Unterwasserluxus von Triton 10.10.2017, 13:00 Uhr

Aston Martin designt jetzt U-Boote

Für viele Menschen ist der große Menschheitstraum die Reise in die Unendlichkeit der Sterne. Während ein Ausflug ins Weltall jedoch (für die meisten von uns) ein ewiger Traum bleibt, liegt eine kleine Spritztour in unsere Ozeane doch deutlich näher. 

Projekt "Neptune" ist aus der Zusammenarbeit von Aston Martin und Triton Submarines LLC entstanden.

Projekt "Neptune" ist aus der Zusammenarbeit von Aston Martin und Triton Submarines LLC entstanden.

Foto: Triton Submarines LLC

Natürlich entführt auch ein jeder Tauchgang in die Tiefen einer unentdeckten Welt. Aber um diese Umgebung voller Mysterien zu erkunden, muss es nicht immer der hautenge Neoprenanzug sein. Mit dem richtigen Gefährt führt die Reise unter Wasser nicht nur in tiefere Tiefen, sondern wird auch richtig luxuriös. 

Der amerikanische Hersteller Triton bietet diese Mischung aus U-Boot und Luxus und kollaboriert dafür mit dem britischen Autohersteller Aston Martin. So wird die Reise in die Tiefen der Meere so elegant gestaltet wie die Fahrt in einem Sportwagen.

Das U-Boot eines britischen Geheimagenten – Projekt Neptune

Aston Martin ist die Marke hinter luxuriösen Sportwagen und selbstverständlich dem liebsten Auto von James Bond. Gemeinsam mit Triton arbeitet der britische Autohersteller derzeit am Projekt Neptune. Einem U-Boot, das auf der Basis des Triton Low-Profile-Chassis den Luxus unter Wasser völlig neu erfinden möchte.

Bereits optisch sieht man Neptune die Ähnlichkeiten zu den englischen Sportwagen an. Die Formsprache ist klarer, aggressiver, dynamischer und das Konzept würde auch an Land eine gute Figur abgeben. Gehalten im klassischen Silber der Aston Martins und kombiniert mit schwarzen Applikationen passt das Projekt Neptune ebenso gut zur Yacht wie zum Smoking. 

Neben den schlanken Formen und der freien Rundumsicht sind auch Extras wie die Belüftung bereits serienmäßig verbaut – und vielleicht macht ja auch James Bond demnächst einen Ausflug unter Wasser. Nur eben nicht mit dem Lotus Esprit, sondern stilecht im Aston Martin. 

Ab in die Tiefsee für rund 4 Mio. US-Dollar

Derzeit handelt es sich bei dem Entwurf von Aston Martin allerdings nur um einen Entwurf, tatsächlich ins Wasser gelassen wurde noch keines der streng limitierten U-Boote. Wer aber nur darauf gewartet hat, dass die Triton U-Boote etwas windschnittiger werden und besser zum eigenen Sportwagen passen, der sollte schon einmal die 4 Millionen US-Dollar bereithalten, die Neptune kosten wird. Im Gegenzug erhalten Kunden dafür Unterwasserluxus für bis zu drei Personen. 

Neptune soll bis zu 500 Meter tief tauchen können. In dieser Tiefe herrscht absolute Dunkelheit, dennoch gibt es dort viel zu sehen, denn Robben und Kaiserpinguine nutzen das ewige Schwarz zum Jagen. Und auch Neptune jagt, mit einer für einen Aston Martin bescheidenen, aber für ein U-Boot beachtlichen Topgeschwindigkeit von bis zu 3,5 Meilen pro Stunde. Mit einer Höhe von knapp 1,80 Meter und einem Leergewicht von unter 5.000 Kilogramm wird das neue Triton-Modell aber das bis dato leichteste und kleinste 3-Personen-U-Boot seiner Klasse für Ausflüge in die Tiefsee. 

Das Projekt verbindet die Tauch- und Betriebsexpertise von Triton mit Design, Materialien und Handwerkskunst von Aston Martin.

Das Projekt verbindet die Tauch- und Betriebsexpertise von Triton mit Design, Materialien und Handwerkskunst von Aston Martin.

