Zerstörung der Artenvielfalt 20.05.2014, 14:26 Uhr

Schleppnetzfischerei zerfurcht den Meeresboden im Mittelmeer

Die Fischerei mit schweren Grundschleppnetzen ist der Untergang für die Artenvielfalt auf dem Meeresboden. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam, das den Canyon La Fonera vor der spanischen Mittelmeerküste untersucht hat. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert ein Sofortverbot der Fangmethode. 

Greenpeace fordert seit Jahren ein Sofortverbot der Grundschleppnetzfischerei. Die Studie eines internationalen Forscherteams bestätigt: Die Fangmethode zerstört die Artenvielfalt auf dem Meeresboden. Verantwortlich dafür sind vor allem die schweren Scherbretter der Netze.

Greenpeace fordert seit Jahren ein Sofortverbot der Grundschleppnetzfischerei. Die Studie eines internationalen Forscherteams bestätigt: Die Fangmethode zerstört die Artenvielfalt auf dem Meeresboden. Verantwortlich dafür sind vor allem die schweren Scherbretter der Netze.

Foto: Greenpeace

Kritiker der Schleppnetzfischerei erhalten starken Rückenwind: Die umstrittene Fangmethode verwandle Meere in Sachen Artenreichtum in eine Wüste, warnt jetzt Antonio Pusceddu, Wissenschaftler an der Polytechnischen Universität von Marche im italienischen Ancona.

Gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam hat er in einer Vergleichsstudie herausgefunden, dass die sogenannte Meiofauna in den befischten Gebieten stark unter den Fangnetzen leidet. Die Forscher fanden auf dem Meeresboden deutlich weniger Kleinstlebewesen und organisches Material. Auch die Anzahl verschiedener Fadenwurm-Spezies sei deutlich geringer gewesen. Sie sind bereits Opfer der Grundschleppnetze geworden.

Scherbretter der Fangnetze zerfurchen den Meeresboden

Zu Umweltsündern werden Grundschleppnetze durch ihre rustikale Struktur: Der trichterförmige Fangsack hängt zwischen zwei fahrenden Schiffen. Schwimmkörper an der Wasseroberfläche und Gewichte unter dem Netz erzeugen eine große, maulartige Öffnung. Vorbeischwimmende Schollen, Seezungen und Garnelen haben somit kaum eine Chance, dem riesigen Fangnetz zu entkommen. Eine dritte Komponente des Netzes zerstört jedoch auch sinnlos die Kleinstlebewesen auf dem Meeresboden. Und das sind schwere Scherbretter, die über den Boden schleifen und die Schleppseile ausreichend nach außen drücken.

Funktionsskizze eines Grundschleppnetzes: Die Öffnung des Trichters wird möglich durch Schwimmkörper (10) und Scherbretter (2), die den Boden zerfurchen und somit Kleinstlebewesen und organisches Material zerstören.

Funktionsskizze eines Grundschleppnetzes: Die Öffnung des Trichters wird möglich durch Schwimmkörper (10) und Scherbretter (2), die den Boden zerfurchen und somit Kleinstlebewesen und organisches Material zerstören.

Foto: Wikipedia/Reinhard

Für ihre Studie zog es die Wissenschaftler an die Mittelmeerküste Spaniens etwas nördlich von Barcelona, direkt zum Canyon La Fonera. Der 40 Kilometer lange Canyon ist Heimat der afrikanischen Tiefseegarnele. Schiffe fahren täglich mit Grundschleppnetzen entlang des Canyons – allerdings nur entlang der Nordseite, die Südseite ist bislang weitestgehend verschont geblieben. Ideale Vergleichsbedingungen für die Wissenschaftler also. Und die mussten feststellen, dass die Fangmethode Boden und Artenvielfalt zerstört. Die Auswirkungen der Grundschleppnetzfischerei seien vergleichbar mit den katastrophalen Effekten der Bodenabtragung, die der Mensch beschleunigt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin Proceedings der Akademie der Wissenschaften der USA.

Greenpeace fordert sofortiges Verbot der Grundschleppnetzfischerei 

Für Greenpeace ist die Studie eine erneute Bestätigung ihrer Kritik an der Fangmethode. „Mit der Grundschleppnetzfischerei wird das Leben in der Tiefsee zerstört, bevor wir es überhaupt erforschen konnten“, erklärt Iris Menn, Meeresbiologin der Umweltschutzorganisation. „Verantwortung dafür tragen alle EU-Länder, allen voran Fischfangnationen wie Spanien.“ Ein Sofortverbot der Fangmethode auf hoher See sei die einzige Chance, das Tiefseeleben zu erhalten.

Von Patrick Schroeder

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