Schiffbau 15.09.2006, 19:23 Uhr

Krüger:“2009 wollen wir die Nummer eins sein“  

VDI nachrichten, Hamburg, 15. 9. 06, elb – Das Weltmarkt-Volumen für maritimen Oberflächenschutz liegt bei rund 13 Mrd. €. Eines der fünf weltgrößten Unternehmen der zersplitterten Branche mit nur wenigen international tätigen Playern ist die Muehlhan AG in Hamburg, die jetzt an die Börse will. Vorstandschef Andreas Krüger erläutert im folgenden Gespräch die Zukunft seines Hauses und die seiner Branche.

Krüger: In der Vergangenheit konnten wir uns fast ausschließlich aus unserem Cashflow finanzieren. Langfristfinanzierungen sind mit deutschen Banken nur bedingt möglich. Deswegen haben wir uns 2001 den Finanzinvestor SG Capital Europe Investments ins Boot geholt. Außerdem haben wir in diesem Jahr eine Industrieanleihe mit einer Laufzeit bis 2016 aufgelegt. Dadurch konnten wir alle kurzfristigen Verbindlichkeiten ablösen. Für unseren normalen Geschäftsbetrieb sind wir ausreichend finanziert.

VDI nachrichten: Was planen Sie?

Krüger: Um es klar zu sagen: 2009 wollen wir weltweit die Nummer eins im maritimen Oberflächenschutz sein.

VDI nachrichten: Welche Wachstumsraten erwarten Sie für den Gesamtmarkt und welche für Muehlhan?

Krüger: Dem Markt wird ein Wachstum von etwa 4 % pro Jahr prognostiziert. Der weiter florierende Welthandel vor allem durch das Erstarken der asiatischen Märkte wird zu einer verstärkten Schiffsneubautätigkeit führen und für einen höheren Reparaturbedarf sorgen.

VDI nachrichten: Aber es werden sich doch nicht alle Geschäftsfelder gleich gut entwickeln, oder?

Krüger: Nein, natürlich nicht. Bei Schiffsneubau erwarten wir ein moderates Wachstum. Dabei haben wir auch China im Visier, das bis 2015 die Weltmarktführerschaft im Schiffbau übernehmen will. Etwas stärker zulegen wird unser Geschäftsfeld Schiffsreparatur durch neue Standorte und Dienstleistungen. Das größte Plus wird es im Öl- und Gas-Offshore geben. Aufgrund des gestiegenen Energiebedarfs werden in den nächsten Jahren sehr viel mehr Bohr- und Förderplattformen installiert werden, die beschichtet und dann regelmäßig gewartet werden müssen. Der vierte Bereich Industrieservices sollte durch Partnerschaften auszubauen sein.

VDI nachrichten: Das klingt gut. Was aber macht Sie so optimistisch? Müssen Sie nicht Angst haben, dass die Schifffahrts-Konjunktur abflaut und die zu Ende gehenden Rohölreserven die Nachfrage nach Korrosions- und Brandschutzmaßnahmen einbricht?

Krüger: Ganz und gar nicht. Sicher werden sich die Neubautätigkeiten abschwächen, in gleichem Maße aber die Zahl der Reparaturen zunehmen. Ein Schiff muss durchschnittlich alle zehn Jahr erneuert werden. Bereits nach drei bis fünf Jahren müssen Antifoulings, also vor Bewuchs schützende Beschichtungssysteme im Unterwasserbereich erneuert werden. Dafür werden in den nächsten Jahren sehr viele Schiffe ins Dock kommen. Bei den Werften hält der Trend zum Outsourcing von Aufgaben wie dem Oberflächenschutz an. Davon werden wir profitieren. Und bei Öl- und Gasplattformen gilt, dass ein hoher Rohölpreis dazu führt, dass die Mineralölkonzerne ihre Anlagen länger profitabel nutzen können. Damit der Stahl auch hält, kommt dem Korrosionsschutz enorme Bedeutung zu.

VDI nachrichten: Wenn es mit Oberflächenschutz so viel zu verdienen gibt, wird sich Muehlhan sicher bald noch mehr Wettbewerbern gegenübersehen. Fürchten Sie sich nicht vor allem vor neuen asiatischen Konkurrenten?

Krüger: Nein. Wenn neue Anbieter kommen, werden diese in erster Linie regional auftreten. Um ein so weltumspannendes Netz aufbauen zu können, wie wir es haben, braucht man jahrzehntelange Erfahrung, exzellente Verbindungen zu Werften, Reedereien und Beschichtungsstoff-Herstellern, Spezialisten und Innovationskraft. Wir haben das alles, weil unsere Firma seit 125 Jahren in der Branche tätig ist.

VDI nachrichten: Sie betonen die enge Kundenkooperation von Muehlhan. Aber Kunden wechseln ihren Dienstleister auch, wenn ein anderer günstiger oder qualitativ besser ist…

Krüger: Das wissen wir natürlich. Wir sind aber bei vielen Kunden tief integriert. So betreiben wir bei Aker Yards und den Nordseewerken eigene Strahl- und Beschichtungshallen. Das sind langfristige Partnerschaften.

VDI nachrichten: Diese Nähe bedeutet aber auch Abhängigkeit… Sie sprachen von Innovationen Ihres Hauses. Können Sie mal ein Beispiel nennen?

Krüger: Wir stecken jedes Jahr rund 400 000 € in Forschung und Entwicklung, beschäftigen im eigenen Haus Wissenschaftler und arbeiten unter anderem mit dem Fraunhofer Institut zusammen. So haben wir die µ-jet-Technik für den Offshore-Markt entwickeln können, eine patentierte Kombination aus dem traditionellen Trockenstrahlen- und dem Wasserhöchstdruckstrahlen, die es ermöglicht, an Öl-und Gas-Offshoreanlagen Reparaturarbeiten durchzuführen, ohne dass dafür die Förderung eingestellt werden muss. Außerdem spart dieses Verfahren bis zu 80 % Energie und Wasser. Die µ-jet-Technologie hat entscheidend dazu beigetragen, dass wir den Durchbruch im Markt der Nordsee geschafft haben. JÜRGEN HOFFMANN

Von Jürgen Hoffmann

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