Programm LDUUV 13.05.2016, 13:15 Uhr

Amerikanische Unterwasserdrohnen sollen China in Schach halten

Noch in diesem Sommer will das Pentagon Unterwasserdrohnen im offenen Meer testen. US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat bei einem Besuch der Philippinen erstmals über die Ziele des lange Zeit streng geheim gehaltenen LDUUV-Programms gesprochen. Demnach sollen die Unterwasserdrohnen Aufklärung im südchinesischen Meer leisten. 

Prototyp des LDUUV-Mutterschiffs.

Prototyp des LDUUV-Mutterschiffs.

Foto: John F. Williams/U.S.-Navy

LDUUV steht für Large Displacement Unmanned Underwater Vehicle. Dabei handelt es sich um ein besonders großes unbemanntes Unterwasserfahrzeug. Dieses neue, so genannte Mutterschiff ist vielfältig verwendbar. So kann es in einer Version im Zielgebiet eine größere Anzahl wesentlich kleinerer Unterwasserdrohnen ausstoßen. Genauso ist es aber auch möglich, statt kleiner Drohnen Minen auszusetzen.

In einer weiteren Ausführung soll das Mutterschiff auch Drohnen aussetzen, die als ganz kleine Raketenwerfer aktiviert werden könnten. Das Pentagon spricht von einer fast grenzenlosen Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten des LDUUV-Mutterschiffs. Es kann sogar kleine Aufklärungsgeräte auf den Meeresboden setzen, die dort jahrelang unbemerkt liegen bleiben können, bis sie aktiviert werden.

Energieversorgung noch nicht ausgereift

Als besondere Schwierigkeit wird von der Darpa, der Forschungsagentur des Pentagon, die ausreichende Energieversorgung des LDUUV-Mutterschiffs gesehen. In der Anfangsphase wird die Verweildauer im Zielgebiet nicht über 31 Tage hinausgehen.

Das LDUUV-Mutterschiff unter Wasser.

Das LDUUV-Mutterschiff unter Wasser.

Foto: Boeing

In großem Stil wird die amerikanische Marine die LDUUV-Drohnen erst nutzen können, wenn die Verweildauer deutlich verlängert werden kann – etwa durch Brennstoffzellen. Die Darpa geht davon aus, dass die LDUUV-Mutterschiffe etwa 2020 in größerer Zahl verfügbar sein werden.

Unterwasserdrohnen agieren teilweise autonom

Im Prinzip gibt es zwei grundsätzliche Typen von Unterwasserdrohnen. Die einen werden ferngesteuert und bewegen sich entsprechend der genauen Anweisungen des fernen Bedienungspersonals. Die anderen haben die Fähigkeit zu eigenständigem Entscheiden und Handeln. Ziel des Pentagons ist die Selbständigkeit der Mutterschiffe. Wie weit das allerdings tatsächlich gehen soll, ist unklar.

Das LDUUV-Mutterschiff soll es in verschiedenen Ausführungen geben. 

Das LDUUV-Mutterschiff soll es in verschiedenen Ausführungen geben. 

Foto: U.S.-Navy/John F. Williams

Soweit es sich um reine Aufklärungsfunktionen handelt, wird die Selbständigkeit sehr groß sein. Soweit es aber um bewaffnete Mutterschiffe oder deren Klein-Drohnen geht, ist keineswegs abzusehen, wie weit diese zu selbständigem Entscheiden und Handeln in der Lage sein werden. Schließlich könnte eine Fehlentscheidung einer völlig autonomen, aber bewaffneten Drohne im schlimmsten Fall einen Krieg auslösen.

Einstweilen ganz auf das Südchinesische Meer konzentriert

Das LDUUV-Programm ist in seiner geographischen Zielsetzung – so Verteidigungsminister Carter – bislang ganz auf das Südchinesische Meer konzentriert. Politisch erklärt sich das daraus, dass hier die meisten Spannungen zwischen der Volksrepublik China und den anderen Anrainerstaaten, vor allem den Philippinen, Indonesien, Vietnam und Thailand sowie deren Schutzmacht, den Vereinigten Staaten, bestehen.

Zugleich baut China zahlreiche flache Inseln in diesem Meer zu militärischen befestigten Anlagen aus, obwohl der  Besitz der Inseln völkerrechtlich umstritten ist. 

Mutterschiff LDUUV: Auf die Tests im Tauchbecken sollen im Sommer Tests im offenen Meer folgen.

Mutterschiff LDUUV: Auf die Tests im Tauchbecken sollen im Sommer Tests im offenen Meer folgen.

Foto: Boeing

Das Pentagon sucht nun nach Möglichkeiten, diese Meeresregion überwachen zu können. Das scheint mit Unterwasserdrohnen am einfachsten zu sein. Die LDUUV-Drohnen sind dafür besonders geeignet, weil sie auch in die zahlreichen flachen Meereszonen vorstoßen können, die für bemannte Unterseeboote nicht tief genug sind. Schließlich sind die Unterwasserdrohnen, vor allem wenn sie sich kaum bewegen, kaum zu orten. 

Und wenn Sie noch mehr über Unterwasserdrohnen erfahren möchten, dann lesen Sie noch „Im Meer zeichnet sich ein Drohnen-Zeitalter ab“ oder „Diese Drohne kann fliegen, schwimmen und tauchen„. Und auch über eine Unterwasserdrohne, die aussieht wie eine Riesenqualle, hat Ingenieur.de schon berichtet. 

Von Peter Odrich

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