Roboter im Reaktor 15.01.2016, 08:39 Uhr

So sieht Fukushimas neue Putzkolonne aus

Auch knapp fünf Jahre nach dem Unglück im Kernkraftwerk von Fukushima stellen die Aufräumarbeiten die Betreiberfirma Tepco vor große Herausforderungen. Bald soll dort gleich eine ganze Familie neuer Roboter eingesetzt werden, die mit unterschiedlichen Spezialfähigkeiten an Orten arbeiten, die Menschen nicht betreten sollten. 

Einer der neuen Roboter wird getestet.

Einer der neuen Roboter wird getestet.

Foto: Tepco

Nahezu träge, fast unspektakulär wirkt das weiß-blaue Kettenfahrzeug, während es langsam eine Rampe hinaufrollt. Dabei zeigt das viereinhalb Minuten lange Video, das komplett ohne Audio-Kommentar daherkommt, doch die neuen „Arbeiter“, die im zweiten und dritten Stockwerk der verstrahlten Reaktorgebäude von Fukushima zumindest ein bisschen aufräumen sollen.

Ganze Roboterfamilie

Auf ihrer Facebook-Seite spricht die Betreiberfirma Tepco gleich von einer ganzen Roboter-Familie. Allerdings sind Roboter in dem havarierten Kernkraftwerk keine Neuheit. Im noch stärker verstrahlten Erdgeschoss ist bereits eine ganze Armada der unterschiedlichsten autonomen Maschinen im Einsatz – auf Ketten, Beinen oder auch schwimmend. Auf seiner Webseite gibt das Unternehmen Einblick in die verschiedenen Typen. 

Etwa fünf Kilometer entfernt vom Kernkraftwerk Fukushima bietet sich auch vier Jahre nach der Nuklearkatastrophe noch immer ein Bild der Verwüstung. 

Etwa fünf Kilometer entfernt vom Kernkraftwerk Fukushima bietet sich auch vier Jahre nach der Nuklearkatastrophe noch immer ein Bild der Verwüstung. 

Foto: Kimimasa Mayama/dpa

Eine der auf Ketten fahrenden Maschinen ist laut Tepco mit einem Hochdruckreiniger ausgestattet. Für den Transport von Trockeneis ist indes ein weiterer Robotor zuständig. Wo immer benötigt, zerlegt dieser die großen Blöcke in kleine Stücke und schleudert sie – zu Zwecken der Dekontaminierung – auf verstrahlte Flächen. Ein weiterer seiner „Kollegen“ verteilt starkes Scheuermittel, poliert und saugt den entstandenen Staub anschließend ab. Wie Tepco betont, sind alle Roboter derart wendig, dass sie sich auf der Fläche einer Münze um die eigene Achse drehen können.

Begleitet von Versorgungswagen 

Auch Bodenwellen oder Erhebungen sollen für die Maschinen keine großen Hindernisse sein. Die Roboter werden von mindestens einem Vorsorgungswagen begleitet: ein Kettenfahrzeug auf gelber Stahlbasis, das über eine Schlauchverbindung benötigte Chemikalien und weitere Stoffe zur Verfügung stellt.

Versorgungswagen im Schlepptau: Über eine Schlauchverbindung stellt er den Robotern zum Beispiel benötigte Chemikalien zur Verfügung. 

Versorgungswagen im Schlepptau: Über eine Schlauchverbindung stellt er den Robotern zum Beispiel benötigte Chemikalien zur Verfügung. 

Foto: Tepco

Gesteuert werden die Roboter aus der Ferne von Mitarbeitern des Energieversorgungsunternehmens – mithilfe von Controllern, die denen von Spielekonsolen ähneln. Auffällig oft ist auf den Maschinen das Wort IRID zu lesen. Dahinter verbirgt sich das Internationale Forschungsinstitut für Reaktorstilllegung mit Sitz in Tokio, das die Roboter in Kooperation mit Firmen wie Hitachi, Toshiba oder auch Mitsubishi Heavy entwickelt hat.

Ab April sollen die neuen Roboter in die hochverstrahlten Reaktorgebäude vorrücken und den zweiten und dritten Stock so gründlich dekontaminieren, dass dort Menschen arbeiten können. Gemeinsam haben Toshiba, Hitachi und Mitsubishi Heavy unter Führung des japanischen Instituts für Reaktorstilllegung die Maschinen entwickelt.

Ab April sollen die neuen Roboter in die hochverstrahlten Reaktorgebäude vorrücken und den zweiten und dritten Stock so gründlich dekontaminieren, dass dort Menschen arbeiten können. Gemeinsam haben Toshiba, Hitachi und Mitsubishi Heavy unter Führung des japanischen Instituts für Reaktorstilllegung die Maschinen entwickelt.

Foto: Tepco

Erst im vergangenen April sendete ein Roboter Fotos aus dem Inneren der Reaktor-Ruine nach draußen, zurück kehrte die Maschine aber nicht mehr, da sie sich offenbar verkeilt hatte. Ohnehin wäre das Gefährt nach dem Besuch im Reaktor für Menschen eine zu große Gefahr. Im Gebäude hatte der Roboter damals eine Strahlenbelastung von 9,7 Sievert pro Stunde gemessen. Bei einer solchen Belastung würde ein Mensch innerhalb einer Stunde sterben. 

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