Export von Militärtechnik 16.09.2014, 11:39 Uhr

Hochmoderne japanische U-Boote nachgefragt

Nach Jahrzehnten freiwilligen Waffenexportverbots bietet Japan am Weltmarkt wieder Militärtechnik an. Besonders hoch im Kurs steht das Unterseeboot Soryu. Australien verhandelt bereits über dessen Kauf. Interessiert sind aber auch Kanada sowie eine Anzahl ostasiatischer Länder. 

Ein U-Boot der Soryu-Klasse kostet rund 420 Millionen Euro. Unter Wasser verdrängt es 4200 Tonnen. 

Ein U-Boot der Soryu-Klasse kostet rund 420 Millionen Euro. Unter Wasser verdrängt es 4200 Tonnen. 

Foto: Wikimedia/US Navy

Die Royal Australian Navy möchte zehn U-Boote der japanischen Soryu-Klasse erwerben, um ihre eigenen alten Boote ausmustern zu können und eine schlagkräftige Waffe gegen Bedrohungen aus dem pazifischen Raum zu besitzen. Ein Vertrag könnte noch in diesem Jahr unterschrieben werden.

Der besondere Reiz japanischer Boote für Australien liegt darin, dass diese U-Boote wochenlang getaucht fahren können und eine besonders hohe Zuladung an verschiedensten Waffen haben. Sie können sogar vollwertige Marschflugkörper wie Cruise Missiles abfeuern.

Viel schwedische Technik in den japanischen Booten

Japan selbst verfügt seit 2009 über eine Flotte von bisher fünf Soryu-Booten und hat weitere fünf in Auftrag gegeben. Diese Boote werden von Mitsubishi Heavy Industries und der Kawasaki Shipbuilding Corporation gebaut. Einen Teil der Motoren fertigt in schwedischer Kockums-Lizenz Kawasaki Heavy Industries. Kockums in Malmö ist ein Tochterunternehmen der deutschen ThyssenKrupp Marine Systems.

84 Meter lang, Platz für 65 Besatzungsmitglieder

Mit einer Wasserverdrängung von 4200 Tonnen, einer Länge von 84 Metern und einer Breite von neun Metern sind die Soryu-Boote sehr viel größer als französische oder deutsche U-Boote. Australien legt auf diese Größe wert, um die langen pazifischen Seewege zur Versorgung des Landes schützen zu können. Dabei sind die Soryu-Boote so ausgestattet, dass sie gut im inselreichen Ostasien – und hier besonders vor den chinesischen Küsten – eingesetzt werden können.

Die Soryu-Boote tauchen bis zu 500 Meter tief. Ihre Reichweite beläuft sich auf 11.300 Kilometer. Die Spitzengeschwindigkeit liegt in getauchtem Zustand bei 37 km/h und in aufgetauchtem Zustand bei 24 km/h. Die japanischen Boote haben Platz für eine 65-köpfige Besatzung.

Luftunabhängige Stirling-Motoren

Jedes Soryu-Boot verfügt über zwei dieselelektrische Kawasaki-Motoren sowie über vier luftunabhängig arbeitende Kockums-Stirling-Motoren. Die Gesamtleistung liegt unter Wasser bei 8000 PS oder 6000 Kilowatt. In aufgetauchtem Zustand sind es 3900 PS oder 2900 Kilowatt.

Sechs Torpedo-Rohre

Jedes Soryu-Boot verfügt über sechs Torpedorohre. Damit können sowohl Torpedos wie auch Minen ausgestoßen werden. Durch die hohe Nutzlast kann bis zu 30 Mal nachgeladen werden. Für die so genannte elektronische Kriegsführung können vielfältige Geräte eingesetzt werden. Neben eingebauten Sonar-Geräten japanischer wie amerikanischer Herkunft kann die Soryu auch ein breites Sonar hinter sich herziehen.

Soryu-Boote kosten rund 420 Millionen Euro pro Stück

Von japanischer Seite wird betont, dass die Soryu-Boote dank ihres Spezialstahls, ihrer Inneneinrichtung und ihrer Formgebung leiser als jedes andere nicht-nukleare Unterseeboot seien. All das trägt allerdings auch zu dem hohen Stückpreis der Soryu-Boote bei. Ab Werft kosten die Boote derzeit ohne Besatzungstraining und Ersatzteile knapp 420 Millionen Euro das Stück. Australien geht davon aus, dass der Gesamtauftrag einschließlich langfristiger Ersatzteilversorgung einen Wert von rund 14,7 Milliarden Euro haben dürfte.

Kritik japanischer Offiziere und Politiker

Im Zweiten Weltkrieg gab es einen japanischen Flugzeugträger namens Soryu, der am Angriff auf Pearl Harbour teilnahm und später an der Bombardierung einzelner australischer Städte beteiligt war. Diese Soryu ging in der Schlacht von Midway durch amerikanische Bomber verloren. Es gibt in Japan durchaus ernstzunehmende Offiziere und Politiker, die aus diesem Grunde die Soryu-Unterseeboote nicht nach Australien verkauft sehen wollen.

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