In dänischer Nordsee 26.03.2013, 13:49 Uhr

Wintershall findet riesiges Ölvorkommen mit 100 Mio. Barrel

Die BASF-Tochter Wintershall ist auf ein riesiges Ölvorkommen im dänischen Teil der Nordsee gestoßen. Das Ölfeld birgt nach Schätzung des Unternehmens ein Potential von 100 Millionen Barrel Öl.

Der deutsche Öl- und Gasförderer Wintershall hat ein riesiges Ölvorkommen im dänischen Teil der Nordsee gefunden. Bislang fördert Wintershall beispielsweise in der niederländischen Nordsee, wie hier auf der Bohrplattform Kotter.

Der deutsche Öl- und Gasförderer Wintershall hat ein riesiges Ölvorkommen im dänischen Teil der Nordsee gefunden. Bislang fördert Wintershall beispielsweise in der niederländischen Nordsee, wie hier auf der Bohrplattform Kotter.

Foto: Wintershall

Um sich den riesigen Ölfund vorstellen zu können muss man wissen, dass in der einzigen Offshore-Erdöl-Plattform der deutschen Nordsee, in Mittelplate, jährlich etwa ungefähr 7,5 Millionen Barrel Öl gefördert werden. „Der Hibonite Fund ist ein bedeutender Schritt in Richtung Produktion in der dänischen Nordsee“, sagt Wintershall-Vorstand Martin Bachmann, zuständig für Exploration und Produktion. Derzeit fördert das Unternehmen weder Erdöl noch Erdgas in der dänischen Nordsee.

Öl lagert in Sandsteinen des Oberen Jura

Die Erkundungsbohrung „Hibonite“ fand 278 Kilometer westlich der dänischen Stadt Esbjerg und 337 Kilometer nördlich der niederländischen Stadt Den Helder statt. Gefunden wurde das Rohöl in Sandsteinen aus der Zeit des Oberen Jura.

Die Bohrarbeiten wurden von 52 Metern Wassertiefe bis auf eine Gesamtwassertiefe von 4.431 Metern abgeteuft. Nachdem mehrere Bohrkerne entnommen wurden und verschiedene Bohrlochmessungen erfolgt waren, konnten sich die Forscher sicher sein, tatsächlich Rohöl gefunden zu haben. Zwei weitere Bohrungen (Hibonite-1A und Hibonite-1B) bestätigten den Fund von Ölressourcen in dem rund 150 Millionen Jahre alten Sandgestein.

Schleppsonar fängt Schallwellen ein

Die Experten von Wintershall verwendeten im Meer die gleiche Technik wie bei der Suche nach Öl in der Erdkruste: Schiffe­ – auf Land sind es die Vibro-Trucks – lösen auf See durch Luftkanonen Vibrationen aus. Es werden Schallwellen erzeugt, die durch das Wasser wandern und in das darunter liegende Gestein eindringen. An Land werden diese reflektiert. Im Meer fangen Wassermikrofone, die von den Schiffen an langen Seilen gezogen werden, die Reflexionen auf.

Eine potentielle Öl-Lagerstätte wird immer zuerst von einer Seismik angezeigt. Es folgen Probebohrungen durch den Einsatz von Bohrinseln oder Bohrschiffen. Für die Untersuchung des Gesteins im Meer benutzen die Experten die gleichen Werkzeuge wie bei Bohrungen an Land: Meißeln und Bohrgestänge. Damit sich der Aufwand von Bohrungen lohnt, werden immer zeitgleich verschiedene Bohrungen in alle Richtungen vorgenommen.

Wirtschaftlichkeit wird untersucht

Die Öl-Expedition in der dänischen Nordsee geht jetzt in die nächste Phase: Wintershall klopft die Wirtschaftlichkeit des Hibonite-Öl-Fundes ab und sucht nach weiteren Reserven. Zudem zieht Wintershall eine mögliche gemeinsame Förderung mit dem nahe gelegenen Feld Ravn in Betracht, das im Jahr 2009 mit der Bohrung Ravn-3 erfolgreich erschlossen wurde.

Wintershall hält als Betriebsführer eine Beteiligung von 35 Prozent an Hibonite. Die derzeitigen Lizenzpartner sind Bayerngas Petroleum Denmark AS (30 %), Nordsøfonden (20 %) und die EWE Vertrieb GmbH (15 %).

Von Petra Funk

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