Ölförderung aus Teersanden 19.11.2014, 16:03 Uhr

US-Senat lehnt Pipeline Keystone XL mit einer Stimme Mehrheit ab

Die umstrittene Ölpipeline Keystone XL von Kanada zur Golfküste wird vorerst doch nicht gebaut. Sie hätte aus kanadischen Teersanden gefördertes Öl zu Raffinerien in Texas bringen sollen. Den Befürwortern fehlte bei der Abstimmung im Senat nur eine Stimme zur Mehrheit. 

Trotz Niederlage: Der zukünftige republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnel (Mitte), ist sich sicher, dass die neue republikanische Mehrheit das Keystone-Job-Gesetz im Januar aufgreift und verabschiedet. 

Trotz Niederlage: Der zukünftige republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnel (Mitte), ist sich sicher, dass die neue republikanische Mehrheit das Keystone-Job-Gesetz im Januar aufgreift und verabschiedet. 

Foto: Jim Lo Scalzo/dpa

Das Pipeline-Projekt ist am knappen Widerstand im Senat in Washington gescheitert. Am Ende der Abstimmung am Dienstagabend fehlte den Pipeline-Freunden genau eine Stimme. Es waren 59 Abgeordnete, die Keystone XL wollten – 45 Republikaner und 14 Demokraten.

Klar ist aber auch, dass die Republikaner im Januar, sobald der neue Kongress zusammentritt, einen erneuten Vorstoß für Keystone XL starten werden. Denn die Demokraten sind ihre Mehrheit im Senat seit zwei Wochen los. In den Augen der Republikaner ist der Widerstand Barack Obamas und der Demokraten gegen Keystone XL für den Verlust von Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen verantwortlich. „Ich freue mich darauf, wenn die neue republikanische Mehrheit das Keystone-Job-Gesetz Anfang des neuen Jahres aufgreift und verabschiedet“, verkündete Mitch McConnell, der oberste Republikaner in der Kongresskammer.

Die konventionell zu erreichenden Ölvorräte gehen zu Neige. Deshalb versucht die Industrie verstärkt, Öl aus unkonventionellen Ölvorkommen, zum Beispiel aus Teersanden, zu gewinnen. Seit Jahren bereits wird heftig um die Gewinnung von Öl aus Teersanden gestritten. Aufhänger des großen Streits ist das sogenannte Keystone-Projekt. Keystone XL ist der Name einer rund 1900 Kilometer langen Pipeline, die das Öl von Kanada zu den Raffinerien im US-Bundesstaat Texas leiten soll.

500 Millionen Liter Giftbrühe Tag für Tag

Bei den herkömmlichen Technologien zur Ölsandgewinnung bleiben große Becken mit schadstoffbelasteter Brühe zurück, die Gifte wie Cadmium, Arsen, Quecksilber und krebserregende Kohlenwasserstoffe enthalten. Auf ein Barrel Öl entfallen rund 650 Liter dieser toxischen Flüssigkeit. Es sind etwa 500 Millionen Liter dieser Giftbrühe, die pro Tag in künstlich angelegte Seen geleitet werden.

Protestaktion gegen den Pipelinebau. Die 1900 Kilometer lange Verbindung würde Öl aus kanadischen Teersanden zu texanischen Raffinerien bringen. Die Ölsandgewinnung stößt bei Umweltschützern auf scharfe Kritik. 

Protestaktion gegen den Pipelinebau. Die 1900 Kilometer lange Verbindung würde Öl aus kanadischen Teersanden zu texanischen Raffinerien bringen. Die Ölsandgewinnung stößt bei Umweltschützern auf scharfe Kritik. 

Foto: Justin Lane/dpa

Auch die Energiebilanz ist miserabel: Ein Drittel der Energie, die das Öl am Schluss liefert, wird bereits bei der Gewinnung verbraucht. Die Schäden am Landschaftsbild erschrecken. Die grüne Landschaft Albertas ist jetzt schon durchzogen von riesigen Lücken und gleicht mehr einer Kraterlandschaft aus Schlamm in der einst so dicht bewaldeten Natur. 

Pilotanlage soll umweltfreundliche Teersandgewinnung ermöglichen

Im US-Bundesstaat Utah hat die kanadische MCW Energy Group mit Sitz in Toronto vor einigen Wochen eine Pilotanlage am Stadtrand von Vernal in Betrieb genommen, die es angeblich ermöglicht, Öl aus Teersanden ohne Umweltschäden zu gewinnen. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Verfahren hinterlässt das MCW-Verfahren am Ende nur gereinigten Sand, der wieder in die Fördergruben gefüllt wird.

Entscheidend für den umweltfreundlichen Prozess ist ein Lösemittel. Dieses trennt das Öl vom Sand. Im Anschluss wird es in einem geschlossenen Kreislauf wiedergewonnen. Das Verfahren von MCW Energy ist zudem günstig: Es kostet rund 38 Dollar, um ein Fass Erdöl aus dem Sand zu gewinnen. Die Experten von MCW Energie schätzen, dass in den Teersanden Utahs rund 32 Milliarden Fass förderfähiges Erdöl lagern. Das wäre mehr als die Hälfte der in den USA vermuteten Ölsandvorkommen.

Ein weiterer Vorteil: Das neue Verfahren kommt ohne Wasser aus. Die Wassermenge, die beispielsweise in Kanadas westlichster Provinz Alberta verbraucht wird, um das Öl vom Sand zu trennen, ist gigantisch. Laut Greenpeace werden dort für jedes Barrel Öl fünf Barrel Wasser eingesetzt.

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