Freund im Alltag 04.06.2015, 09:02 Uhr

Roboter Musio kann nerven, helfen und alles besser wissen

Putzig oder nervig? Der kleine Roboter Musio gleicht eher einer Eule. Und wie die hat er Durchblick – dank Internetanschluss und künstlicher Intelligenz. Das kann seinem Besitzer helfen, in dem er Fragen beantwortet, an Termine erinnert und eingehende E-Mails meldet. Aber der Wicht kann auch ganz schön nerven. 

Roboter Musio: Er soll persönlicher Assistent im Alltag sein und in der simpelsten Version für 199 US-Dollar auf den Markt kommen.

Foto: AKA

Musio im Einsatz: Der kleine Roboter lässt sich über einen Micro-USB-Anschluss aufladen. Eine Akkuladung hält bis zu 13 Stunden.

Foto: AKA

Musio gibt sich im Alltag menschlich: Der Roboter kann sogar Furzgeräusche von sich geben und Witze erzählen.

Foto: AKA

Ja wer ist das denn? Ein kleiner weißer Roboter, etwas dicklich, mit kurzen Stubsbeinen, langen Armen, großen blauen Kulleraugen und spitzen Ohren. Er appelliert nach dem Kindchenschema scheinbar schamlos an den Beschützerinstinkt des Betrachters.

Doch darauf zielt er gar nicht ab. Musio ist nämlich dank Künstlicher Intelligenz (KI) ein idealer Begleiter im Alltag, versprechen die Erfinder des US-amerikanischen Unternehmens AKA.

Roboter erinnert an Termine und E-Mails

Das eulenartige Elektrowesen hat einiges auf dem Kasten: Es ist mit dem Internet verbunden und somit nahezu allwissend. Steht der Besitzer beispielsweise bei der Rechtschreibung auf dem Schlauch, buchstabiert Musio das Wort. Droht Herrchen im Stress zu versinken, erinnert er zuverlässig mit seinem quietschigen Stimmchen an eingehende E-Mails und Termine.

Und hat der Besitzer keine Lust, zum Lichtschalter zu gehen, sagt er einfach „Musio, mach bitte das Licht an“. Und es wird Licht. Das funktioniert, weil sich der Roboter mit handelsüblichen Smart-Home-Systemen verbinden lässt.

Musio kann auch pupsen und rülpsen

Musio gibt sich bei seinen E-Erinnerungen gerne als frecher Scherzbold: „Warum stört dich Ryan ständig?“, fragt er. „Weil er mich bezahlt“, antwortet Herrchen in einem AKA-Werbevideo. Und dann wagt sich der Roboter an die Toleranzgrenze und setzt dabei aufs Spiel, kurzerhand aus dem Fenster fliegen: Auf die Aussage des Besitzers „Musio, ich fühle mich heute schrecklich“ gibt es nämlich kein Mitleid, sondern ein lautes Pupsgeräusch. „Hey, ich habe dir gerade gesagt, dass es mir mies geht“, zeigt sich Herrchen entrüstet. „Oh, Entschuldigung, habe ich etwas falsch gemacht?“, erwidert Musio, um kurz darauf zu rülpsen und hämisch zu lachen. Ein Roboter mit Humor.

Derzeit werben die Erfinder auf der Crowdfundingplattform Indiegogo um Unterstützung für die Serienproduktion von Musio. Sie benötigen 50.000 US-Dollar, knapp 24.000 sind 33 Tage vor Kampagnenende zusammengekommen. Falls sie ihr Ziel erreichen, wollen sie den Roboter in drei Versionen auf den Markt bringen – alle arbeiten mit dem Betriebssystem Android 5.0.

Musio kostet zwischen 199 und 599 US-Dollar

Im Einstiegsmodell Simple arbeitet der Roboter mit einem Zweikernprozessor mit 1,2 GHz und 16 GByte Speicher. Er soll 159 US-Dollar kosten. Im Smart-Modell kommt eine 1,2-GHz-Vierkern-CPU zum Einsatz (299 US-Dollar), im Spitzenmodell Genius schließlich eine Vierkern-CPU mit 2,5 GHz mit 64 GByte Speicher (599 US-Dollar).

Ein stolzer Preis, doch schließlich könnte Musio seinen Besitzer auch eine lange Zeit begleiten. Er soll nämlich immer schlauer werden, je mehr er zum Einsatz kommt, versprechen die Erfinder. Er muss nur regelmäßig Futter bekommen, Strom über einen Micro-USB-Stecker nämlich. Dann hat Musio Saft für bis zu 13 Stunden Helfen und Nerven.

Roboter als Spion?

Interessant ist übrigens auch das Thema Datenschutz, denn hier entpuppt sich Musio als potentieller Spion: Die gesamte Kommunikation läuft über AKA-Server. Doch der Hersteller verspricht, dass die Daten verschlüsselt sind und auch Admins keine Nutzerdaten einsehen können. Auch Abhören über das integrierte Mikrofon sei unmöglich. Wollen wir das mal glauben.

 

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