IFR World Robotics 2019 27.09.2019, 12:35 Uhr

Serviceroboter übernehmen immer mehr Aufgaben

Ob in der Lagerhalle, bei der Inspektion oder beim Hausputz, Serviceroboter übernehmen immer mehr Aufgaben im professionellen und privaten Umfeld. Wo sie eingesetzt werden und wie sich der Markt entwickelt, zeigt eine aktuelle Studie.

Roboter setzt Pakete von Regal auf ein Förderband

Foto: panthermedia.net/roncivil

Serviceroboter gibt es sowohl für den professionellen als auch für den privaten Gebrauch. Zu den professionell eingesetzten Servicerobotern zählen etwa fahrerlose Transportsysteme. Zu den privat eingesetzten Servicerobotern zählen dagegen solche, die beim Hausputz und der Gartenarbeit helfen, wischen, staubsaugen und den Rasen mähen. Sie alle haben sich mittlerweile einen festen Platz im Markt gesichert – und die Nachfrage wird auch in den kommenden Jahren nicht abreißen, ist sich die International Federation of Robotics (IFR) sicher.

Professioneller Einsatz von Servicerobotern

Weltweit wurden im vergangenen Jahr 271.000 Serviceroboter (professionell und privat) im Wert von 12,9 Milliarden US-Dollar verkauft. Damit stieg die Anzahl verkaufter Einheiten um 61 %; während sich der Umsatz mehr als verdoppelt hat. Drei Viertel der verkauften Ware waren Serviceroboter für den professionellen Einsatz. Ihr Umsatz stieg binnen eines Jahres um 32 % auf 9,2 Milliarden US-Dollar an. Den größten Anteil am Verkauf (gemessen an Einheiten, nicht am Wert) hatten:

  • 41 % Fahrerlose Transportsysteme (FTS)
  • 39 % Inspektions- und Wartungsroboter

Doch das soll längst nicht alles gewesen sein: „Bei der Umsatzprognose für 2019 erwarten wir für das Segment der professionellen Serviceroboter ein Volumen von rund 12,6 Milliarden US-Dollar“, verkündete Susanne Bieller, Generalsekretärin der IFR. Zu diesem erneuten Anstieg trügen insbesondere Roboter für Logistik, Medizin und Landwirtschaft bei.

Foto: IFR

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FTS für Lagerhallen und große Werksgelände

Doch wo werden all diese Roboter eingesetzt? Von den 110.700 verkauften Logistiksystemen, zu denen etwa fahrerlose Transportsysteme, Kommissionierroboter und mobile Greifer zählen, gingen rund 7.700 in die Produktion. Ein Großteil aber ging in ein nicht-produzierendes Umfeld. Über ihren Einsatz haben wir auf ingenieur.de immer wieder berichtet. So verschlägt es Hubert von der TU Chemnitz etwa in die Logistik und der Kommissionierroboter von Magazino hilft bei Zalando aus. Gerade die E-Commerce-Unternehmen mit ihren riesigen Warenlagern sind auf die Unterstützung von mobilen Automaten angewiesen. Und mit jeder Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten, können die Roboter mehr Aufgaben übernehmen. So war das Herausnehmen einzelner Teile aus einem Regal bis vor einigen Jahren eine unlösbare Aufgabe für einen Roboter. Wie das Münchner Jungunternehmen Magazino können die Hersteller ihren Robotern mittlerweile jedoch selbst eine chaotische Lagerhaltung verständlich machen. Für Lager mit einem hohen Durchsatz ist das unerlässlich.

Serviceroboter im medizinischen Umfeld

Großes Potenzial für Logistiksysteme sieht die IFR noch in Kliniken und Krankenhäuser. Immer mehr betreiben ihre Logistik mit Hilfe von professionellen Servicerobotern, das ist kosteneffizient und funktioniert immer zuverlässiger. Wachstumspotenzial sieht der internationale Robotikverband darüber hinaus bei Exoskeletten, insbesondere solchen für die Arbeitssicherheit. VW setzt die „wearable robotics“ bereits in den Fertigungshallen in Bratislava ein. Mitarbeiter können sowohl auf eine Art tragbaren Hocker, dem Chairless Chair, zurückgreifen, als auch auf einen Roboter, der schweres Heben vorbeugt.

Mengenmäßig ein eher kleines Licht im Robotermarkt, aufgrund der hohen Anschaffungskosten jedoch durchaus beachtenswert sind Medizinroboter. Bereits heute machen sie mit gerade einmal 5.100 Einheiten 31 % des Gesamtumsatzes im Markt für professionelle Serviceroboter aus.

Und wo werden die Roboter produziert? Knapp die Hälfte aller Serviceroboter stammen aus den USA und Europa. Während die Amerikaner sich vor allem auf die Logistiksysteme konzentrieren, verdienen die Europäer ihr Geld mit Medizinrobotern und solchen für die Feldarbeit.

Privater Einsatz von Roboter boomt

Rund 3,7 Milliarden US-Dollar wurden zuletzt mit Servicerobotern für den privaten Gebrauch umgesetzt. Hier erfreuen sich vor allem Haushaltsroboter großer Beliebtheit, ob für den Pool, die Fensterscheiben, den Boden oder den lieben Rasen. In diesem Jahr dürfte der Verkauf bei 22,1 Millionen Einheiten im Wert von 4,6 Milliarden US-Dollar liegen. Bis 2022 aber soll sich der Markt verdreifachen.

 

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