Schiffbau 10.01.2003, 18:23 Uhr

Freizeitkapitäne haben gerne Hightech am Mast

Die teuerste Art, auf dem Wasser Urlaub zu machen, wird noch kostenintensiver. Mehr Technik und Komfort lautet der Trend auf der weltgrößten Wassersportausstellung, der „Boot 2003“ vom 18. bis 26. Januar in Düsseldorf.

Eigentlich gibt es auf dem Wasser nichts, was es nicht schon seit längerem gegeben hätte. Optimale Bootsrümpfe, optimale Segel und Masten, optimale Motoren, Getriebe und Propeller. Dennoch blicken Seeleute auch in diesem Januar erneut gespannt nach Düsseldorf. Neun Tage lang werden dort knapp 1700 Aussteller aus 52 Nationen zur „Boot 2003“ die neuesten Trends im Wassersport vorführen. „Die Boot ist auch im 34. Jahr ihres Bestehens in allen Kernbereichen kerngesund“, weiß Wilhelm Niedergöker, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf. Für den Bundesverband Wassersportwirtschaft hat Jürgen Tracht erkannt, was zwischen den rund 1800 Schiffen, Booten und Bötchen der Schau Sache ist: „Es setzt sich der Trend fort, vorhandene Boote besser, sicherer und komfortabler auszurüsten.“
Fast 1,7 Mrd. € setzte die deutsche Wassersportwirtschaft im vergangenen Jahr um. Alle Prognosen sprechen dafür, dass Teuro und Konjunkturpessimismus zum Trotz auch in diesem Jahr wieder so viel Geld ins Wasser fließt. Das verdankt die Branche allerdings vor allem dem Export. Während die Binnennachfrage im vergangenen Jahr sank, hält sich das Auslandsgeschäft relativ stabil bei einem Anteil von knapp einem Viertel des Gesamtumsatzes.
Dass sich das Segeln dank des starken Engagements der deutschen Weltkonzerne BMW und SAP beim prestigeträchtigen America’s Cup vor Australien einer wachsenden Beliebtheit erfreut, zeigt sich nicht nur an der Resonanz der „Sehleute“ vor den Bildschirmen. „Im europäischen Maßstab sind die deutschen Hersteller überdurchschnittlich erfolgreich“, stellte Tracht vor Beginn der Boot fest, die sich traditionell neben den deutschen Kunden vor allem an Käufer aus den Benelux-Ländern (die Niederlande sind mit 167 Beteiligungen der größte Aussteller), Frankreich und Teilen des Mittelmeerraumes wendet. Gegenüber den Mitbewerbern aus dem Euro-Bereich behaupten sich die deutschen Sportbootwerften laut Jürgen Tracht dabei nicht nur durch die gelieferte Qualität: „Moderne Fertigungsstraßen und eine serielle, modular aufgebaute Produktion garantieren ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis.“ Der von Import-Produkten dominierte Motorboot-Markt leidet dagegen unter der schlechten Währungsrelation: Die meisten Schiffe kommen aus dem Nicht-Euro-Raum und sind momentan kaum noch erschwinglich – von den stetig steigenden Kraftstoffpreisen erst gar nicht zu reden.
Obwohl inzwischen fast jedes Boot mit Funk und Satellitennavigation (GPS) ausgerüstet ist, und deswegen die Nachfrage nach Bordelektronik im unteren Preissegment sinkt, spüren die Ausrüster nach wie vor Rückenwind. Nur ausgesprochene Puristen leisten immer noch Widerstand gegen den Computer an Bord, für alle anderen sind einst verschmähte Techniken kein Tabu mehr. Nachdem das Handy inzwischen aus der Bordkommunikation nicht mehr wegzudenken ist, und auch immer mehr Wassersportler ihren Kurs auf der elektronischen Seekarte suchen, geht der Trend zu immer ausgefeilteren Techniken. Das Navigieren mit Notebook ist mittlerweile in fast allen Revieren möglich. Der Trend geht dabei zu vernetzten Systemen, die die Informationen aus GPS, Radar und Karte zu einem Gesamtbild vereinen. Und wer per Mausklick von A nach B segelt, möchte es auch sonst bequem an Bord haben. Tracht: „Immer mehr Bootseigner sind bereit, in hochwertige Koch-, Kühl- und Heizsysteme zu investieren.“ Auch Satellitenkommunikation ist der Iridum-Pleite zum Trotz inzwischen kein Tabuthema mehr.
Auch wenn sich die „Boot“ ihrem Namen nach in erster Linie mit Schiffen und deren Zubehör befasst, wird in Düsseldorf der Wassersport längst als erweiterte Dimension wahrgenommen. Zwar ist das Interesse an Surfbretter und den Erfordernissen des Wellenreitens deutlich abgekühlt. Dafür kommen aber neue Trendsportarten. „Tauchsport erfreut sich ungebrochener Beliebtheit“, hat Niedergöker beobachtet. Ein Viertel der 300 000 Messe-Besucher geht in den Tauchsporthallen vor Anker. „Besucherbefragungen haben im letzten Jahr gezeigt, dass 33 % unserer Motorboot fahrenden Besucher und 29 % der Segler von Bord aus tauchen.“ Mit seinem Präsidenten Dr. Axel Kern stellt der Verband Deutscher Sporttaucher auch den Präsidenten der diesjährigen „Boot“.
Naturgemäß nur wenige Kaufinteressenten, dafür aber umso mehr Schaulustige sind in zwei weiteren Schwerpunkthallen der Düsseldorfer Wassersportschau anzutreffen: Rund 50 bis zu 30 m lange Luxusboote sollen die Superyacht-Schau dieses Mal zur Messe in der Messe machen. Allen Markttrends zum Trotz ist der verträumte Blick auf das schwimmende Millionärsspielzeug immer noch die billigste Variante des teuren und nassen Hobbys: Sie kostet nur den Preis einer Messe-Eintrittskarte. W. HEUMER

Von W. Heumer

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