Energiewirtschaft 25.06.2010, 19:47 Uhr

Kohlenutzung steigt weltweit an

Seinen Jahresbericht 2010 legte der Verein der Kohlenimporteure am 23. Juni in Düsseldorf vor. Trotz Wirtschaftskrise hat die Weltkohlengewinnungsmenge im Jahr 2009 mit 6,1 Mrd. t einen neuen Höchstwert erreicht. Auch der weltweite Kohlenhandel ist weiter gewachsen. Um den steigenden Einsatz von Kohle in der Stromerzeugung umweltfreundlich zu gestalten, werden effizientere Kraftwerke entwickelt.

Bei der Kohlenverstromung steht für den Verein der Kohlenimporteure (VdK) die Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Mittelpunkt. „Um die globale Erderwärmung zu dämpfen und gleichzeitig den Strombedarf, der bis 2030 um 1,5 Mrd. auf 8,2 Mrd. Menschen wachsenden Weltbevölkerung zu decken, müssen CO2-vermeidende Techniken bei der Steinkohlenstromerzeugung eingesetzt werden“, betont der VdK-Vorsitzende Erich Schmitz. Dazu zählt er die Verbesserung der Wirkungsgrade und die Entwicklung der CCS(Carbon Capture and Storage)-Technologie, mit der CO2 aus dem Rauchgas der Kraftwerke erst abgeschieden und anschließend deponiert werden soll.

Erreicht die bisherige Steinkohlenverbrennungstechnik Wirkungsgrade von 45 % bis 46 %, so steigert die 700-°C-
Technik diesen bis auf 50 %. Wo Fernwärmeauskopplung möglich ist, wird die Brennstoffeffizienz weiter erhöht.

Bei der Realisierung derartiger Projekte und der Umrüstung auf CCS-Technologie rechnet Schmitz damit, dass sich die Struktur des deutschen Steinkohlenkraftwerksparks klimaschonend entfaltet: „Der CO2-Ausstoß könnte sich nach dieser Modellüberlegung von 111 Mio. t CO2 in 2008 auf 20 Mio. t CO2 im Jahr 2050 nach unten entwickeln.“

Die Kosten der CO2-Vermeidung aus CCS-Technik liegen deutlich unter den CO2-Vermeidungskosten aus regenerativen Energien. Da langfristig auch von Gaskraftwerken CO2 abgeschieden werden muss, sieht Schmitz die frühzeitige Entwicklung einer CO2-Infrastruktur als geboten an, um die Klimaschutzziele zu erreichen. „Dabei bieten sich für Deutschland durch die Entwicklung der CCS-Verfahren für die Lösung des globalen Klimaproblems erhebliche Exportchancen an.“

Die Entwicklung einer modernen Kohlenverbrennungstechnik kann für Deutschland eine technologische Führungsrolle mit großen Exportchancen bedeuten. Hierfür wird der Aufbau einer kohlendioxidarmen Steinkohlenverstromungsstruktur für die nächsten Jahrzehnte wegweisend sein.

„Die Errichtung einer CO2-Infrastruktur nicht nur für Kohle, sondern auch für CO2-Emissionen aus Gas, Öl, Biomasse und industriellen Prozessen könnte ein wichtiger Standortvorteil für Deutschland werden“, glaubt VdK-Chef Schmitz. „In den Niederlanden und in England stehen die Gesetze zur CCS-Technologie kurz vor der Verabschiedung. Auch die Bundesrepublik muss bis zum Juni 2011 die CCS-Rahmenrichtlinie der EU in nationales Recht umsetzen.“

Schmitz ist sicher: „Die Weltkohleproduktion wird 2010 vor dem Hintergrund der großen Stromnachfrage im asiatischen Raum weiter zulegen.“ So geht er von einem weltweiten Anstieg der Gewinnung von 300 Mio. t bis 350 Mio. t aus. Asien bleibt der Wachstumstreiber: China, Indien und Indonesien planen erhebliche Fördersteigerungen. Russland und andere Länder dürften ihre Förderung wieder hochfahren.

Aufgrund der schwachen Stahlkonjunktur und rückläufiger Stromnachfrage schrumpfte der deutsche Kohlemarkt im Jahr 2009 um rund 11 Mio. t auf 50,3 Mio. t. Für 2010 erwartet der VdK einen leichten Anstieg der Importe von 5 % bis 10 % durch die wieder anziehende Stahlindustrie und eine höhere Stromnachfrage.

Die Importkohle hat sich 2009 als „swing supplier“ bewährt. Mit den stärker werdenden Schwankungen im Stromangebot durch erneuerbare Energien wird diese Rolle deutlich wichtiger.

Schmitz betont, dass Kohle „für unsere Industrie zu wettbewerbsfähigen Energiepreisen“ beiträgt. „Die Importsteinkohle kommt ohne Subventionen aus und trägt zu einem kostengünstigen Energiemix bei. Sie ist mit 3,35 Cent/kWh wesentlich billiger als erneuerbare Energien.“ ECKART PASCHE

Von Eckart Pasche
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