Schiffbau 24.08.2007, 19:29 Uhr

Jetzt feilen die Sieger an einer neuen Bootsklasse  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 24. 8. 07, rok – Hervorragende Taktik und seglerische Meisterleistungen bescherten der Schweizer Alinghi-Crew zum zweiten Mal den Sieg beim America“s Cup. Doch auch das Bootsdesign war entscheidend. Zum Ärger der anderen Segelsyndikate tüfteln die Schweizer bereits jetzt an einer neuen Bootsklasse für den 33. America“s Cup. Denn der Sieger bestimmt, wie´s weitergeht. Spätestens zum 31. Dezember dieses Jahres, sollen Details und das dazugehörende Regelwerk vorgestellt werden.

Und am Ende war es nur eine Sekunde. Diese trennte am 3. Juli vor der Küste Valencias das Team New Zealand in einem wahren Segel-Krimi von dem Schweizer Boot Alinghi. Damit hieß der Gewinner des 32. America“s Cup Alinghi und der Verbleib der begehrtesten Trophäe des Segelsports in Europa war gesichert.

Was am Ende für den 5:2 Sieg der Schweizer entscheidend war, darüber streiten die Experten bis heute. Denn der maximale Vorsprung in sieben Rennen betrug nicht mehr als 35 s und nur eine Regatta endete mit einem klaren Start-Ziel-Sieg. Auch die Alinghi geriet beim entscheidenden Rennen in ein Windloch, der Spinnaker-Baum brach und die Neuseeländer konnten den Titelhalter wegen eines Winddrehers überholen. Doch sie mussten noch eine Strafrunde drehen und so gewann das Schweizer Boot unter dem neuseeländischen Skipper Brad Butterworth die Silberkanne.

Verdient sagen Segelexperten, weil der 48-jährige Butterworth, im entscheidenden Rennen, als sechsmal die Führung wechselte, einen kühlen Kopf behielt. Einhellig tönte es nach dem Sieg: Die bessere Taktik der Alinghi war entscheidend.

Dazu kam der motivierende Führungsstil von Butterworth, der seit Oktober 2005 Skipper der Alinghi ist, bei Manövern. Immer wieder soll der Skipper die Crew mit „very nice going, guys“ oder ähnlich ermunternden Worten unterstützt haben.

Geht es nach Butterworth, haben Taktik und Crewarbeit keinerlei Einfluss auf Sieg und Niederlage beim America`s Cup. Zu gleich waren Herausforderer Team New Zealand und Cup-Verteidiger von ihrer Stärke her. Allein entscheidend für das Renngeschehen sei das Bootsdesign.

Die Alinghi-Designer Rolf Vrolijk und Grant Simmer hatten in Zusammenarbeit mit der ETH Lausanne und dem dortigen Labor für Polymere und Verbundstoffe ein extrem leichtes und gleichzeitig stabiles Karbon für den Schiffsrumpf und den Mast der Schweizer Rennyacht SUI 100 gefertigt.

Die Genfer Décision-Werft hatte schließlich die SUI 100 auch für leichtere Windbedingungen, als üblicherweise Ende Juni bzw. Anfang Juli vor Valencia vorherrschen, gebaut. Dies entpuppte sich als Vorteil, weil die starke Seebrise vor Valencia seltener auftrat als erwartet. Doch auch bei stärkerem Wind verhielt sich das Boot optimal. Die SUI 100 war jedoch nie wesentlich schneller als die NZL 92 der Neuseeländer, wie vor der Cup-Verteidigung vielfach gemutmaßt. Experten geben im Nachhinein Alinghi-Chefdesigner Rolf Vrolijk recht, der im Gegensatz zu Butterworth immer wieder betont hat. „Das Regelwerk ist so ausgefeilt, dass bei Laborbedingungen auf eine Meile höchstens eine Bootslänge Geschwindigkeitsunterschied möglich ist.“ Doch Laborbedingungen gibt es nun mal nicht auf dem Wasser. Taktik, Mannschaft, seglerisches Können sind ebenso entscheidend.

Doch direkt nach dem Gewinn und damit dem Verbleib des Cups in Europa, setzt sich Alinghi-Syndikatspräsident Ernesto Bertarelli mit einer neuen Bootsklasse bei den anderen Syndikaten in die Nesseln. Allen voran will Larry Ellison, Gründer des BMW Oracle-Teams, gegen Titelverteidiger Alinghi klagen. Hintergrund des Streits: Direkt nach dem Sieg der Schweizer verkündete Bertarelli, dass der 33. America“s Cup im Jahr 2009 mit größeren Jachten ausgetragen wird.

Ende Oktober, spätestens bis 31. Dezember 2007 wird die neue Bootsklasse mit dem entsprechenden Regelwerk bekannt gegeben. Als Gewinner des America“s Cup kann die Alinghi dies festlegen. Bertarelli nannte als Eckdaten bisher eine maximale Bootslänge von 90 Fuß (27,43 m), die neuen Boote werden wesentlich breiter sein, der Tiefgang soll 6,5 m aufweisen und die Masthöhe gegen 40 m betragen. Durchgedrungen ist auch schon, dass der neue Bootstyp, für den die beiden Alinghi-Designer Rolf Vrolijk und Grant Simmer die Vorarbeiten geleistet haben, wesentlich unter dem jetzigen Gewichtslimit von 24 t liegen wird.

Dass die Schweizer bis zur Bekanntgabe der genauen Vorgaben mehr Forschung und Materialprüfung betreiben können, treibt die Herausforderer in Rage. Allein Neuseelands Team-Chef Grant Dalton nimmt dies sportlich: „Die haben den Cup, die legen die Regeln fest. Wenn du die Regeln nicht magst, machst Du nicht mit.“ Einer scheint sich jetzt schon besonders auf die neue Bootsklasse zu freuen: „Alle wollten ein neues Boot, das größer und schneller und schwieriger zu segeln ist. Nun geht es darum, das entsprechende Regelwerk auszuarbeiten“, kommentierte Alinghi-Skipper Brad Butterworth. NIKOLA WOHLLAIB

www.americascup.com

www.alinghi.com

Die neuen Boote werden, länger, breiter und leichter

Von Nikola Wohllaib

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