Beim Spiel immer Sieger 18.03.2016, 07:21 Uhr

Schießen statt knobeln? Militär interessiert sich für superschnelle Roboterhand

Roboter werden für immer sensiblere Aufgaben getrimmt. In Japan gehört dazu eine Roboterhand, die sich extrem schnell bewegen und auch zugreifen kann – ungleich schneller als die menschliche Hand. Sie kann auch siegessicher knobeln. Und hat mit ihren Fähigkeiten das Militär für sich eingenommen. 

Beim Knobeln gewinnt die Roboterhand immer. Die hundertprozentige Gewinnquote ergibt sich durch den Einsatz der schnellsten Bildsensoren der Welt gekoppelt mit den schnellsten mechanischen Bewegungen. An der Erfindung ist auch das Militär sehr interessiert.

Beim Knobeln gewinnt die Roboterhand immer. Die hundertprozentige Gewinnquote ergibt sich durch den Einsatz der schnellsten Bildsensoren der Welt gekoppelt mit den schnellsten mechanischen Bewegungen. An der Erfindung ist auch das Militär sehr interessiert.

Foto: Ishikawa Oku Laboratory

Die Roboterhand „Janken“ des Ishikawa Watanabe-Laboratoriums der Universität Tokio, die bislang jeden Menschen beim beliebten Knobelspiel „Schere, Stein, Papier“ schlägt, erregt derzeit in japanischen Wissenschaftskreisen großes Aufsehen. Dabei geht es im Kern um die Frage, ob die Wissenschaft des Landes das 70 Jahre lang geltende Verbot, wehrtechnische Forschung zu betreiben, gänzlich aufheben soll.

Während die Regierung in Tokio die Universitäten dazu animiert, stärker an Forschungsprojekten teilzunehmen, die militärischen Zwecken dienen und seit kurzem auch mehr Gelder für einschlägige Forschungsprojekte bereitstellt, stößt das Thema bei vielen Wissenschaftlern auf starkes Misstrauen. Dennoch scheint der Stein ins Rollen gekommen zu sein.

Japans Regierung lockt die Wissenschaft

Von besonderem Interesse für das japanische Verteidigungsministerium sind Forschungsgebiete wie Robotik, Biotechnologie und andere Technologien, die sowohl zivile wie auch militärische Anwendungen haben. Im Bereich der sogenannten Dual-Use-Güter sehen Experten besondere Chancen für die japanische Wehrtechnik auf dem internationalen Markt.

Nach einem Jahrzehnte langem Verbot lockerte Premierminister Shinzo Abe unlängst die Vorschriften. Diverse Universitäten haben inzwischen ihre Richtlinien dementsprechend ebenfalls geändert. Auch auf der renommierten Universität von Tokio (Todai) ist die strenge Regelung, keine Rüstungstechnologie zu betreiben, bereits teilweise gefallen.

Der Druck auf Professor Masatoshi Ishikawa, dem Erfinder der Roboterhand, die seit der Premiere in 2013 noch keine einzige Niederlage im „Schere, Stein, Papier“-Spiel einstecken musste, wird immer größer: Ishikawa soll seine Erfindung für militärische Zwecke freigeben. Nach eigenen Angaben wird Ishikawa auf internationalen Konferenzen von Rüstungsunternehmen oder Regierungen immer häufiger auf die legendäre Roboterhand und ihre möglichen militärischen Anwendungsmöglichkeiten angesprochen. Die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ geht inzwischen bereits soweit und schreibt: „Japan unterscheidet nicht mehr zwischen militärischen und zivilen Technologien.“

Roboterhand gewinnt, weil sie schummelt

Soll das Projekt zeigen, dass Roboter so gut wie ohne Verzögerung adäquat auf menschliche Bewegungen reagieren können, so liegen die Argumente für ein mögliches militärisches Potenzial auf der Hand. Das Gerät gewinnt immer, weil es schummelt. Eine hundertprozentige Gewinnquote wird mit Hilfe der schnellsten Bildsensoren der Welt gekoppelt mit den schnellsten mechanischen Bewegungen garantiert. Der Roboter erfasst den menschlichen Spielzug innerhalb einer Millisekunde und leitet die Informationen an die Hand weiter.

