UNBEMANNTE KRIEGSSCHIFFE 10.11.2014, 12:38 Uhr

Navy setzt autonome Boote gegen Angreifer und Minen ein

Die US-Marine hat autonom navigierende Boote entwickelt, die feindliche Attacken abwehren. Eine Spezialversion macht Seeminen unschädlich.

Autonome Kriegsboote: Ausgerüstet mit der CARACaS-Technik steuern sie sich selbst und kommunizieren mit ihren ebenso präparierten Kollegen. Mit den an Bord befindlichen Waffen attackieren sie Angreifer.

Autonome Kriegsboote: Ausgerüstet mit der CARACaS-Technik steuern sie sich selbst und kommunizieren mit ihren ebenso präparierten Kollegen. Mit den an Bord befindlichen Waffen attackieren sie Angreifer.

Foto: US-Navy Research (Screenshot Ingenieur.de)

Vor 14 Jahren kollidierte ein mit Sprengstoff beladenes Boot, von einem Selbstmordattentäter gesteuert, mit dem US-Zerstörer Cole, als dieser im Hafen von Aden, der Hauptstadt des Jemen, aufgetankt wurde. 17 Besatzungsmitglieder starben, 39 wurden verletzt.

Das soll nicht noch einmal passieren. Die US-Marine will ihre Kriegsschiffe künftig von automatisch navigierenden unbemannten Boote schützen lassen, die als Schwarm die gefährdeten Objekte umkreisen, wie Wachhunde, die Schafe vor Wölfen schützen. Zum Jahrestag des Angriffs im Jemen demonstrierte die Marine ihre Boote auf dem James River im US-Bundesstaat Virginia.

Die Technik CARACaS lässt sich laut Navy auf jedem kleinen Boot installieren.

Die Technik CARACaS lässt sich laut Navy auf jedem kleinen Boot installieren.

Foto: Us-Navy Research (Screenshot Ingenieur.de)

Eingesetzt wird eine Technik, die Control Architecture for Robotic Agent Command and Sensing (CARACaS) genannt wird. Sie steuert das Boot, kommuniziert mit anderen kleinen Überwasserfahrzeugen, die genauso ausgerüstet sind und attackiert Angreifer mit den an Bord befindlichen Waffen.

Kleine Boote beschützen große Schiffe

CARACaS lässt sich auf jedem kleinen Boot installieren, betont die Marine. Soft- und Hardware sind so ausgelegt, dass sie keine amerikanischen Schiffe oder die befreundeter Nationen angreift, beteuert die Navy, die noch eine zweite Innovation zum Schutz ihrer Schiffe auf den Weg gebracht hat, das Unmanned Influence Sweep System (UISS). Es soll Minen beseitigen, die im Meer treiben und selbst schwer gepanzerte Kriegsschiffe zerstören können.

Ein LCS-Küstenkriegsschiff: Es soll U-Boote bekämpfen, angreifende kleine Boote zerstören und mit Hilfe von UISS Minen vernichten.

Ein LCS-Küstenkriegsschiff: Es soll U-Boote bekämpfen, angreifende kleine Boote zerstören und mit Hilfe von UISS Minen vernichten.

Foto: US.Navy/Wikimedia

Es handelt sich um ein eigens für diesen Zweck konstruiertes kleines Boot, das ebenfalls autonom navigiert. Es wird von einem neuartigen Mutterschiff mit geringem Tiefgang, das Littoral Combat Ship (LCS) genannt wird, zu Wasser gelassen, wenn in einem Seegebiet Minen vermutet werden. Die Marine sieht in dem Küstenkriegsschiff LCS einen „schwimmenden Hans-Dampf-in-allen Gassen“, der für zahlreiche Aufgaben in Küstennähe geeignet ist.  So soll er U-Boote bekämpfen, angreifende kleine Boote zerstören und eben mit Hilfe von UISS Minen vernichten.

Signalgeber simuliert Zerstörer

Der eigentliche Minenräumer zieht dabei an einem langen Kabel einen Signalgeber hinter sich her. Dieser macht die gleichen Geräusche wie ein großes Kriegsschiff und simuliert die große Menge an Stahl, aus dem es gebaut wird. Minen sind mit unterschiedlichen Zündern ausgestattet, die auf diese Signale reagieren.

2016 soll es den ersten Prototypen eines unbemannten Minenräumers geben, die Weiterentwicklung eines Vorgängermodells. 2019 könnte die Produktion beginnen, heißt es.

Von Wolfgang Kempkens Tags:

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