Actuv fährt autonom 12.04.2016, 09:43 Uhr

Mit diesem Roboterschiff jagt die US-Marine U-Boote

Die Actuv läutet für die US-Marine eine neue Ära der Seefahrt ein: Das Roboterschiff mit dem Spitznamen Sea Hunter kommt ohne Besatzung aus. Es macht sich autonom auf die Jagd nach feindlichen U-Booten. 

Taufe der Actuv in Portland: Das Roboterschiff mit dem Kosenamen Sea Hunter jagt autonom feindliche U-Boote. 

Taufe der Actuv in Portland: Das Roboterschiff mit dem Kosenamen Sea Hunter jagt autonom feindliche U-Boote. 

Foto: Darpa

Der Sea Hunter wird getauft: Ausnahmsweise waren zu diesem Anlass doch einmal einige Menschen an Bord.

Foto: Darpa

Der Sea Hunter in Aktion. 

Foto: Darpa

Taufe der Actuv in Portland: Das Roboterschiff mit dem Kosenamen Sea Hunter jagt autonom feindliche U-Boote. 

Foto: Darpa

Die Darpa ist immer wieder für eine Überraschung gut: Diesmal hat die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums in Portland ein Schiff namens Actuv zu Wasser gelassen und getauft. Und das soll für die US-Marine eine neue Ära der Seefahrt einläuten. Warum? Weil keine Menschenseele an Bord ist.

Stattdessen steuert Actuv mit seinen katamaranähnlichen Auslegern autonom über die Weltmeere – mit einer Höchstgeschwindigkeit von 27 Knoten (50 km/h).

Sea Hunter soll U-Boote aufspüren und verfolgen

Die Aufgabe der Actuv, die auch auf den Beinamen Sea Hunter hört: feindliche U-Boot aufspüren und verfolgen. Dafür hat die Darpa das 40 m lange und 147 t schwere Roboterschiff mit einem Sonarsystem namens MS3 ausgestattet.

Sea Hunter ist mit einem Sonar namens MS3 ausgestattet. Damit konnte das Roboterschiff in Testläufen bereits ein U-Boot in 1 km Entfernung entdecken. 

Sea Hunter ist mit einem Sonar namens MS3 ausgestattet. Damit konnte das Roboterschiff in Testläufen bereits ein U-Boot in 1 km Entfernung entdecken. 

Foto: Darpa

Und damit ist es in Testläufen bereits gelungen, ein U-Boot in 1 km Entfernung aufzuspüren. Und was passiert, wenn ein feindliches U-Boot entdeckt ist? Geht die Sea Hunter dann autonom zum Angriff über? Nein. Das Roboterschiff ist unbewaffnet und kann lediglich die Koordination des U-Bootes an einen Zerstörer schicken, der sich dann auf den Weg macht. 

US-Marine spart Kosten: Ein Betriebstag kostet nur 20.000 $

In den kommenden 18 Monaten will die Darpa in kalifornischen Gewässern weitere Tests durchführen, um die Einsatzdauer der Sea Hunter auszuloten. Sie soll ­– so der Plan der Ingenieure – bei 60 bis 90 Tagen liegen. Dabei sei der Betrieb recht günstig, erklärt die Darpa.

Testfahrt der Sea Hunter: Das Roboterschiff erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Es soll bis zu 90 Tage autonom im Einsatz sein können.

Testfahrt der Sea Hunter: Das Roboterschiff erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Es soll bis zu 90 Tage autonom im Einsatz sein können.

Foto: Darpa

Ein Betriebstag koste zwischen 15.000 und 20.000 $. Zum Vergleich: Der Einsatz eines Zerstörers der U.S.-Navy schlägt mit 700.000 $ zu Buche. Einen weiteren Vorteil des Drohnenbootes sieht die Forschungsbehörde darin, dass die US-Marine zukünftig gefährliche Missionen durchführen kann, ohne dabei Menschen unnötig in Gefahr zu bringen. 

Roboterboote sollen Kriegsschiffe beschützen

Ganz neu ist das Thema Roboterschiff für die US-Marine allerdings nicht. Sie experimentiert bereits seit einiger Zeit mit kleinen Roboterbooten, um Kriegsschiffe zu beschützen. Zum Einsatz kommt dabei eine Technik namens Caracas, die die Boote steuert und Angreifer mit Waffen attackiert.

Autonome Kriegsboote: Ausgerüstet mit der CARACaS-Technik steuern sie sich selbst und kommunizieren mit ihren ebenso präparierten Kollegen. Mit den an Bord befindlichen Waffen attackieren sie Angreifer.

Autonome Kriegsboote: Ausgerüstet mit der CARACaS-Technik steuern sie sich selbst und kommunizieren mit ihren ebenso präparierten Kollegen. Mit den an Bord befindlichen Waffen attackieren sie Angreifer.

Foto: US-Navy Research

Soft- und Hardware seien dabei so ausgelegt, dass die Boote keine amerikanischen Schiffe oder die befreundeter Nationen angreifen, betont die Marine.

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