Mineralölwirtschaft 20.11.2009, 18:30 Uhr

Technologie-Initiative soll Heizöl pushen  

Mit einer Technologie-Initiative wollen Mineralölwirtschaft und Heizgeräteindustrie die Effizienz beim Einsatz von Heizöl in Gebäuden steigern. Eine Zukunftsoption, um den Primärenergiebedarf zu reduzieren, ist die Nutzung von Umweltwärme mit einer ölbetriebenen Wärmepumpe. Eine weitere ist die Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung mit einer Strom erzeugenden Ölbrennwertheizung. VDI nachrichten, Hamburg, 20. 11. 09, rok

„Mit den Projekten für eine ölbetriebene Wärmepumpe und Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung (Mikro-KWK) werden wir den Weg für eine noch effizientere Energienutzung und damit für mehr Primärenergieeinsparung ebnen. Dazu müssen die Technologien zur Wärmeerzeugung mit Heizöl weiterentwickelt und dem sich verändernden Wärmebedarf von Gebäuden angepasst werden“, erklärte Christian Küchen, Geschäftsführer des IWO (Institut für wirtschaftliche Oelheizung), kürzlich bei der Vorstellung einer „Technologie-Initiative der Mineralölwirtschaft“.

Gut ein Drittel des gesamten Endenergieverbrauchs entfällt in Deutschland auf die Wärmeversorgung von Gebäuden. Dem Einsatz effizienter Technologien kommt hier folglich hohe Bedeutung zu. Eine Lösung bei Heizöl ist derzeit Ölbrennwerttechnik, ergänzt um solarthermische Anlagen. Mit der Initiative soll nun Potenzial für eine weitere Effizienzsteigerung erschlossen werden. Dazu haben sich die Mineralölunternehmen aws Wärme Service, Shell und Total mit den Geräteherstellern Bosch Thermotechnik und Otag zusammengefunden und konkrete Projektpartnerschaften vereinbart – koordiniert vom IWO.

So wird Bosch Thermotechnik die Konzeptstudie einer ölbetriebenen Wärmepumpe für den Ein- und Zweifamilienhausbereich erstellen. Ziel ist die Entwicklung einer Ölwärmepumpe mit einer thermischen Leistung von 4 kW bis 10 kW mit einem primärenergetischen Nutzungsgrad von 120 % bis 130 %, berichtete Detlev Gerling, Leiter bodenstehende Heizgeräte bei Bosch Thermotechnik. Neben der Nutzung der Umweltwärme über einen Luftkollektor oder eine Erdsonde soll mit Einsatz von Bioheizöl ein weiterer regenerativer Energieanteil eingebunden werden.

Basis des Prototyps wird eine in Entwicklung befindliche Gas-Absorptionswärmepumpe für den Betrieb mit flüssigen Brennstoffen sein. Weil herkömmliche Ölbrenner für den Einsatz in thermischen Wärmepumpen zu groß dimensioniert sind, muss nun ein modulierender Ölbrenner mit kleiner Leistung entwickelt werden. Die Herausforderung liegt in der Brennstoffdosierung sowie in der Aufbereitung eines homogenen Brennstoff-Luftgemischs.

Die Entwicklung einer marktgerechten, Strom erzeugenden Ölbrennwertheizung für den Einsatz in Ein- bis Dreifamilienhäusern hat sich Otag zum Ziel gesetzt. Technische Grundlage ist hierbei eine modulierende gasbetriebene Mikro-KWK-Anlage. Sie nutzt einen Lineargenerator, der über einen geschlossenen Wasserdampfkreislauf angetrieben wird und geradlinige Bewegungsenergie in Strom umwandelt, wie Otag-Geschäftsführer Franz Josef Schulte erklärte. Der Lineargenerator kann als Doppelfreikolben-Expansionsdampfmaschine bezeichnet werden. Er funktioniert ohne Pleuel oder sonstige Mechanik, benötigt daher keinen Schmiermittelkreislauf und ist leise im Betrieb. Der thermische Modulationsbereich liegt zwischen 3 kW und 19 kW, der elektrische zwischen 0,3 kW und 2 kW.

Das Prinzip dieses vorhandenen Gerätes soll nun für den Betrieb mit schwefelarmem Heizöl (auch mit Biokomponenten) nutzbar gemacht werden. Auch hier wird ein modulierbarer Ölbrenner mit sehr kleiner Leistung von 3 kW bis 19 kW und dabei kompakten Abmessungen benötigt, um der vorgegebenen Wärmetauschergeometrie zu entsprechen.

Die aws Wärme Service unterstütze diese Initiative ausdrücklich, weil sie den Stellenwert von Heizöl auch für kommende Energiemix-Szenarien unterstreiche, betonte Bernd Richter, Geschäftsführer von aws Wärme Service. „Diese Technologien sichern dem Heizöl langfristig eine hohe Attraktivität.“

Auch Jan Engel, Marketing Manager der Shell Deutschland Oil, begrüßte die Initiative. Seit Mitte des Jahres bietet Shell in diesem Marktsegment bereits ein Heizöl mit bis zu 10 % Bioanteil an. „Und wir werden uns weiter in dem Bereich nachhaltig erzeugter Biokraftstoffe mit guter Umweltbilanz engagieren.“

„In Anbetracht des steigenden Weltenergiebedarfs liegt die Zukunft der Energieversorgung in der effektiven Verbindung von erneuerbaren und fossilen Energieträgern“, ergänzte Klaus Hermes, Direktor Handels- und Verbrauchergeschäft bei Total Deutschland. Kohlenwasserstoffe wie Öl würden als Energieträger unverzichtbar bleiben. Daher sei die Entwicklung tragfähiger Technologien so wichtig.

Neben den primärenergetischen Vorteilen von heizölbetriebenen Wärmepumpen und Mikro-KWK-Anlagen hob Küchen schließlich noch eine Eigenschaft flüssiger Brennstoffe für diese Zukunftstechnologien hervor: „Flüssige Brennstoffe wie Heizöl lassen sich einfach für längere Zeiträume speichern – der eigene Öltank wird zum Langzeit-Energiespeicher.“ R. DONNERBAUER

Von R. Donnerbauer
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