Crystal Endeavor 19.01.2018, 08:59 Uhr

Stralsund startet den Bau eines Luxus-Expeditionsschiffs

Im überschaubaren Stralsund wird gerade mit dem Bau eines gigantischen Schiffes begonnen. Die weltgrößte Luxusyacht, die sowohl in die Tropen als auch in die Polarregionen kreuzen soll ist ein Vorzeigeprojekt für die Traditionswerft und ein gutes Signal für die ganze Region.

Animation der Crystal Endeavor, die 2020 in See stechen soll.

Animation der Crystal Endeavor, die 2020 in See stechen soll.

Foto: MV Werften

Die ehemalige Volkswerft MW Werften in Stralsund blickt auf eine 70-jährige Schiffbautradition zurück und startet mit einem besonderen Projekt in die Zukunft. Mit einem ersten Stahlschnitt begannen im Januar 2018 die Arbeiten an der Crystal Endeavor, einer Yacht der Superlative. Das Millionenprojekt soll vollständig an der Stralsunder Werft entstehen und von dort seinen Dienst unter der Flagge der Reederei Crystal Cruises aufnehmen. Die Reederei gehört zur asiatischen Genting-Gruppe. Das gigantische Expeditionsschiff wird übrigens nur eines von insgesamt drei luxuriösen Megayachten sein, die die MV Werften in den nächsten Jahren bauen.

Die Crystal Endeavor als Kombi aus Expeditions- und Luxusschiff

Der Bau der Crystal Endeavor ist mit keinem anderen Projekt zu vergleichen. Es handelt sich nicht um ein gewöhnliches Schiff, sondern um eine innovative Expeditionsyacht. In der Werft in Stralsund entsteht nichts Geringeres als die geräumigste und größte Eisklasse-Megayacht der Welt. Im Jahr 2020 soll die Crystal Endeavor ihren Dienst aufnehmen und ihre Passagiere bis zu den entlegensten Winkeln der Welt bringen. Somit handelt es sich um eine innovative Kombination aus Expeditionsschiff und Luxusyacht. Das Schiff wird ausschließlich Suiten besitzen und seinen Passagieren Zimmer von 37 bis 290 Quadratmetern Größe bieten. Jedes einzelne wird über einen Balkon verfügen.

Zu den weiteren Annehmlichkeiten für Passagiere zählen ein großer Spabereich und ein Infinity-Pool. Dieser wird einen absenkbaren Boden besitzen, sodass er sich zu einem Außenbereich für das Restaurant oder einer Tanzfläche verwandeln lässt. Zur Wassersport-Ausrüstung gehören Kajaks, Jet Skis, Unterwasser-Skooter, Paddleboards und Tauchausrüstungen. An Bord des gigantisch großen Schiffes wird es den Passagieren folglich an nichts mangeln, wenn sie zu den beeindruckendsten Orten unseres Planeten reisen.

Ausgerüstet für die Tropen und Polarregionen

Die Crystal Endeavor wird als Kreuzfahrtschiff für die Tropen und die Polarregion konstruiert und wird ein ansprechendes weißes Design besitzen. Mit einer Länge von über 160 Meter wird die Megayacht so konstruiert, dass sie das Eis bis zu einer maximalen Stärke von 1 Meter brechen kann. Nach den Angaben der Stralsunder Werft wird das Schiff nach der Fertigstellung die größte Yacht der Welt sein, die eine solche Eisbrecherfunktion besitzt. Zur technischen Ausstattung gehören ein leistungsstarker Elektroantrieb (maximal 18 Knoten), ein dynamisches Positionierungssystem, Zodiacs für Anlandungen, zwei Helikopter für Ausflüge, zwei U-Boote und ein Remote Operated Vehicle zum Erkunden von gesunkenen Schiffswracks.

Die Crystal Endeavor wird 23 Meter breit sein und soll in Zukunft noch mehrere Schwesternschiffe bekommen. Laut den Aussagen des Unternehmens soll die Megayacht Platz für ungefähr 200 Passagiere bieten. Des Weiteren befindet sich die gleiche Zahl an Crewmitgliedern an Bord.

Investitionen in die Region Stralsund

Der Bau der Crystal Endeavor ist das erste Projekt für die Stralsunder Werften seit der Übernahme durch die Genting-Gruppe aus Malaysia. Die weltbekannte Reederei Crystal Cruises wurde von Genting Hong Kong für mehr als 500 Millionen US-Dollar gekauft, die vor zwei Jahren auch die Werften in Stralsund, Rostock und Wismar aufkauften. Die Erwartungen an die Stralsunder Werften sind nun riesig. Tan Sri Lim Kok Thay, CEO von Genting Hong Kong, sagte in einem Interview Investitionen von mehr als 20 Millionen Euro für den Standort Stralsund zu. Mit dem Geld würden unter anderem neue Anlagen gekauft, damit die Werften künftig effizienter Schiffe bauen können.

Für den Standort Stralsund bringt die Megainvestition und der Bau der Luxusyacht nun viele Vorteile mit sich. Denn es bestätigt das Vorhaben der MV Werften, den Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern kontinuierlich auszuweiten. Jedes einzelne Bauprojekt stellt für die Werften selbst, aber eben auch für die ganze Region eine gesicherte Zukunft dar und garantiert wichtige Industriearbeitsplätze.

200 Fachkräfte sucht die MV Werft noch

Für das Millionenprojekt benötigt die asiatische Genting-Gruppe nicht nur neue Anlagen und Geräte, sondern eine große Anzahl an Arbeitern in Form von Schiffsbauern, Ingenieuren und Technikern. Das ist die Nachricht, auf die so viele in Stralsund gehofft hatten. Denn als die P+S Werft im Jahr 2012 Insolvenz anmeldete, verloren die meisten der damals 1250 Mitarbeiter ihre Jobs. Mittlerweile arbeiten wieder über 300 Menschen an dem Standort, darunter auch 30 Azubis. Aufgrund des Großauftrags hat das Unternehmen noch rund 200 weitere Stellen zu besetzen. Die gesuchten Fachkräfte sollen hauptsächlich in den Bereichen Logistik, Produktion und Konstruktion eingesetzt werden.

Luxuriöse Expeditionen für zahlungskräftige Passagiere

Verläuft der Bau der Crystal Endeavor wie geplant und erfüllt die Megayacht die hohen Erwartungen, füllt das nicht nur die Kasse der Genting-Gruppe. In Kombination mit dem künftigen Bau der zwei Schwesternschiffe profitiert der ganze Standort Mecklenburg-Vorpommern von neuen Investitionen und wichtigen Arbeitsplätzen. Die Kombination aus Luxus und der Eisbrecherqualität macht die Yacht zu einem außergewöhnlichen Schiff, das als Aushängeschild taugt.

 

Wenn Sie erst einmal fertig gestellt ist, wird die Crystal Endeavor direkt in die Liste der größten Schiffe der Welt einziehen. Ob Sie dann auch durch den größten Schiffstunnel der Welt passt, der gerade in Norwegen gebaut wird?

 

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