Rohstoffe 23.06.2006, 19:22 Uhr

„Es gibt auch außerhalb Deutschlands großes Wachstumspotenzial“  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 23. 6. 06, mg – Mit einem Weltmarktanteil von 27 % ist Sharp der führende Solarzellenhersteller der Welt. Europa-Chef Hans Kleis erklärte den VDI nachrichten die Strategie des Unternehmens, die künftigen Wachstumsregionen und die Perspektiven des deutschen Marktes.

Kleis: Wir haben von unserer über 40-jährigen Erfahrung im Solarbereich profitiert. Seit 1959 sind wir in diesem Geschäft tätig. Ein weiterer Grund für den Aufstieg an die Weltspitze, den Solar-Olymp, sind die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung. Im vergangenen Jahr gaben wir allein 7 % des Umsatzes für Forschung aus.

VDI nachrichten: Das Solargeschäft von Sharp macht in Europa bereits 11 % des Konzernumsatzes aus. Wird es eines Tages wichtiger werden als das Elektronikgeschäft?

Kleis: Das ist abhängig von der Entwicklung im Consumer-Electronic-Bereich, besonders im LCD-Segment. Sollte dort die Konkurrenz und der Preisdruck weiter zunehmen, könnte der Stellenwert des Solargeschäfts noch wichtiger für den Konzern werden. Schon jetzt ist es der am stärksten wachsende Bereich von Sharp.

VDI nachrichten: Im Jahr 2004 erzielten Sie 820 Mio. € im Solargeschäft, 2006 peilen Sie eine Verdopplung auf 1,5 Mrd. € an. Wie wollen Sie das schaffen?

Kleis: Wir wachsen rasant. Allein im vergangenen Jahr stieg der Umsatz im Solargeschäft um 40 %. Unser Wachstum wird derzeit nur gebremst von der Silizium-Knappheit. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir es schaffen, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2006/2007, am 31. März 2007, den Umsatz auf 1,44 Mrd. € zu erhöhen.

VDI nachrichten: Sie haben sich auf die Herstellung von Solarzellen und -modulen konzentriert. Warum decken Sie nicht die gesamte Wertschöpfungskette ab wie Solarworld?

Kleis: Wir decken mit Hilfe von Partnern durchaus die gesamte Wertschöpfungskette ab. So kauft Sharp in Deutschland und Europa Glas und Silizium für die Zellen- und Modulherstellung und arbeitet bei der Installation von Solarstromanlagen mit Partnern zusammen.

VDI nachrichten: Deutschland ist der wichtigste Markt für Sie. Wie viel Leistung haben Sie 2005 dorthin exportiert?

Kleis: Wir haben 2005 rund 82 MW nach Deutschland verkauft. Das sind ca. 19 % unserer Gesamtproduktion.

VDI nachrichten: Warum produzieren Sie keine Solarzellen in Deutschland, sondern nur in Japan und Großbritannien?

Kleis: Wir haben eine Fabrik in Großbritannien, in der die Solarzellen zu Modulen zusammengebaut werden. Grund für die Produktion in Wrexham ist unsere dort bereits vorhandene Fabrik. Seit Juni 2004 produzieren wir dort statt Videorekordern Solarmodule und liefern diese nach ganz Europa.

VDI nachrichten: Finden Sie es korrekt, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausländische Anbieter wie Sharp fördert, obwohl sie ihre Zellen und Module im Ausland fertigen?

Kleis: Wir produzieren in Europa und schaffen Arbeitsplätze. Das nützt auch Deutschland.

VDI nachrichten: 2007 wird das EEG überprüft. Befürchten Sie eine Senkung der Einspeisevergütung?

Kleis: Der Presse nach zu urteilen deutet vieles daraufhin, dass das EEG verändert und die Einspeisevergütungen gekürzt werden. Ich kann verstehen, dass derzeit in der Politik über die Wirtschaftlichkeit der Solarindustrie und die hohen Modulpreise diskutiert wird. Andererseits sollte die Debatte nicht auf Wettbewerbsaspekte beschränkt bleiben. Die Förderung von Sonnenenergie ist eine sinnvolle Investition in unsere zukünftige Energieversorgung und bedeutet auch eine Verbesserung des Umweltschutzes sowie ein Beitrag zum Klimaschutz.

VDI nachrichten: Wo sehen Sie außer in Deutschland künftige Wachstumsmärkte im Solargeschäft?

Kleis: Wir haben in den vergangenen vier Jahren unseren Marktanteil in Europa von ungefähr 12 % auf circa 20 % verbessern können. Wir sehen hier auch künftig ein großes Wachstumspotenzial. Neben Deutschland zählen zu den europäischen Zukunftsmärkten Italien, Spanien und Griechenland, aber auch die Schweiz. In der Schweiz wird ein ähnliches Fördermodell wie das deutsche EEG im Parlament diskutiert. In Italien und Spanien sind die Einspeisevergütungen relativ stabil.

VDI nachrichten: Solarworld hat vor kurzem Solaraktivitäten von Shell gekauft. Wird sich die Solarbranche weiter konsolidieren?

Kleis: Ja, einen Trend zur Konsolidierung gibt es vermutlich. Vor allem Firmen, die jetzt Verluste machen, dürften potenzielle Übernahmekandidaten werden. NOTKER BLECHNER

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