Rohstoffe 07.01.2000, 17:24 Uhr

Tagesbruch: Stollen unter Wohngebiet riss tiefen Krater

Nach Auffüllen des 40 m tiefen Kraters im Wohngebiet Höntrop von Wattenscheid ist die Lage stabil. Der Baugrund im Revier wird jetzt genauer untersucht.

Mitten in einer idyllischen Wohnsiedlung in Bochum-Wattenscheid, die über dem 1905 stillgelegten Schacht 4 der Zeche Annemarie liegt, klaffte am Morgen des 2. Januar ein Krater: 40 m breit und ebenso tief. Das Erdreich hatte nachgegeben und nicht nur die Anwohner aus dem Schlaf, sondern zudem eine Garage samt Auto in die Tiefe gerissen. 22 Anwohner mussten evakuiert werden. Nachbarn berichteten, dass 13 m hohe Tannen senkrecht im Boden versunken seien. Am nächsten Tag verschwand eine zweite Garage in der Tiefe. Das Loch wurde mit 7500 m3 Beton gefüllt.
Günter Korte vom Landesoberbergamt in Dortmund: „Die Ursache muss zunächst mit Hilfe von Bohrungen ergründet werden.“ Jedoch resultierten aus den rund 13 000 bekannten Schachtanlagen des Ruhrgebiets seiner Ansicht nach keine Gefahr. Nach dem 2. Weltkrieg habe man sie durch Betoneinbau gesichert. Ältere Schachtanlagen seien mit Sand, Kies und Schutt aufgefüllt worden. Die Anlagen würden regelmäßig überwacht. Indes gibt es rund 35 000 bis 45 000 unbekannte Schächte und Stollen aus den Zeiten des „alten Bergbaus“, die vor 1860 errichtet wurden. „Über sie liegen kaum Unterlagen vor,“ räumt der Bergaufsichtsbeamte ein. Die Gefahr, die von ihnen ausgeht, sei „nicht einschätzbar“. Möglicherweise ist ein solcher „Kohleflöz“ auch der Grund für das Wattenscheider Loch.
Bei Bauanfragen im Ruhrgebiet wird von den Behörden überprüft, ob durch den Bergbau Tagebrüche drohen. So geschah es auch bei dem 1905 stillgelegten Schacht 4, wo keine der Probebohrungen Hinweise auf eine Gefährdung ergaben. Die Schachtanlage 4 sei – so Korte – zuletzt vor sieben Jahren überprüft und mit Zementinjektionen nachgesichert worden. Michael Clostermann, Sprecher der Deutschen Montan Technologie, räumt ein, bei Messungen in 35 m Tiefe sei schon im letzten November festgestellt worden, dass es „im Berg Verschiebungen von bis zu 4 m gab“. Untersuchungen, die seitdem täglich durchgeführt wurden, hätten „aber keinen Anlass zur Sorge gegeben“.
Als Nachfolgeorganisation des ehemaligen Bergwerksbesitzers muss die Veba für die Schäden gerade stehen. Experten schätzen, dass der Tagesbruch einen Millionenschaden verursacht hat. Veba-Sprecher Josef Nelles bestätigt: „Die Veba trägt in Rechtsnachfolge des früheren Betreibers die bergrechtliche Verantwortung für das 1904 geschlossene Grubenfeld.“
Insgesamt erlebt Nordrhein-Westfalen im Jahr 50 bis 60 Tagesbrüche, allerdings nicht mit einem solchen Ausmaß wie derzeit in Höntrop. NRW-Wirtschaftsminister Peer Steinbrück (SPD) kündigte jetzt ein Programm an, um die Gefahr von Tagesbrüchen im gefährdeten südlichen Ruhrgebiet schneller aufzuspüren. Dazu sollen in diesem Jahr zusätzlich 15 Mio. DM bereitgestellt werden.
Grundsätzlich wird vor Bau eines neuen Hauses eine Anfrage an das Landesoberbergamt in Dortmund gestellt, das in alte Karten und Unterlagen Einblick hat. E. W.
Der Tagesbruch vom 2. Januar riss in dem Höntroper Wohngebiet einen 40 m breiten und ebenso tiefen Krater.

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