Kraftstoff 17.08.2007, 19:29 Uhr

Autofahrer in den USA finden Gefallen an Diesel-Pkw  

VDI nachrichten, Vancouver, 17. 8. 07, wop – In den USA werden mehr Diesel- als Hybridautos verkauft. Mit 530 000 Wagen war ihr Absatz doppelt so hoch wie der der Hybride. Cleandiesel-Modelle – wie von Audi, BMW, Mercedes und VW, selbst GM will 2010 dabei sein – und Dieselkraftstoffe auf europäischem Niveau (Schwefellimit 15 ppm) würden den Anteil der Dieselfahrzeuge am US-Markt im Jahr 2012 auf 1,5 Mio. Einheiten wachsen lassen, ermittelten Analysten. Der Diesel hätte dann einen Anteil von 10 % des erwarteten US-Gesamtabsatzes. Auch der Hybridverkauf würde 2012 auf 1,2 Mio. Autos steigen.

Bei J.D. Power rechnet man in die Diesel-Prognose die sogenannten Light Trucks mit ein, Pkw-Muskelprotze, die auf Plattformen leichter Lkw fahren. In den USA werden sie von PS-Fans bevorzugt, die an der Ampel gerne schneller starten und dabei auf die kleineren Pkw neben ihnen herabschauen sowie von Handwerkern, weil sie Pkw-Komfort mit Ladefläche und guter Beschleunigung verbinden.

Für die stark verbesserten Vorhersagen gibt es gute Gründe. Und dazu zählen nicht nur rekordhohe Benzinpreise in Verbindung mit steigenden Zinsen und sinkenden Hauspreisen, die US-Konsumenten zwingen, nun deutlich stärker auf die Sparsamkeit ihrer Autos zu achten.

Die Regierung schreibt den Dieselkraftstoffanbietern in den USA laut Omotoso seit Oktober 2006 vor, Diesel mit niedrigem Schwefelgehalt zu verkaufen. Dieser ist laut Omotoso bereits an 42 000 der rund 130 000 US-Tankstellen erhältlich. Der Schwefelgehalt – bislang bis 500 ppm (parts per million) – darf jetzt das Schwefellimit von 15 ppm nicht mehr überschreiten und ist damit auf europäischem Niveau.

Das erlaubt Herstellern, die ihre Dieseltechnologie stark verbessert haben und ab 2008 neue Modelle einführen, selbst die strengsten Abgasvorschriften der USA zu erfüllen. Bislang durften sie in fünf Bundesstaaten – Kalifornien, Massachusetts, Maine, New York und Vermont – keine Fahrzeuge verkaufen, weil sie die Umweltstandards nicht erfüllten.

„Der neue Kraftstoff gibt den Dieselherstellern erstmals eine ernsthafte Chance, die strengen Umweltnormen zu erfüllen“, bestätigte Allen Schaeffer, Direktor des Diesel Technology Forum, einem Interessenverband führender Hersteller von Dieselfahrzeugen.

Die Hersteller bereiten sich längst auf die erwartete Belebung des Dieselmarktes in den USA vor. DaimlerChrysler führte 2006 die Dieselversion des Mercedes E320 CDI mit Bluetec-Technologie ein. Das Auto, das die Umweltnormen aller 50 Bundesstaaten erfüllt, verkauft sich laut Omotoso „ziemlich gut“. Der Aufpreis beim Mercedes E 320 CDI Bluetec beträgt 1000 $, ein Drittel dessen, was Hybrid-Fans für ihre Modelle drauflegen müssen. Dabei kann der Diesel im Langstreckenbetrieb in Bezug auf den Verbrauch laut Omotoso sogar Vorteile verbuchen.

Der Mercedes E320 CDI Bluetec ist laut Angaben des California Air Resources Board der einzige Diesel-Pkw, der derzeit in Kalifornien verkauft werden darf. Daimler-Chef Dieter Zetsche hat bereits Bluetec-Versionen für weitere Modelle angekündigt.

Volkswagen will Anfang 2008 als Cleandiesel den VW Jetta TDI auf den US-Markt bringen. Audi will mit den TDI-Versionen des A4 und des Q7 bis Mitte des Jahres folgen. BMW und Mercedes-Benz planen den Import von Dieselmodellen. Honda gibt an, die Dieselnachfrage in den USA genau zu beobachten. Carlos Ghosn, Chef der japanischen Marke Nissan, hat Dieselversionen angekündigt, wenn der Markt dafür bereit sei. General Motors (GM) will bis 2010 Saturn- und Cadillac-Modelle mit Diesel für den US-Markt ausrüsten. Die Ankündigung wird als Meilenstein gesehen.

Dass die bislang zunehmend beliebten Hybriden gegen den Diesel in den USA an Boden verlieren könnten, dafür spricht auch die wachsende Ernüchterung vieler Hybridfahrer. „Da gibt es etwas Enttäuschung, weil viele Modelle nicht so viele Meilen mit einer Gallone (1 gal = 3,7854 l) fahren können, wie man ursprünglich erwartet hat“, erklärte Omotoso. Um die Hybriden hat es seiner Einschätzung nach in den USA sehr viel Wirbel gegeben, „weil Toyota und Honda die Technologie stark gepuscht haben“.

Für Toyotas Prius beispielsweise, das bestverkaufte Hybridmodell in den USA, hatten offizielle Tabellen noch vor einiger Zeit eine Fahrleistung von 55 mile/gal Benzin (umgerechnet: 4,3 l/100 km) angegeben. Nach neueren Tests sind es nur nur 46 mile/gal (5,1 l/100 km).

Der Toyota Prius erfreut sich steigender Beliebtheit in den USA und verzeichnete in den letzten zwölf Monaten bis Ende Juni 2007 einen Verkaufszuwachs von 83 %. Das Modell trug damit maßgeblich dazu bei, dass die Hybridverkäufe insgesamt um 50 % zulegten, während der gesamte Pkw-Markt in den USA um 3 % schrumpfte.

MARKUS GÄRTNER

Absatzwachstum in den USA bei Diesel- und Hybrid-Autos

Stellenangebote im Bereich Kunststofftechnik

Bavaria Medizin Technologie GmbH-Firmenlogo
Bavaria Medizin Technologie GmbH Projektingenieur Entwicklung (m/w/d) Weßling
Dyneon GmbH-Firmenlogo
Dyneon GmbH Application Engineer – Fluoroplastic Solutions (m/w/d) Burgkirchen, Gendorf
ACTEGA DS GmbH-Firmenlogo
ACTEGA DS GmbH Ingenieur (m/w/d) als Leitung – Verfahrenstechnik Bremen
Universität Innsbruck-Firmenlogo
Universität Innsbruck Universitätsprofessorin / Universitätsprofessor für Stahl- und Verbundbautechnologien Innsbruck (Österreich)

Alle Kunststofftechnik Jobs

Top 5 Rohstoffe