Die dritte Version der Roboterhand Janken ist unschlagbar: Beim Knobelspiel

Die dritte Version der Roboterhand Janken ist unschlagbar: Beim Knobelspiel „Schere, Stein, Papier“ gewinnt sie hundertprozentig. Dafür wurden die schnellsten Bildsensoren der Welt mit den schnellsten mechanischen Bewegungen gekoppelt. Der Roboter erfasst den menschlichen Spielzug innerhalb einer Millisekunde und leitet die Informationen an die Hand weiter. Mit diesem zeitlichen Vorsprung ist der Roboter immer im Vorteil.

Foto: Ishikawa Watanabe Laboratoriums

Mit diesem zeitlichen Vorsprung ist der Roboter immer im Vorteil. Egal für welches Symbol sich der Mensch entscheidet, der Roboter weiß immer das Höherwertigere entgegenzusetzen. In der neuesten Version 3.0 benötigt der Roboter lediglich 20 Millisekunden, um mit seiner Hand das entsprechende Symbol zu formen, während der Mensch dafür rund 60 Millisekunden braucht. Damit eignet sich die Technik für Raketenabwehrsysteme, bewaffnete Droiden auf dem Gefechtsfeld und gar für Drohnen die Kugeln abwehren können. 

Geld statt Moral

Artikel 9 der japanischen Verfassung untersagt ausdrücklich, den Krieg als politisches Mittel einzusetzen. Das Land hat offiziell auch keine Armee, sondern nur “Selbstverteidigungskräfte” und verfügt bisher über keine offensiven Waffen wie Langstreckenraketen und Flugzeugträger. Durch eine Neuinterpretation der Verfassung hat Japans Regierungschef die Einsatzmöglichkeiten der Armee allerdings schon erweitert. Finanzielle Anreize sollen nun auch die Wissenschaft locken. Während staatliche Fördermittel für die Universitäten stetig fallen, gibt es für eine engere Zusammenarbeit der Wissenschaftler und Ingenieure mit dem Verteidigungsministerium mehr Geld.

Damit erhoffen sich einige Forscher in Nippon größere Chancen für die Grundlagenforschung. Im vergangenen Jahr veröffentlichte das Verteidigungsministerium in Tokio eine Ausschreibung an Wissenschaftler, an einem hausinternen Forschungsprojekt teilzunehmen. Von den 109 Bewerbungen kamen 58 von Universitäten und 22 von öffentlichen Forschungseinrichtungen. Die restlichen 29 Bewerbungen kamen teils aus dem Ministerium, teils von Forschern aus der Industrie.

Trägt die Niederlage mit Fassung: Go-Weltmeister Lee Sedol aus Südkorea musste gegenüber der Künstlichen Intelligenz AlphaGo passen. Der Kampf Mensch gegen Maschine endete bei dem Brettspiel mit einem 4:1 für die Software der Google-Tochter Deepmind.

Trägt die Niederlage mit Fassung: Go-Weltmeister Lee Sedol aus Südkorea musste gegenüber der Künstlichen Intelligenz AlphaGo passen. Der Kampf Mensch gegen Maschine endete bei dem Brettspiel mit einem 4:1 für die Software der Google-Tochter Deepmind.

Foto: EPA/POOL

Beeindruckt hat Künstliche Intelligenz aktuell auch beim hochkomplexen Brettspiel Go. Experten hielten es nicht für möglich, dass bereits heute ein Computer als Sieger aus einer Partie hervorgehen könnte. AlphaGo, eine Entwicklung der Google-Tochter Deepmind, hat es gleich viermal geschafft. Go-Weltmeister Lee Sedol musste sich mit einem 1:4 geschlagen geben.

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