Schiffbau 26.10.2007, 19:31 Uhr

Hafen Hamburg bringt Tonnage aufs Parkett  

In den letzten Wochen des Jahres wollen viele kleinere und mittlere Gesellschaften noch den Gang aufs Parkett wagen. Mit der Hamburger Hafen und Logistik AG wirbt bereits Anfang November sogar ein echtes Schwergewicht um Anlegerkapital.

Bisher haben sich 32 Firmen in diesem Jahr notieren lassen. Doch seit dem Spätsommer war der Weg an die Börse verbaut. Da horteten die Anleger wegen der Finanzmarkt-Krise ihr Geld lieber. „Trotz schlechterer Rahmenbedingungen wie niedrigem Dollarkurs und hohem Ölpreis steigen die Aktienkurse jetzt wieder. Und diese Zeit wollen einige Unternehmen für einen Börsengang ausnutzen“, meint Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

So kommt mit der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) am zweiten November das wohl schwergewichtigste Unternehmen im letzten Quartal und wohl auch im zweiten Halbjahr an die Börse. Maximal 22,54 Mio. Aktien sollen angeboten werden, das sind 30 % des Unternehmens. Der Emissionserlös wird auf 900 Mio. € bis 1,3 Mrd. € geschätzt. Und dieses Kapital soll weiter in das Wachstum der Hafengesellschaft investiert werden.

Dieses Wachstum war in der Vergangenheit beachtlich: 2006 setzte die HHLA über 1 Mrd. € um, 22 % mehr als im Vorjahr, und sie steigerte den operativen Gewinn sogar um 41 % auf 300 Mio. €. „Für eine solche Börsenphase ist die HHLA gut geeignet“, urteilt Ralf Pampel vom Bankhaus Metzler. Denn das Unternehmen biete ein etabliertes Geschäftsmodell, bei dem man nicht unbedingt negative Überraschungen erwarten dürfte.

„Die HHLA ist ein Dickschiff und hat Signalfunktion für den Markt“, meint auch Heiko Bienek. Denn der Börsenwert der Gesellschaft dürfte bei bis zu 3,6 Mrd. € liegen. Der Portfoliomanager von Lupus Alpha ist „angenehm überrascht“, dass der Markt nach den Turbulenzen der letzten Wochen im Neuemissionsgeschäft so schnell zur Normalität übergehe. Das wäre vor einigen Jahren in Deutschland noch nicht denkbar gewesen.

Normalität – das kann aber auch heißen, dass die Konsortialbanken den Ausgabepreis wieder möglichst hoch treiben möchten. Dieses Phänomen konnte man im Frühjahr beobachten, als etwa der Telekomanbieter Versatel zu 29 € an die Börse gebracht wurde. Inzwischen liegt der Kurs bei knapp 12 €. „Ich wünsche mir, dass die Interessen potenzieller Neuaktionäre mehr Gewicht bekommen, gerade in einer Börsenphase der Findung und Neuorientierung“, meint der Portfoliomanager.

Die Börsenaspiranten sollten generell beim Ausgabepreis etwas bescheidener sein, den Aktionären dann gute Zahlen liefern und später eine Kapitalerhöhung nachschieben, wenn sie für die Expansion Geld benötigen. „Damit fahren sie langfristig besser“, glaubt Bienek und verweist auf das Beispiel der Manz Automation, deren Aktie anfangs kaum gefragt war, aber inzwischen zu den Börsenlieblingen gehört.

Börsenexperten raten Investoren, bei den Emittenten genau hinzuschauen, die in den nächsten Wochen um die Gunst der Investoren werben. Wie die HHLA plant auch die Global Oil & Gas für den zweiten November ihre Erstnotiz. Das Unternehmen, das auf die Erkundung und Förderung von Erdöl und Erdgas spezialisiert ist, will mit einem Aktienerlös im niedrigen zweistelligen Millionenbereich sein Wachstum finanzieren. Die Aktie soll jedoch im Entry Standard notiert werden, nicht wie die HLLA im stärker regulierten Prime Standard, der höhere Transparenzstandards von den Emittenten verlangt und mehr Informationen.

Im Prime Standard möchte sich wohl auch noch im November die Medizinsoftwarefirma MeVis notieren lassen. Das Bremer Unternehmen verdoppelte 2006 seinen Umsatz auf 8,3 Mio. € und verdreifachte seinen operativen Gewinn auf 4,7 Mio. €. Den Entry Standard strebt die KTG Agrar AG, Produzent von Agrarprodukten, noch in diesem Jahr an.

Immobilienfirmen tun sich wegen der Subprime-Krise derzeit schwer mit der Börse – auch wenn hiesige Immobilienunternehmen mit den Problemen am US-Markt nichts zu tun haben. Nur die FranconoWest, eine Tochter der Frankfurter Immobiliengesellschaft Franconofurt, dürfte ebenfalls noch im November den Börsengang wagen, der eigentlich schon für das Frühjahr geplant gewesen war.

Und die Chinesen kommen: Die erste chinesische Aktie am deutschen Markt, der Hersteller von Müllverbrennungsanlagen Zhongde, startete im Sommer. Die Aktien liegen derzeit bei knapp 39 € und notieren damit um knapp die Hälfte über dem Ausgabekurs von 26 € Anfang Juli.

Nun werden sich noch in diesem Jahr zwei weitere Werte hinzu gesellen: Der chinesische Anbieter von mobilen Datenkarten Vtion Wireless Technology peilt den Prime Standard an, ebenso der Bambus-Anbauer Asian Bamboo. Beide Börsenaspiranten machen Gewinne, beide wollen ihr Wachstum finanzieren – ein wichtiges Kriterium für Anleger, die sich für die Zeichnung von Neuemittenten interessieren, meint Aktionärsschützer Kurz. B. SCHOLTES

Von B. Scholtes

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