.

Günstige Stückpreise durch 3D-Druck

Um die Kosten gering zu halten, stellen die Ingenieure die meisten Teile dieses pfeilartigen Gefährts mit dem institutseigenen 3D-Desktop-Drucker her. Die Vorteile: Das geht nicht nur schnell, sondern auch „zu einem unschlagbaren Stückpreis“, wie es in einer Pressemitteilung des Instituts heißt. Dieser Späher könnte daher im Schwarm losziehen, um etwa Schadstoffe nach einem Chemie-Unfall aufzuspüren. Die Ingenieure arbeiten weiterhin an der Optimierung des AUV, um zielgenauer zu werden.

Unterwasserfahrzeuge werden vielfach eingesetzt

Der Bedarf an Unterwasserfahrzeugen steigt. Naturwissenschaftler etwa wünschen sich robuste Geräte, mit denen sie den Meeresboden großflächig scannen können. Dort soll sich auch der Großteil des Kunststoffmülls befinden, der  immer mehr Meereslebewesen bedroht.

Auch für Ölfirmen und Rohstoffkonzerne sind autonom operierende Unterwasserfahrzeuge interessant – für die Suche nach Ölquellen oder Mineralien etwa. Übrigens ist die bisher tiefste entdeckte Stelle in einem Meer unvorstellbare 11.034 m tief. Sie liegt im Marianengraben – so heißt eine Tiefsee-Rinne im westlichen Pazifik. Im Durchschnitt sind die drei Ozeane der Erde etwa 3700 m tief. Etwa genauso hoch ist der höchste Berg Österreichs, der Großglockner. Fraunhofer Forscher haben ein U-Boot entwickelt, das in bis zu 6000 m Tiefe autonom agiert. „Dedave“ soll in Serie gehen.

Dedave: Das von Fraunhofer-Forschern entwickelte autonome Unterwasserfahrzeug wiegt nur 700 Kilo und kann bis in eine Tiefe von 6000 m abtauchen.

Dedave: Das von Fraunhofer-Forschern entwickelte autonome Unterwasserfahrzeug wiegt nur 700 Kilo und kann bis in eine Tiefe von 6000 m abtauchen.

Foto: dedave.de

Auf dem Meeresboden finden sich aber auch wahre Schätze wie Kupfer, Mangan, Gold und Silber. Um diese zu detektieren will das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) in den nächsten vier Jahren gemeinsam mit acht weiteren europäischen Partnern eine Kombination aus einem Tauchroboter und einer an Bord installierten Element-Analyse-Einheit entwickeln. Dieser kombinierte Tauchroboter sinkt hinab auf den Meeresboden und kartografiert dort den Untergrund.

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