Treffen im Weißen Haus 20.10.2014, 15:12 Uhr

US-Ingenieure bauen Roboter für Kampf gegen Ebola

Ingenieure wollen Roboter in den Kampf gegen Ebola schicken, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Sie könnten desinfizieren, Medikamente übergeben und Tote beerdigen. Über das genaue Vorgehen beraten Ingenieure, Ärzte und das Weiße Haus Anfang November. 

Der Xenex-Roboter im Testeinsatz in einer Sporthalle: Er erzeugt UV-Licht, das 25.000 Mal stärker ist als Sonnenlicht, und tötet das Ebola-Virus in zwei Minuten. Kostenpunkt: 100.000 US-Dollar.

Der Xenex-Roboter im Testeinsatz in einer Sporthalle: Er erzeugt UV-Licht, das 25.000 Mal stärker ist als Sonnenlicht, und tötet das Ebola-Virus in zwei Minuten. Kostenpunkt: 100.000 US-Dollar.

Foto: Xenex

„Das Treffen bedeutet für uns, die Klappe zu halten, zuhören, was sie zu sagen haben, und damit arbeiten“, sagt Robin Murphy in einem Bericht der amerikanischen Computerworld. Murphy ist Direktorin des Center for Robot Assisted Search and Rescue der Texas A&M Universität. Zuhören will sie den Ärzten, Sanitätern und Helfern, die bereits Erfahrung mit dem katastrophalen Ebola-Ausbruch in Afrika mitbringen. Diese sollen bei einem Treffen im Weißen Haus am 7. November Roboter-Ingenieuren aus dem ganzen Land einen Einblick in die Katastrophe geben, die allein in Liberia schon über 2400 Todesopfer gefordert hat. „Sie werden erzählen, was sie brauchen und wir können sagen, was wir anbieten können“, so Murphy.

Roboter auf Räder könnte Ausrüstung desinfizieren

Welche Aufgaben könnten Roboter in Ebolagebieten übernehmen? Ein Roboter auf Rädern, ausgerüstet mit einer Sprüheinheit, könnte beispielsweise kontaminierte Ausrüstung oder Gebäude desinfizieren. Den Prototypen eines solchen Roboters hat Taskin Padir sogar schon entwickelt.

Der Ingenieur des Worcester Polytechnik Institutes weiß, dass die Zeit drängt: „Wir entwickeln kein brandneues Design, weil wir dafür keine Zeit haben. Ich nutze Standarddesigns, damit wir innerhalb von drei Monaten etwas anbieten können. Ein neues Design hingegen würde über ein Jahr dauern.“ Er stellt auch klar, dass Roboter menschliche Helfer nicht ersetzen sollen. „Wir wollen den Kontakt minimieren.“

Prototyp des Desinfektionsroboters des US-amerikanischen Ingenieurs Taskin Padir.

Prototyp des Desinfektionsroboters des US-amerikanischen Ingenieurs Taskin Padir.

Quelle: Worcester Polytechnik Institute

Kulturelles Problem: Sollten Roboter auch Tote beerdigen?

Etwas schwieriger werden es die Experten mit der Beantwortung der Frage haben, ob Roboter zukünftig auch Tote bewegen und beerdigen sollten. Konstruktionsroboter kommen nicht in Frage, die wie in Fukushima Objekte mit Erde zudecken – zumindest nicht für Murphy. „Das wäre grauenhaft und respektlos. Wir werden Tote nicht einfach in ein Grab schaufeln.“ Man müsse auf lokale Beerdigungsrituale Rücksicht nehmen und Familien die Möglichkeit geben, sich von ihren Liebsten zu verabschieden.

Xenex-Roboter tötet Virus mit UV-Licht

Ein Roboter für den Kampf gegen Ebola ist sogar schon fertig. Es handelt sich um den sogenannten Germ-Zapping Robot des US-amerikanischen Herstellers Xenex. Er tötet das Ebola-Virus in nur zwei Minuten, indem er mit dem Edelgas Xenon ein UV-Licht erzeugt, das 25.000 Mal stärker als Sonnenlicht ist.

Zum Einsatz kommt der Germ-Zapping Roboter bereits im Texas Health Presbyterian Krankenhaus, in dem Thomas Eric Duncan dem Virus erlag, als erster Ebola-Patient in den USA. „Wir können Räume per Hand zu 85 Prozent desinfizieren. Wenn wir das UV-Licht nutzen, zu 99,9 Prozent“, erklärt Dr. Ray Casciari in einem Bericht der CNN. Allerdings kostet der Roboter auch 100.000 US-Dollar.

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitet als freiberuflicher Journalist für Zeitschriften und Onlinemagazine wie die VDI Nachrichten und Ingenieur.de.

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