Schiffbau 18.06.2004, 18:31 Uhr

Umwelt-Oscar für einen deutschen Avantgardisten

VDI nachrichten, Brüssel, 18. 6. 04 -Die kleine Reederei Braren aus dem schleswig-holsteinischen Kollmar erhielt bei der „Grünen Woche“ in Brüssel den „Umwelt-Oscar“ genannten Clean-Marine-Award. Damit wurde die Pionierarbeit des Reeders bei der Anwendung umweltverträglicher Technologien im Schiffsbetrieb ausgezeichnet.

Oscar-Verleihungen sind meistens ziemlich abgehoben. Das liegt daran, dass normal Sterbliche keinen Zutritt bekommen und stets nur berühmte Persönlichkeiten ausgezeichnet werden.
Eine erfrischende Abwechslung brachte die Verleihung des „Umwelt-Oscars“ der EU-Kommission Anfang Juni in Brüssel. Für Rörd Braren, der als kleiner Unternehmer eigentlich kaum Zeit für Galaveranstaltungen dieser Art hat, war es schon eine kleine Sensation, als die Umweltkommissarin Margot Wallström ihm vor mehr als 400 Gästen die Urkunde überreichte. Es war das erste Mal überhaupt, dass mit dem Clean-Marine-Award während der alljährlichen Grünen Woche eine Firma der Seeverkehrswirtschaft ausgezeichnet wurde.
Der Reeder aus dem schleswig-holsteinischen Kollmar hat sich in den letzten Jahren in Deutschland den Ruf eines Pioniers erworben: Braren bewirtschaftet vier Stückgutfrachter mit Tragkapazitäten von 4500 t bis 6500 t (tdw), die die gesetzlich geforderten Umwelt- und Sicherheitsstandards weit übertreffen. Es sind die einzigen Seeschiffe, die wegen ihrer guten Ökobilanz den Blauen Engel erhalten haben.
Drei der Pötte sind mit SCR-Katalysatoren ausgestattet, die mehr als 90 % der Stickoxide aus den Abgasen herausfiltern. Gebunkert wird nur schwefelärmerer Brennstoff mit einem Schwefelgehalt von 0,6 % bis 0,9 %. „Den gibt“s nicht überall, nur an bestimmten Orten in Schweden und in Deutschland, z.B. in Brunsbüttel“, meint Braren. Im Branchendurchschnitt sind 2,7 % Schwefelanteil üblich. Folge: Mit ihren Brennstoffgewohnheiten trägt die Schifffahrt maßgeblich zur Übersäuerung der Böden und Gewässer bei.
Der sauberere Schiffssprit kommt Braren nach eigenen Angaben etwa 20 Dollar/t teurer, doch Wettbewerbsnachteile gibt es für ihn dadurch nicht. „Ganz im Gegenteil“, stellt der Reedereichef klar. Die umweltbewussten Kunden bevorzugten Schiffe, die eine über dem Standard liegende Ökobilanz aufweisen können: Seine Schiffe fahren für die schwedischen Zellstoffhersteller Södra und Stora. „Die fragen gleich als erstes, was man im Bereich Umweltschutz so vorweisen kann“, erzählt Braren.
Die Logik dahinter ist folgende: Wenn die Unternehmen schon höchste ökologische Anforderungen an ihre Produktion stellen, kann es nicht sein, dass die „grünen“ Produkte anschließend auf „normalen“ Schiffen zu den Händlern gebracht werden. Die Konzerne, die von den Konsumenten streng gemustert werden, wollen Ökologie auf der ganzen Linie, eben entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Transport ist ein Bestandteil.
Für ihre Extrawünsche sind die Kunden auch bereit, etwas tiefer als branchenüblich in die Tasche zu greifen. So kommen sie als Charterer der Schiffe auch für den teureren Brennstoff auf.
Braren glaubt, dass in Zukunft mehr und mehr Reedereien für „Umweltbelange sensibilisiert werden, schlichtweg weil die Verlader und die Öffentlichkeit es von ihnen fordern“. Dazu sind deutliche Anpassungen im laufenden Betrieb erforderlich, weil einige Öko-Technologien erhöhten Wartungsbedarf mit sich bringen – so z.B. die Steuerung und Überwachung des Schiffskatalysators. „Da muss man sich täglich drum kümmern“, so Braren.
Als Belohnung für ihr Engagement insbesondere im Bereich der Abgastechnik bekommen die grünen Reeder in einigen Häfen Gebührenrabatte, etwa in Schweden. Die Vergünstigungen reichen aber bei weitem nicht aus, um die zusätzlichen Kapital- und Betriebskosten der umweltschonenden Schiffe zu decken. Braren will sich dadurch nicht entmutigen lassen. Die kleine Reederei denkt sogar über weitere Projekte nach. Genaues möchte der Unternehmer jedoch nicht preisgeben, nur soviel: „Wir haben noch einiges geplant.“MICHAEL HOLLMANN

Von Michael Hollmann

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