Foto: Triton Submarines LLC

Zur technischen Ausstattung gibt es keine weiteren Informationen zu diesem Zeitpunkt, aber ein Blick auf ein vergleichbares Triton-Modell, das 1640/3 LP könnte ein Hinweis darauf sein, wo die Reise hingeht. Es ist ebenfalls ein 3-Personen-U-Boot, das von einer Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie mit einer Leistung von 30 Kilowattstunden angetrieben wird. Während der Fahrt sorgen fünf LED mit 20.000 Lumen für gute Sicht auch in tieferen Lagen. So kann das Boot bis zu 12 Stunden unter Wasser verweilen.

Luxus in der Tradition des Meeresgottes

Bereits der Name Triton verweist auf eine stolze Tradition. Als Meeresgott und Sohn des Poseidon entstammt er der griechischen Mythologie und lieh seinen Namen bereits britischen U-Booten.
In den USA (und für zivile Käufer) hat der Name Triton jedoch vornehmlich eine Konnotation: Luxus im Wasser. Die U-Boote sind speziell darauf ausgelegt, von einer Yacht oder einem privaten Boot aus ins Wasser gesetzt zu werden. Die Designs sind nicht nur auf Komfort ausgerichtet, sondern auch auf Sicherheit. Wer es wünscht, kann sich direkt über Triton auf sein neues Unterseegefährt schulen lassen. 

Neben privaten Abenteurern bietet Triton auch eine Vielzahl an U-Booten für Wissenschaftler, Filmemacher oder Entdecker. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der zivilen Tiefseeforschung stellt Triton gleich mehrere Rekorde ein: Kein Hersteller hat mehr Orte in den Ozeanen erforscht, mehr wissenschaftliche Expeditionen begleitet und Wissenschaftler, Filmemacher und Yachtbesitzer gleichermaßen bei ihren Reisen in die Tiefsee umschlossen. Kurzum: Triton macht keine Kompromisse. 

Auch preislich nicht. Selbst Yachtbesitzer brauchten bereits bei den bisherigen Modellen eine Brieftasche mit der Tiefe der Gewässer, die sie erforschen möchten. Günstige Modelle der Triton U-Boote wie das Triton 1000-2, das zwei Personen in eine malerische Tiefe von bis zu 305 Metern entführt, kosten knapp 2 Millionen US-Dollar. Wer mit bis zu drei Personen knapp einen Kilometer tief abtauchen möchte, sollte zwischen 2,5 und 3 Millionen Dollar angespart haben. 

Das U-Boot Dragon lässt sich bis zu einer Tiefe von 120 Metern steuern und schafft rund 7,4 Kilometer pro Stunde

Das U-Boot Dragon lässt sich bis zu einer Tiefe von 120 Metern steuern und schafft rund 7,4 Kilometer pro Stunde

Foto: DeepFlight

Der Preis ist gigantisch, aber nicht ungewöhnlich für private U-Boote, von denen wir bereits einige vorgestellt haben. Eine etwas günstigere Variante kommt aus Kalifornien. Das Privat-U-Boot Dragon kostet 1,5 Millionen Dollar und soll selbst für ungeübte Kapitäne geeignet sein. Schuld daran ist zum einen die intuitive Steuerung und zum anderen der positive feste Auftrieb, mit dem der Dragon ausgestattet ist. Er verhindert, dass das schnittige Boot unkontrolliert absinkt.

Das niederländische Unternehmen Ortega Submersiles hat es sich zur Aufgabe gemacht, bezahlbare Mini-U-Boote für Wissenschaftler und Filmemacher herzustellen – auch wenn man den genauen Preis nur auf persönliche Anfrage erhält. Optisch wirken die Submarines eher wie Bobs aus dem Eiskanal: Die Insassen sitzen in Reihe hintereinander, bis zu drei an der Zahl. Richtig tief kommen die Unterwasserbobs aber nur mit erfahrenen Tauchern, denn sie haben keine Druckkammern.

Die luxuriösen Yachten der Migaloo-Serie werden sogar selbst zum U-Boot. Sie sind in vier verschiedenen Größen zu haben, die „Mittelklasse“ unter ihnen kann bereits über 30 Menschen beherbergen und wird mit hybriden Diesel-Elektromotoren angetrieben.

Doch auch über der Wasseroberfläche geht es spektakulär zu, wie dieses Hausboot in Form eines UFO beweist.

So spektakulär kann ein Hausboot sein. Das dreistöckige UFO 2.0 soll Anfang 2018 auf den Markt kommen. 

So spektakulär kann ein Hausboot sein. Das dreistöckige UFO 2.0 soll Anfang 2018 auf den Markt kommen. 

Foto: Jet Capsule

Von ingenieur.de
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